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Gaspipeline „Zeelink“: Bau soll 2019 beginnen

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Auch mit Schautafeln informierte das Unternehmen Open Grid Europe in der Stadthalle Bürger über das Pipeline-Projekt „Zeelink“. Foto: Wichlatz
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Energieversorgung 120 Zentimeter tief im Erdreich: Eine Pipeline für H-Gas soll künftig durch die Region verlaufen. Foto: Open Grid Europe

Erkelenz. In der Stadthalle informierte das Unternehmen Open Grid Europe über den Planungsstand und den Verlauf der geplanten Gaspipeline Zeelink. Sie soll aus dem belgisch-deutschen Grenzbereich bei Aachen bis ins niedersächsische Legden bei Ahaus führen und rund sechs Millionen Haushalte sowie Gewerbe- und Industriegebiete mit Gas versorgen.

Dafür führt ein rund zwölf Kilometer langer Abschnitt auch an Hückelhovener und Erkelenzer Ortschaften vorbei. Deshalb war das Unternehmen vor einem Jahr schon einmal in der Stadthalle, um über die verschiedenen Planungsvarianten und möglichen Trassen zu informieren. Mittlerweile stehen die fest und sind von den zuständigen Bezirksregierungen abgesegnet.

Der Fernnetzbetreiber wird für diese Pipeline rund 600 Millionen Euro investieren. Hintergrund ist, dass voraussichtlich im Jahr 2030 der Vorrat an L-Gas aufgebraucht sein wird. Derzeit wird dieses Erdgas mit niedrigem Brennwert verwendet. Nach dem Umbau der Pipeline kann der Westen Deutschlands an das belgische Gasnetz und den Hafen Zeebrügge angeschlossen und mit dem sogenannten H-Gas versorgt werden. Ein Stück der rund 215 Kilometer langen Pipeline wird auch über Hückelhovener und Erkelenzer Gebiet verlaufen.

Zur Realisierung der Pipeline auf der gesamten Strecke müssen mit rund 1500 Grundstückseigentümern Gespräche geführt werden, erläuterte Zeelink-Sprecher Helmut Roloff. Nun sei man an einem Punkt angekommen, an dem sich ein rund 600 Meter breiter Korridor herauskristallisiert hat, in dem jedoch nur ein rund 34 Meter breiter Arbeitsstreifen benötigt wird.

„Wir versuchen, die Grundstückseigentümer so wenig wie möglich zu belasten“, erläuterte Roloff. Geplant seien einmalige Entschädigungszahlungen für die Zeit des Baus von rund drei Monaten und eventuelle Ersatzzahlungen für Ernteausfälle. Geplant werde entlang bestehender Trassen wie Straßen. Die Stahlrohre werden dann 1,20 Meter unter der Bodenkante verlegt. Das Gas wird mit einem Druck von rund 100 bar durch die Rohre gepumpt. Die Rahmenvereinbarungen zur Entschädigung wurden schon im Vorfeld mit dem Rheinischen und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband getroffen.

Die Pipeline wird von Linnich aus südlich von Rurich auf Hückelhovener Stadtgebiet ankommen. Die Rur soll ebenso unterquert werden wie die B 57 südlich von Baal. Von dort aus geht es in Richtung Lövenich. Kurz vor dem Ort wird auf eine bereits bestehende Trasse in Richtung Bellinghoven gewechselt. Der Ort wird östlich passiert, die L 366 und die L 19 unterquert, bevor es am Feldweg entlang in Richtung Wockerath weitergeht. Kurz vor Kaulhausen schwenkt die Trasse zur Kreisstraße 30. An der entlang und entlang der K 19 geht es in Richtung Herrath und damit auf Mönchengladbacher Gebiet. Die Autobahnen 46 und 61 werden bei Wanlo unterquert.

Derzeit könne man davon ausgehen, dass nicht alle denkbaren Flächen auch tatsächlich benötigt würden, betonte Roloff. Eine endgültige Entscheidung über die Trasse wird es erst 2018 mit der Feststellung des Planverfahrens geben. Bis dahin seien noch Detailfragen zu klären. Mit dem Baubeginn ist für 2019 zu rechnen.

Ein Kilometer Pipeline kostet das Unternehmen rund zwei Millionen Euro. Die Flächen werden nach drei bis sechs Monaten wieder an ihre Eigentümer übergeben. Nach dem Verlegen der Rohre könnte die Fläche wieder landwirtschaftlich genutzt werden, hieß es seitens des Unternehmens.

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