Gefühlte Herzlichkeit über alle Sprachbarrieren hinweg

Von: Anna Petra Thomas
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Drei Nationen auf einer Bühne vereint: Vertreter aus Wassenberg, Pontorson und Highworth mit Festrednerin Sabine Verheyen (5.v.l.). Foto: anna

Wassenberg. Die Herzlichkeit, mit der sich Menschen aus verschiedenen Staaten über alle Sprachbarrieren hinweg begegnen, prägte auch dieses Mal die Europatage in Wassenberg. Anlässe dazu waren die Jahrestage der Städtepartnerschaften: der 46. mit Pontorson in Frankreich und der vierte mit Highworth in Großbritannien.

62 Gäste aus Pontorson und 17 aus Großbritannien waren in diesem Jahr in Wassenberger Familien zu Gast.

Nach einem Ausflug nach Monschau war der Festakt im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule der zweite Höhepunkt. Er folgte einem gemeinsamen Gottesdienst in der Kreuzkirche. „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir eine europäische Stadt sind und Europa leben“, erklärte Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens in seiner Begrüßung. In seiner Rede ging er auf eines der beiden diesjährigen Themen der Europatage ein, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Europa hat gewählt“, hieß das zweite Thema, dem sich André Denot, frisch gewählter neuer Bürgermeister von Pontorson, widmete. Als „Schock“ bezeichnete er das Wahlergebnis des rechten Front National (FN), der bei den Europawahlen in Frankreich 25 Prozent erreichte. „Die Schwierigkeit ist, das Verständnis dafür zu vermitteln, dass die Union mit den anderen europäischen Ländern zur Schaffung eines neuen Platzes in der Weltwirtschaft eine bessere Lösung als der Alleingang ist“, sagte er.

Die Idee der Städtepartnerschaften sei „etwas Wunderbares“, erklärte die Europaabgeordnete Sabine Verheyen (CDU) in ihrer Festrede, die sie selbst in drei Sprachen hielt. Diese Idee trage ganz wesentlich zur Verwirklichung eines geeinten Europas bei. Auch dass das Europafest in Wassenberg zeige, dass die Bürger hier etwas ganz Wesentliches verstanden hätten: „Europa ist eine Bereicherung. Es ist ein Hort des Friedens, der Freiheit und der Freundschaft.“

Den Grußworten der Komiteevorsitzenden Richard Pearce aus Highworth, Helene Durant aus Pontorson und Sepp Becker aus Wassenberg folgte der traditionelle Austausch von Geschenken. Dabei überraschte Denot seinen Wassenberger Kollegen, bei dem er während der Europatage auch übernachtete, mit einer Flasche Calvados, hergestellt von seinem Vater. „Ich habe einen neuen Freund gefunden“, erklärte Denot dann mit Blick auf Winkens bei der „Soirée“ genannten Abendveranstaltung, ebenfalls im Forum. Schon jetzt freut er sich auf dessen Besuch in Pontorson.

Neben den Gästen aus Pontorson und Highworth hatte sich auch Beigeordneter Chrit Wolfhagen aus Wassenbergs niederländischer Partnergemeinde Roerdalen mit einer kurzen Rede in den Festakt eingebracht und von der engen Kooperation seiner Gemeinde mit der Stadt Wassenberg im Bereich des grenzüberschreitenden Tourismus berichtet. Wichtig sei, auch der Jugend die Perspektive zu vermitteln, dass nur ein vereintes Europa Zukunft habe, sagte er. Eine offizielle Partnerschaft pflegt Wassenberg mit Roerdalen nicht. „Wir arbeiten dran“, antwortete Winkens im Gespräch mit unserer Zeitung auf die Frage, ob das vierblättrige Partnerschafts-Kleeblatt vielleicht bald perfekt sein könnte…

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