Wassenberg - Gartenwettbewerb Entente Florale: Wassenberg will Gold

Gartenwettbewerb Entente Florale: Wassenberg will Gold

Von: Nicola Gottfroh
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Die siebenköpfige Jury – Bürgermeister Manfred Winkens (r.) , Sabrina Martin (2.v.l.), Roerdalens Bürgermeisterin Monique de Boer-Beerat (4.v.l.) und Volker Rütten (l.) – wanderte sechs Stunden durch Wassenberg und hatte währenddessen markante Punkte besucht. Foto: Gottfroh

Wassenberg. Als sich die Gruppe ein ganzes Stück vom Rathausvorplatz entfernt hat, atmet Bürgermeister Manfred Winkens erst einmal tief durch. In diesem Moment scheint es nicht mehr so wichtig, ob die „Grande Dame“ Wassenberg die Goldmedaille beim Gartenwettbewerb Entente Florale, der Miss-Wahl zur schönsten Stadt, gewonnen hat. Denn in diesem Moment ist es nur ein langer, aufregender Tag für ihn und die Entente-Florale-Jury, der zu Ende gegangen ist.

Rund sechs Stunden lang hatte das Stadtoberhaupt die Jury, die sich aus Fachleuten mit gärtnerischen, stadt- und landschaftsplanerischen, touristischen und kommunalen Kenntnissen und Erfahrungen zusammensetzt, am Montag durch seine blühende Stadt geführt.

Mit von der Partie waren auch Roerdalens Bürgermeisterin Mo­nique de Boer-Beerat, Heimatvereinsvorsitzender Sepp Becker, Tourismusbeauftragte Sabrina Martin, die viele Events rund um den Wettbewerb organisiert hat, und Volker Rütten, Leiter des Stadtbetriebs, der mit seinem Team nicht unerheblich dazu beigetragen hat, dass die Jury manches Mal ins Staunen geriet.

Gestartet war die Gruppe mit ihrer Tour durch Wassenberg bereits am Vortag, als ein Abendspaziergang durch das beleuchtete Wassenberg auf dem Programm stand. Die ganz und gar offizielle Bewertung der Jury stand aber erst tags darauf an.

Quer durch die Stadt

Mit einem Oldtimerbus ging es einmal quer durch die Stadt und hinein in die Ortsteile. Nicht nur Grünräume und florale Ambitionen der Stadt standen auf dem Besichtigungsprogramm, sondern auch Bildungs-, Sozial- und Freizeiteinrichtungen.

Los ging es an der Wingertsmühle, in der den Fachleuten der Imagefilm der Stadt präsentiert wurde, erste „richtige“ Station der Tour war der Wingertsberg. Anschließend ging es weiter zur Kita Regenbogen, wo die Kinder vor einigen Monaten zum Schutz des Weltklimas einen Wassenberger Sämling gepflanzt hatten. Auch die katholische Grundschule Orsbeck und ihr Sinnesgarten wurden besucht, ebenso wie der Schulgarten der Offenen Ganztagsschule Myhl und die Seniorenwohnanlage „Am Waldrand“, wo der Jury der Garten der Generationen präsentiert wurde.

Natürlich machte die Grüne-Jury auch einen Abstecher in den Gewinnergarten des Gartenwettbewerbs der Familie Marx in Birgelen und an das Heckentheater. Dort hatten die Damen des Strickkreises des Johanniterstifts bereits vor einigen Wochen einen Baum eingestrickt. Diesmal hatten die fleißigen „Strickliesel“ noch eine Überraschung für Organisatorin Sabrina Martin, Manfred Winkens und die Jury. Die Damen hatten kurz vor Jurybesuch einen alten Drahtesel eingestrickt und setzten damit einen weiteren Farbakzent.

Daneben würdigte die Jury die Blumenampeln in Wassenberg und den Ortsteilen, besuchte die Kompostierungsanlage des Stadtbetriebs Wassenberg und die Amici Bay am Effelder Waldsee. Und sie erhielt Einblick in das Projekt Mühlenweiher des Dorfverschönerungsvereins Ophoven.

Insgesamt 18 Anlaufstationen hatte Sabrina Martin in die Jury-Tour aufgenommen. Die richtigen, wie es schien: „Wir sind insgesamt beeindruckt“, sagte Juryvorsitzender Alexander Nix und fügte hinzu: „Es ist eine beachtliche Leistung, was die Stadt und die Bürger gemeinsam auf die Beine gestellt haben.“

Das Motto „Wassenberg wächst zusammen“ sei keine hohle Worthülse, sondern dadurch, dass sich auch die Ortsteile und das benachbarte niederländische Roerdalen beteiligen, tatsächlich Realität. „Die Stadt hat sich seit der Entente Florale 2009 entwickelt. Das sieht man“, sagte Bernhard Braukmann, der bereits vor vier Jahren Wassenberg besuchte und bewertete. Die Kritikpunkte von damals hätten sich die Beteiligten zu Herzen genommen.

Aus Vergangenheit gelernt

„Wassenberg hat daraus etwas gelernt“, so das Jury-Mitglied. Diesmal hatte man die generationenübergreifenden Projekte und die Beteiligung vieler Bürger und Schulen wohlwollend zur Kenntnis genommen.

„Vor allem aber haben wir gemerkt, dass Wassenberg keine Show präsentiert hat, sondern dass die Parkanlagen, die Kreisverkehre und Beete stets so gepflegt werden, wie zum Wettbewerb“, so Alexander Nix.

Viel Zeit, Wassenberg außerhalb der Bewertung zu erleben, hatte die Jury jedoch nicht. Noch am späten Nachmittag ging es zur nächsten Teilnehmerstadt, Arnsberg war das Ziel.

Erst in einer späteren Komitee-Sitzung werden die Jury-Mitglieder den Sieger des Wettbewerbs ermitteln.

Eines steht aber jetzt schon fest – auch wenn Wassenberg beeindrucken konnte: „Die Konkurrenz ist in diesem Jahr groß. Alle Städte waren bislang stark, keine ist abgefallen“, sagte Jurymitglied Gerhard Serges. Ob sich Wassenberg gegen die übrigen Teilnehmerstädte hat durchsetzen können, erfahren die Wassenberger am 27. August. Dann wird die Jury im ZDF-Fernsehgarten in Mainz die Gewinner bekanntgeben.

Bis dahin kann Manfred Winkens noch das eine oder andere Mal durchatmen. Die größte Hürde ist mit dem Jury-Besuch genommen.

Und ob Wassenberg die Goldmedaille holt oder nicht – der Einsatz hat sich gelohnt. Die Bürger genießen eine blühende Stadt.

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