Erkelenz/Celle - Gauck lobt das Erkelenzer Engagement

Gauck lobt das Erkelenzer Engagement

Von: Helmut Wichlatz
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Höchste Auszeichnung aus der Hand des Staatsoberhauptes: Bundespräsident Joachim Gauck (r.) verlieh dem Erkelenzer Kirchen- und Projektchor an St. Lambertus bei den Tagen der Chor- und Orchestermusik in Celle die Zelter-Plakette. Kantor Stefan Knauer (l.) und Chorvorsitzende Gerda-Maria Schmidt-Dobrowolny (Mitte) nahmen sie entgegen. Foto: dpa

Erkelenz/Celle. Der Kirchen- und Projektchor St. Lambertus wurde bei den „Tagen der Chor- und Orchestermusik 2015“ in Celle mit der höchsten Ehrung ausgezeichnet, die es in der deutschen Chormusiklandschaft gibt – der Zelter-Plakette.

Überreicht wurde die Plakette von Bundespräsident Joachim Gauck – stellvertretend für 26 Chöre aus ganz Deutschland, darunter auch der Kirchenchor aus Wegberg-Klinkum. Dieser nimmt die Zelter-Plakette bei einer Feierstunde am 3. Mai in Neuss entgegen.

Gauck betonte in seiner Ansprache, dass die Chormusik in Deutschland ein besonderes Erbe sei, das es zu pflegen gelte. Die Geschichte der deutschen Chormusik sei geprägt von „Brüchen und Diskontinuitäten, wie es in der Gesellschaft ja auch war“. Oft hätten Gesang und Musik Menschen zur Hingabe an falsche Ziele geführt. Es werde leider auch dort gesungen, „wo Schweigen oder Protestgeschrei richtiger gewesen wären“. In den Chören habe es Gegenwirklichkeiten zu den bestehenden Realitäten der Diktatur gegeben, und die Chöre hätten dazu beigetragen, dass positives Liedgut in negativen Zeiten überlebt habe. „Wir feiern die Musik, wir feiern unsere Kultur und wir feiern die Menschen, die ihre Kraft und ihre Zeit dafür einsetzen“, lautete sein Credo.

Sein Wunsch lautete „Kein schöner Land“. Denn dieses Lied hatte sich der Bundespräsident von den Erkelenzern gewünscht. Sicher nicht eines der anspruchsvollsten Stücke, doch ein Stück, bei dem das Publikum mitsingen konnte. So hatte es sich Gauck gewünscht.

Chorsprecherin Gerda-Marie Schmidt-Dobrowolny betont im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Proben für das Stück, das mehrstimmig vorgetragen wurde, von Chorleiter Stefan Emanuel Knauer und dem ganzen Chor sehr ernst genommen worden waren. Freitags war der Chor in Celle angekommen, samstags wurde nach einer Besichtigung von Kloster Wienhausen noch einmal geprobt. Am Sonntag dann präsentierten die Erkelenzer ihr Lied den Gästen beim Warm Up ohne Präsident und dann im Rahmen des Festaktes mit Präsident. Dieser habe sehr emotional reagiert und sich bei den Chormitgliedern persönlich bedankt, so die Vorsitzende.

Beim späteren gemeinsamen Mittagessen, zu dem Schmidt-Dobrowolny und Knauer eingeladen waren, habe Gauck einigen musikalischen Sachverstand bewiesen und sich bei Knauer über die Arbeitsbedingungen mit Kirchenmusik in Erkelenz informiert. Angesichts dessen, was ihm der Kirchenmusiker erzählen konnte, habe sich Gauck hocherfreut gezeigt und das Engagement der Erkelenzer in Sachen Kirchenmusik gelobt. „Eine höhere Auszeichnung als die Zelter Plakette kann ein Chor in Deutschland nicht erhalten“, betont Schmitz-Dobrowolny. „Für alle Teilnehmer war es ein einmaliges Erlebnis in der musikalischen Laufbahn.“

Der Chor ist das Herzstück des kirchenmusikalischen Angebotes in St. Lambertus und hat sicher dazu beigetragen, dass Erkelenz jetzt als kirchenmusikalische Schwerpunktgemeinde im Bistum betrachtet werden kann. Der Stammchor besteht aus 35 Sängerinnen und Sängern, kann aber jederzeit und nach Bedarf aufgestockt werden.

Die Plakette soll zusammen mit der Plakette zum 100. Geburtstag des Chores gut sichtbar angebracht werden. Über eine würdige Stelle werde man sich mit Pastor Werner Rombach noch einigen müssen.

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