Heinsberg - „Funny Girl“: Mit etwas Humor das Leben erleichtern

„Funny Girl“: Mit etwas Humor das Leben erleichtern

Von: defi
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Kurzweilig: Anthony McCarten (l.) stellte in der Buchhandlung Gollenstede seinen neuen Roman „Funny Girl“ vor. Martina Heintz (r.) übersetzte die Rede des englischsprachigen Autors ins Deutsche. Foto: defi

Heinsberg. Der internationale Erfolgsautor Anthony McCarten, geboren in Neuseeland, war jetzt zu Gast in Heinsberg. Die Buchhandlung Gollenstede war eine von vier Deutschlandstationen, die er zur Vorstellung seines neuen Buches „Funny Girl“ besuchte.

Anthony McCarten versuchte seinem Heinsberger Publikum nicht nur sein neues Buch schmackhaft zu machen, sondern auch die Erkenntnis, dass das Leben mit Humor leichter zu leben sei.

McCarten spricht fast ausschließlich englisch. Deshalb stand ihm Martina Heintz aus Wassenberg zur Seite, um ins Deutsche zu übersetzen. Sie blieb allerdings fast arbeitslos: Das Publikum gab sich als des Englischen mächtig aus und lachte an den richtigen Stellen. Und McCarten streute einige Witze in seine Lesung ein. So auch diesen: Zwei Männer unterhalten sich, der eine erzählt von einem Restaurantbesuch. Alles dort war toll, das Essen, der Wein, der Service. Wie das Restaurant heiße, möchte sein Freund wissen. Der Mann denkt lange, lange nach: „Diese Blume, mit der Blüte oben, den grünen Blättern und den Dornen am Stil, wie heißt das noch mal?“ Sein Freund (Rose ist im englischen Sprachkreis ein beliebter Frauenname): „Eine Rose.“ Der Mann ruft laut ins Nebenzimmer: „Rose, wie hieß noch mal das Restaurant.“ Anthony McCarten sagt: „A great joke is a work of art.“ – ein guter Witz ist ein Kunstwerk.

Folgerichtig erzählt auch die Hauptfigur von „Funny Girl“ Witze. Azim heißt die 21-jährige in London lebende Kurdin, die beschlossen hat, ohne Rücksicht auf Konventionen eine Stand-up-Comedian zu werden. Die erste, die auf der Bühne eine Burka trägt. Die Auftritte der weltweit ersten muslimischen Komikerin erweisen sich als Sprengstoff. Von der Familie wird sie verstoßen, von der englischen Presse gefeiert. Zudem erhält Azim Morddrohungen im Internet.

Azims Lage wird ernst. Ihre Freundin stürzt aus dem achten Stock eines Hochhauses in den Tod. Die Familie droht an ihren Konflikten zu zerbrechen... Doch, so sagt Anthony McCarten: „A good joke makes a familiy of us all.“ (Ein guter Witz macht aus uns allen eine Familie).

Sein Credo, das Leben mit Humor zu nehmen, setzte Anthony McCarten schon in „Superhero“ um, der Geschichte eines todkranken Jugendlichen, der noch nie mit einem Mädchen geschlafen hat und der ahnt, dass es dafür auch nicht mehr reichen wird. McCarten, der heute in London und München lebt, wurde 1987 mit dem Theaterstück „Ladies Night“, das er zusammen mit seinem Steven Sinclair geschrieben hat, weltberühmt.

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