„Galerie im End“ zeigt abstrakte Bilder und experimentelle Fotos

Von: Johannes Bindels
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Ein neues Werk: Dieter Crumbiegel und seine ehemalige Schülerin Barbara Göbel diskutieren bei der Vernissage in der „Galerie im End“. Foto: Johannes Bindels

Heinsberg-Karken. In der „Galerie im End“ von Professor Dieter Crumbiegel in Heinsberg-Karken hörten die Gäste viele erhellende Worte zur gegenüberstellenden Ausstellung von Malerei und Fotografie. In der zweiten Herbstausstellung stellte Crumbiegel eine kleine Auswahl seiner neuen Werke vor. Experimentelle Fotografien der Gastkünstlerin Barbara Göbel ergänzten die Bilderschau.

Die Laudatio hielt der gelernte Architekt und Kunstlehrer Herbert Albin Knops aus Köln. „Der Blick aufs Motiv durch den Sucher einer Kamera scheint ein objektiver zu sein“, begann er seine Anmerkungen zu den Fotografien von Barbara Göbel. Die sichtbaren Inhalte ihrer Fotowerke ließen aber gleich die Frage entstehen, was hinter der Oberfläche der erkennbaren Reflexionen und Strukturen sei und was diese Grammatik der Kunstsprache über die Wirklichkeitssicht der Künstlerin verriete.

Die im Hochformat gehängten Fotos seien wie ein Ausrufezeichen, das die abstrahierten Inhalte unterstreichen solle. Die Abbildung von Reflexionen und Spiegelungen auf dem Wasser seien im bearbeiteten Werk zu eigenständig wirksamen Bildern gewandelt und mehr als nur Abbild. Inhaltlich sei eine Verschiebung erfolgt. Die verbleibenden Formen regten zur Reflexion im Sinne des Nachdenkens an.

Schon auf der Einladungskarte, auf der nebeneinander ein Werk von Dieter Crumbiegel und Barbara Göbel zu sehen ist, mache formale Gemeinsamkeiten sichtbar. Sowohl der Wechsel von kleinformatigen zu großformatigen Strukturen im jeweiligen Bild ergäbe Möglichkeiten der Vergleichbarkeit der Werke. Gerade die Ausdifferenzierung dieser bildnerischen Vokabeln, die bei Crumbiegel von vornherein nicht gegenständlich ausgelegt seien, böte eine unerschöpfliche Quelle der künstlerischen Bearbeitung. Er habe Herzrasen vor Faszination, wenn er Crumbiegels neue Werke betrachte. Wenn auch die Primärfarben seiner Malerei wie Zitate im Bild erscheinen, so würden sie durch die vielen Zwischentöne der Farben im Bild, die zu entdecken wären, nicht überlagert. In Crumbiegels Werken sei die Kreativität als Prozess Schritt für Schritt nachempfindbar.

Über ihre spezielle Technik mit der analogen Fotografie verriet Barbara Göbel, dass sie Spiegelungen von unwesentlichen Details im Verarbeitungsprozess herausfiltere, bis beispielsweise symmetrische Formen übrigblieben. Das Beispiel der asiatischen Durianfrucht, deren Oberflächenstruktur eine hohe Regelmäßigkeit auszeichne, habe sie angeregt, diese Strukturen in der Architektur wiederzufinden und festzuhalten. Mit der Fotografie einer Dachkonstruktion, deren regelmäßige Felder von 1x1-Metern sie im Ausschnitt festgehalten hat, demonstriere sie ihre Wirklichkeitssicht, sagte sie.

Studium der Kalligraphie

Ihre künstlerische Ausbildung habe sie von 1997 bis 2001 auch bei Professor Crumbiegel erhalten. Ihren Blick für abstrakte Symbole sei zudem durch das Studium der chinesischen Kalligraphie bei Chin-fa Cheng von 2000 bis 2013 geschult worden. Regelmäßige Ausstellungen erfolgten von 1994 bis 2003 im Künstlerforum Erftstadt, 2001 bei Manufaktum, der 20. Landesausstellung NRW und in weiteren Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen wie beim Kunstverein Frechen.

Die herausfordernden Werke sind noch bis zum 13. Dezember in der „Galerie“ bei Dieter Crumbiegel in Heinsberg-Karken zu sehen. Die Öffnungszeiten sind jeweils freitags, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Informationen gibt es auch unter www.crumbiegel.de.

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