Führung speziell für Kinder: Amor hat Liebe zum Museum im Köcher

Von: Mirja Ibsen
Letzte Aktualisierung:
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Der Test: Autorin Britta Derichs liest Schülern der Heinsberger Sonnenscheinschule aus ihrem neuen Museumsführer für Kinder durch das Begas-Haus vor. Es ist das erste Mal: für sie, für die Schüler und für das Buch. Und was hat den Testern anschließend am besten gefallen? „Alles!“. Foto: mib

Heinsberg. Amor ist ein flatterhaftes Wesen. Aber er ist nun mal ein Liebesbringer und warum sollte er nicht auch Kindern die Liebe zur Kunst vermitteln? Der Randerather Künstler Carl Joseph Begas jedenfalls hatte eine Schwäche für den kleinen Götterboten.

Er hat ihn immer wieder gemalt. Das ist der Grund, warum ihn Britta Derichs zur Hauptfigur des Kinderführers durch das Begas-Haus gemacht hat.

Ob Kinder den blondgelockten Bengel mögen? Marianne Zerr, Konrektorin der Sonnenscheinschule, hat 15 Schüler als Tester mit ins Museum gebracht. Sie findet es prima, dass es jetzt ein solches Angebot ganz in der Nähe gibt. Bisher gingen die kulturellen Ausflüge der Schule nach Aachen oder Köln. Aber jetzt will das Kollegium die Künstlerfamilie Begas in den Kunstunterricht einbauen und als Ausflug gibt es eine 45-minütige Führung durch das Begas-Haus mit einem Workshop, bei dem die Kinder selbst kreativ werden können.

Und wie funktioniert das Buch? Weil Amor so flatterhaft ist, bleibt er nicht etwa bei jedem Bild stehen und erzählt und erzählt, so wie es die großen Leuten tun. Er düst durch die Geschichte, und wenn er stoppt, dann wird die Kunst lebendig, zum Beispiel am Bildnis der Lorelei. Die Autorin steht vor dem Bild und liest. So geht das nämlich, erst lesen und dann suchen. Damit die Kinder die Bilder, um die es geht, auch finden, pappt ein runder Amor-Sticker unter den Bildern. Die Kinder wollen aber noch mehr wissen: „Wie teuer ist das Gemälde?“

So ganz genau verrät das Museumsleiterin Dr. Rita Mülle-jans-Dickmann natürlich nicht. Nur, dass das Bild sehr wertvoll ist und dass gut darauf aufgepasst wird. Aber da ist Amor auch schon weitergeflattert, um die schöne Fanny van Els zu besuchen, die in einem Blütenmeer steht und so schön tanzen kann. Sie hält in einer Drehung inne und plaudert mit dem kleinen Museumsführer, so dass nicht nur Lou und Pit in der Geschichte staunen. „War das echt?“ Also, ist diese Geschichte von Fanny und Carl wirklich so passiert? Britta Derichs hat so lebendig geschrieben, dass ihre kleinen Zuhörer es zu gerne glauben wollen. Aber natürlich hat sich die Autorin die eine oder andere künstlerische Freiheit genommen. Nur die Fakten rund um die Familie Begas sind natürlich korrekt. Dafür haben Rita Müllejans-Dickmann und ihre Assistentin Barbara Jacobs gesorgt.

„Alles“, sagt die sechsjährige Nora Nortemann, Schülerin der Schneckenklasse, hinterher. Einfach „alles“ hat ihr am besten gefallen. Deshalb will sie auch noch mal ins Museum kommen, so wie der neunjährige Flavio Spittank. Max Wirtz ist ganz schön beeindruckt, wie gut Carl Joseph schon als Junge zeichnen konnte. „Ich male eher Strichmännchen.“ Er spiele lieber Fußball, sagt er, grinst und leckt sich einen schokoladigen Krümmel von den Lippen. Denn zum Abschluss der Führung gibt es Muffins.

Und dann geht es wieder ab in den Unterricht. Die Mädchen und Jungen sind jetzt kleine Begas-Botschafter. Sie sind nämlich alle Klassensprecher und werden ihren Mitschülern erzählen, was sie im Museum an der Hochstraße 21 erlebt haben. Ob sie auch erzählen werden, dass der Landrat Stephan Pusch als Vorsitzender des Trägervereins da war und Bürgermeister Wolfgang Dieder und Thomas Pennartz von der Kreissparkasse und die netten Herren vom Lions Club, die es mit ihrer Spende erst möglich gemacht haben, dass es diesen bunten, locker-leicht-lustigen Führer gibt? Oder nur von den Muffins? Wer weiß...

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