Für Antwort auf die Standortfrage fehlen weitere Details

Von: Stefan Klassen
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Umsiedlungsort Keyenberg: In einigen Jahren werden hier die Bagger stehen. Foto: Stefan Klassen

Erkelenz. Wird die Suche nach einem Umsiedlungsstandort für die Ortschaften Keyenberg, Kuckum, Unter- und Oberwestrich sowie Berverath neu gestartet? Bürgermeister Peter Jansen steht dieser Frage skeptisch gegenüber.

Bis weitere Details zum weiteren Verfahren vorliegen, sei eine Neuorientierung in dieser Angelegenheit nicht sinnvoll, betont der Erste Bürger. Die Bürgerpartei im Erkelenzer Stadtrat hatte wenige Tage nach der Ankündigung der NRW-Landesregierung, den eigentlich geplanten Tagebau Garzweiler II verkleinern zu wollen, einen Antrag an den Bürgermeister gestellt.

Eine Sondersitzung des Rates solle her, in der über den künftigen Umsiedlungsstandort für die fünf Orte, die im bevorstehenden dritten Tagebauabschnitt den Baggern zum Opfer fallen werden, diskutiert wird. Denn die seinerzeit von den betroffenen und befragten Menschen gefällte Entscheidung für den Standort nahe Borschemich (neu) könne nun noch einmal überdacht werden, weil sich nun die Grundvoraussetzung geändert habe: Der Bereich Kückhoven als Umsiedlungsstandortalternative liege nun nicht mehr an der Tagebaukante, was seinerzeit den Ausschlag für Borschemich (neu) gegeben hatte.

Verzögerung wäre die Folge

Bürgermeister Peter Jansen verweist nun darauf, dass nach Informationen der Landesregierung der Umsiedlungsabschnitt 3 „zeitlich ohne Einschränkungen umgesetzt“ werde. Und „eine Verschiebung zur Neufindung eines neuen Standortes würde dazu führen, dass der Braunkohleausschuss erst in ein bis zwei Jahren den für dieses Jahr vorgesehenen Beschluss fassen könnte“.

Für die betroffenen Menschen in Keyenberg, Kuckum, Berverath, Unter- und Oberwestrich würde dies eine weitere Verzögerung der Umsiedlung bedeuten. Jansen schlägt der Bürgerpartei vor, über die Terminierung einer Ratssondersitzung erst dann zu entscheiden, wenn seitens des Landes noch weitere Informationen zum anstehenden Genehmigungs- und Umsiedlungsverfahren gegeben werden.

Nächste Gelegenheit dazu wird am 10. April sein, wenn der Bürgermeister mit Vertretern der Bezirksregierung in puncto Garzweiler II zusammentrifft. Die Erkelenzer Sozialdemokraten fordern in diesem Kontext: „Die Umsiedlung von Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich sowie Berverath muss zügig weitergeplant werden und die bereits in einem demokratischen und sehr bürgerfreundlichen Verfahren getroffenen Standortentscheidungen dürfen nicht in Frage gestellt werden“, so Astrid Wolters, stellvertretende Bürgermeisterin und Bürgermeisterkandidatin.

Es sei nicht zielführend, wenn der bereits akzeptierte Umsiedlungsstandort im Erkelenzer Norden zur Disposition gestellt und Kückhoven ins Spiel gebracht werde.

Linienführung noch unklar

Wolters: „Das bringt nur Unruhe in die Planungen und ist zudem unsinnig, da die künftige Linienführung des Tagebaus im 4. Umsiedlungsabschnitt nicht vor Mitte 2015 feststeht. Diese Linie kann auch wie schon genehmigt eng an Kückhoven vorbeiführen.“

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