Freiwillige Feuerwehr: Der Weg von Kindheit zu Karriere

Von: so
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Volles Vertrauen setzt Heiner Haupts, Löschgruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Hetzerath, in Unterbrandmeisterin Kerstin Schmalen. Seit sieben Jahren verrichtet die 25-Jährige als Ehrenamtlerin ihren Dienst als aktive Feuerwehrfrau. Foto: Sommer

Erkelenz-Hetzerath. Das tragische Ereignis, bei dem vor einigen Wochen zwei Feuerwehrmänner der Löschgruppe Holzweiler ihr Leben verloren, machte deutlich, mit welchen Gefahren die Einsätze verbunden sind, denen sich die aktiven Wehrleute immer wieder aufs Neue stellen. Auch wenn die Anforderungen an Mensch und Material in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen sind, gibt es immer noch Menschen, die sich als Ehrenamtler diesen nicht geringen Herausforderungen stellen.

Bereits frühzeitig wurde innerhalb der Löschgruppe Hetzerath ein gewisser Mangel an Nachwuchskräften spürbar. Die Idee, Kinder ab einem Alter von acht Jahren in einer sogenannten Feuerwehr-Vorgruppe zu binden und ihnen das Feuerwehrwesen näher zu bríngen, konnte mit Erfolg umgesetzt werden. Inzwischen hat die Gruppe mit fester Bindung zur Löschgruppe Schule gemacht: Nicht nur jedes vierte Mitglied blieb der Feuerwehr erhalten und wurde ab einem Alter von 18 Jahren in den aktiven Dienst übernommen, darüber hinaus wurde das Projekt landesweit aufgegriffen und in Erwägung gezogen, das Hetzerather Modell zu übernehmen.

Auch Kerstin Schmalen, seit frühester Jugend aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Erkelenz, und inzwischen im Rang einer Unterbrandmeisterin innerhalb der Löschgruppe Hetzerath aktiv, stand -wie viele ihrer Feuerwehrkameraden- nach dem schweren Unglück zunächst einmal unter Schock. „Diese Vorkommnisse haben uns allen nachhaltig vor Augen geführt, dass auch wir, die Feuerwehrleute, bei unseren Einsätzen erheblichen Gefahren ausgesetzt sind“, sagt die 25-Jährige. Aber aufgeben? Nein, daran verschwendet die Verwaltungsangestellte, die sich ganz diesem Ehrenamt verschrieben hat, keinen Gedanken.

Dabei ist die junge Frau, was das Feuerwehrwesen anbelangt, erblich vorbelastet: Opa Franz war bereits innerhalb der Hetzerather Wehr aktiv. Vater Willi und Bruder Michael tragen ebenfalls den blauen Rock der Feuerwehr. Bereits frühzeitig stand für Kerstin fest, diese Tradition fortzuführen. Im Alter von acht Jahren schloss sie sich zunächst der Vorgruppe der Hetzerather Wehr an. Was folgte, war bis zum Alter von 18 Jahren die Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr. Danach absolvierte sie die Feuerwehr-Grundausbildung mit den Modulen 1/2 sowie 3/4. Mit der Atemschutzausbildung komplettierte sie den gesamten Bereich der Grundausbildung und wurde als vollwertiges Mitglied in den aktiven Dienst der Feuerwehr Erkelenz übernommen. Ergänzt wurde die Ausbildung kürzlich durch das Erlangen des Lkw-Führerscheins. Somit ist sie berechtigt, während der Einsätze ein elf Tonnen schweres Löschfahrzeug zu bewegen.

„Sonderrechte oder gewisse Privilegien gibt es auch für Unterbrandmeisterin Schmalen nicht“, sagt Löschgruppenführer Heiner Haupts. „Kerstin ist wie jeder andere innerhalb unserer Löschgruppe ein vollwertiges Mitglied. Sie wird dort – auch in vorderster Front – eingesetzt, wo es erforderlich ist. Sie ist einfach ein „toller Kumpel“, die ordentlich ihren Feuerwehrdienst verrichtet. Gleichzeitig gibt es keinerlei Vorbehalte, weil sie eine Frau ist. Sie wird einfach von allen als ein vollwertiges Mitglied der Löschgruppe angesehen.

„Sonderrechte, nur weil sie ein Mädchen ist, mag sie nicht“, sagt Löschgruppenführer Haupts, voll des Lobes über seine engagierte Feuerwehrkameradin.

Natürlich ist Kerstin Schmalen mit ihren 25 Jahren eine moderne und selbstbewusste junge Frau. Auch sie hat neben ihrem Beruf ihre eigenen Vorstellungen vom Leben. Doch was das Feuerwehrwesen anbelangt, bleibt sie standhaft: Aufgeben möchte sie diese Tätigkeit nicht. Dazu ist sie zu sehr mit allen anfallenden Aufgaben rund um ihre Feuerwehrtätigkeit vertraut. Mit ihrem Freund Frank gerät sie wegen des Engagements um das Feuerwehrwesen keineswegs in einen Interessenkonflikt. Schließlich gehört er als Aktiver der Erkelenzer Feuerwehr an und somit verbindet beide gleichzeitig das gemeinsame Hobby.

Aber auch die Kameraden der Löschgruppe Hetzerath wissen: Kerstin ist nicht nur ein vollwertiges Mitglied der Löschgruppe, als Feuerwehrkameradin ist sie absolut zuverlässig und steht bei allen erdenklichen Einsätzen voll „ihren Mann“.

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