Für die Kapelle lässt der Pfarrer Bagger rollen

Von: Helmut Wichlatz
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Beim ersten Spatenstich zum Bau der neuen Kapelle waren Ralf Cremer (l.), Mitglied des Kapellen-Vorstands, Pastor Werner Rombach (M.) und Ortsvorsteher Hans-Jürgen Goebels (r.) aktiv. Foto: Günter Passage

Erkelenz-Borschemich. Lange mussten sie um ihre Kapelle kämpfen. Nun konnten die Borschemicher am neuen Standort den ersten Spatenstich für die neue Martinuskapelle begehen. Dabei leistete Pfarrer Werner Rombach ganze Arbeit und schwang sich auch in die Führerkabine des Baggers, um mehr als nur das symbolische Schäufelchen Erde auszuheben.

Zuvor hatte er auf traditionelle Weise mit dem Dorfgemeinschaftsvorsitzenden Hans-Jürgen Goebels und Ralf Cremer vom Vorstand der Kapellengemeinde die Schaufeln geschwungen. Unter den wachsamen Augen der Borschemicher und der Gäste produzierte er anschließend maschinell und mit wachsender Begeisterung ein ansehnliches Loch an der Stelle, wo einmal die neue Kapelle stehen wird.

Zuvor hatte er in seiner Ansprache die Kapelle als Symbol für die Stärke der Gemeinschaft und des Gottvertrauens bezeichnet, mit denen die Borschemicher die schwere Zeit der Umsiedlung überstanden und sich an ihrem neuen Standort eingelebt hatten. Über 30 Jahre schwebte das Schreckgespenst Tagebau über den Menschen in Borschemich. Trotzdem hätten sie nie ihre Zuversicht verloren, „ihre Zukunft unter die Füße genommen“ und das Beste aus der Situation gemacht.

Die denkwürdige Schwere

Von dem „heiligen Ort“, der nun entsteht, solle auch zukünftig Zuversicht und Gottvertrauen ausgehen. Der denkwürdigen Schwere des Augenblicks wusste Rombach auch mit Humor zu begegnen. Als er beim Lied „Wo zwei oder drei“ mit dem falschen Text anhob, korrigierte er sich mit den Worten „Quatsch, ich bin im falschen Film“. Pater Paul Mathew las aus dem Buch Genesis und der Vergleich des Baus der Borschemicher Kapelle mit dem Altar, den Moses zu Ehren Gottes errichten ließ, drängte sich auf.

Das längliche Schiff

Nach dem Spatenstich präsentierte der Monschauer Architekt Elmar Paul Sommer in der Mehrzweckhalle seinen Entwurf der Martinuskapelle. Das längliche Schiff des Kapellenraums wird von schlanken hohen Fenstern und einem freien Blick auf die Holzkonstruktion des Dachstuhls geprägt sein. In der Kapelle werden auch das Martinusbild, die Skulptur der Heiligen Familie, das Taufbecken sowie die Glocken und die Uhr der alten Kirche ihren Platz finden. Im Foyer der Mehrzweckhalle stand unter Glas ein Holzmodell der zukünftigen Kapelle, das von den Borschemichern umlagert und von allen Seiten in Augenschein genommen wurde.

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