Frohe Botschaft: Die L117n wird ab nächstem Jahr gebaut

Von: kalauz
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Beim Besuch von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (rechts) kamen auch Bürger in den Ratssaal, die den sofortigen Bau der Ortsumgehung Ratheim forderten. Der Minister versicherte ihnen: „Im neuen Jahr ist Baubeginn“. Foto: kalauz

Hückelhoven. Für die L117n als Umgehungsstraße von Ratheim wird im kommenden Jahr der erste Spatenstich gemacht. Das ist das Ergebnis des Besuches von Landesverkehrsminister Michael Groschek am Montagnachmittag in Hückelhoven.

„Der Knoten ist durchgehauen“, stellte Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen sichtlich zufrieden fest. „Wir haben einen Kompromiss zwischen Kreis, Stadt und Land bei der Finanzierung der Straße gefunden. Wir werden jetzt auch die letzten Hürden nehmen und Ende des Jahres Baurecht für die L117n haben“, sagte Jansen an der Seite des Ministers den Spitzen der im Hückelhovener Rat vertretenen Parteien.

„Grundsätzlich“, antwortete Verkehrsminister Groschek (SPD), „gibt es einen Neubaustopp für Landstraßen. Für uns gilt: Erhalt geht vor Neubau“. In der Politik gibt es nach solchen Sätzen immer ein Aber. „Aber es gibt zwei Ausnahmen: Die eine betrifft Minden, die andere Hückelhoven. Hier haben wir uns bei der L117n von der unbedingten Notwendigkeit der Verkehrsentlastung für die Bürger überzeugen lassen“, sagte der Minister.

Was ihn auch überzeugt habe, sei, dass „hier nicht Wutbürger gegen eine Straße auftreten, sondern Mutbürger für eine Straße protestieren“. Das, so Groschek, habe er „noch nie erlebt“. Bemerkenswert sei auch, dass Naturschützer und Grüne gemeinsam das Straßenbauprojekt stützten. „Wir werden die L117n jetzt konkret beginnen und nicht weiter wie ein Papiertiger über die Pläne stromern.“

Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen (CDU), dass es auch die „immensen Vorarbeiten und Vorleistungen der Stadt waren“, die zu dem jetzt gefundenen Kompromiss geführt haben. Diese Vereinbarung sieht so aus, dass für das „Pi mal Daumen“ (Minister Groschek) 15 Millionen teure Straßenbauprojekt die Stadt Hückelhoven und der Kreis Heinsberg ein Drittel, das Land Nordrhein-Westfalen zwei Drittel der Kosten tragen werden. Vom Baubeginn bis zum Anschluss an die A46 bei Millich wird die Bauzeit rund fünf bis sechs Jahre betragen.

Die Ortsumgehung für Ratheim, wo schon jetzt in Stoßzeiten rund 17.000 Fahrzeuge pro Tag durch die Ortschaft rollen, wird um so dringlicher, als mit dem fest projektierten Baubeginn der B 221 als Ortsumgehung Wassenberg das Verkehrsaufkommen künftig sicher noch zunehmen wird. Und überdies wird dadurch die Entwicklung des Interkommunalen Gewerbegebietes zwischen Wassenberg und Hückelhoven sicher auch voran getrieben werden. „Wegen der mangelhaften Anbindung an das überregionale Straßenverkehrsnetz haben wir von potenziellen Ansiedlern in der Vergangenheit schon öfter Absagen erhalten“, sagte Bernd Jansen.

„Es grenzt an Volksverarschung, wenn wir Jahrzehnte lang von einer Ortsumgehung reden, und der Spaten wird nicht in die Hand genommen“, sagte Michael Groschek. Damit wolle man jetzt Schluss machen. Und er versprach: „Wir werden umweltfreundlich bauen.“ Für Bürgermeister Bernd Jansen war das am Montag „einer meiner schönsten Tage“.

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