Fünf Flüchtlinge ziehen in alte Pfarrerwohnung

Von: kalauz
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Die ehemalige Wohnung (re.) von Pfarrer José Kallupilankal direkt an der Kirche in Brachelen wird einer fünfköpfigen Familie koptischer Christen als Unterkunft dienen. Foto: kalauz
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Hückelhovens Sozialamtsleiter Heinz-Josef Schmitz hofft sehr, dass das Beispiel Brachelen Schule macht. Foto: kalauz

Hückelhoven-Brachelen. Der Satz, den Hückelhovens Sozialamtsleiter Heinz-Josef Schmitz da sagt, klingt banal, enthält aber eine Menge Zündstoff: „In dieser Woche bekommen wir wieder 15 Zuweisungen.“ Zuweisungen – das sind Asylbewerber. Frauen, Männer und Kinder, die in Hückelhoven zumindest vorübergehend als neue Bleibe zugewiesen bekommen haben.

Die Stadt muss für sie eine Unterkunft finden. Und das wird immer schwieriger. „Der Wohnungsmarkt in Hückelhoven gibt für die Unterbringung von Familien nicht mehr viel her“, sagt Schmitz. Aber der Sozialamtsleiter sieht einen Silberstreif am Horizont: „Die Kirchengemeinde St. Gereon Brachelen hat sich als erste Kirchengemeinde im Stadtgebiet bereiterklärt, uns eine ihrer leerstehenden Immobilien für die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien zur Verfügung zu stellen. Wir hoffen, dass andere Kirchengemeinden im Stadtgebiet folgen werden.“

In Brachelen steht seit Mai die Wohnung von Pfarrer José Kallupilankal an der Hauptstraße 17 im Schatten von St. Gereon leer, der Pfarrer wurde auf eigenen Wunsch von seinen Aufgaben als Pfarrer, Pfarrvikar und Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Hückelhoven entbunden.

Die Wohnung wurde für die Unterbringung einer fünfköpfigen Familie aus Ägypten hergerichtet, der zunächst auf zwei Jahre befristete Mietvertrag für die 120 Quadratmeter große Wohnung zwischen der Kirchengemeinde und der Stadt wird noch in dieser Woche unterschrieben. „Das sind koptische Christen, die da untergebracht werden. Das passt für beide Seiten“, sagt Schmitz.

Wie in Brachelen steht auch in Schaufenberg (St. Bonifatius) die ehemalige Pfarrerswohnung leer, in Baal (St. Brigida) gibt es wie in Rurich (Herz Jesu) freien Wohnraum, der der Pfarre gehört. „Wir sind in Gesprächen oder streben sie an. Natürlich hoffen wir, dass das Beispiel Brachelen für andere Pfarreien ein positives Signal ist“, sagt Schmitz, der froh und sehr dankbar ist, „dass der Kirchenvorstand dort unserem Problem so aufgeschlossen und positiv gegenüber aufgetreten ist“.

Das Bistum Aachen hat zum 1. Januar eine Förderrichtlinie zur Bezuschussung für die Herrichtung und Bereitstellung von freistehenden Immobilien ihrer Pfarrgemeinden zur zweckgebundenen Unterbringung von Flüchtlingen erlassen. Der Migrationsfonds, der Initiativen und Maßnahmen vor Ort unterstützt, wurde von 164.000 Euro auf 400.000 Euro aufgestockt.

Gefördert werden danach Um- und Ausbauarbeiten, Installationsarbeiten, Brandschutzmaßnahmen oder auch Reparaturen an der Gebäudehülle. In der Regel werden 90 Prozent der Kosten vom Bistum finanziert, der Pfarrei bleibt ein Eigenanteil von einem Zehntel – aber auch eine ertüchtigte Immobilie.

Heinz-Josef Schmitz hofft, dass das Beispiel St. Gereon Brachelen Schule macht und als Initialzündung für die anderen Kirchengemeinden im Stadtgebiet Hückelhoven wirkt: „Wir haben alle Kirchengemeinden aller Konfessionen im Stadtgebiet angeschrieben und sie gebeten, uns bei der Suche nach menschenwürdigen Unterbringungsmöglichkeiten für die Flüchtlinge nach ihren Kräften zu unterstützen.“

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