Freies Surfen: Mit einem Klick ins Netz

Von: Daniel Gerhards
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Freies WLAN bald auch in Heinsberg? In der Innenstadt gibt es schon einige Hotspots. Ein flächendeckendes Netzt könnte nächstes Jahr folgen. Foto: Daniel Gerhards, Montage: Horst Thomas Foto: Daniel Gerhards, Montage: Horst Thomas

Heinsberg/Hückelhoven. Surfen in der City. Das könnte in Heinsberg bald möglich sein – aber nicht auf dem Wasser, sondern mit Smartphone und Tablet. In Hückelhoven kann man sich schon seit beinahe einem Jahr in ein offenes WLAN einwählen.

In Hückelhoven, wie in Heinsberg versteht man den drahtlosen Zugang zum freien Internet als Service für Einwohner und Besucher. Es geht um Aufenthaltsqualität in der Stadt.

Wo kann man sich in das freie WLAN einwählen?

Bislang ist das in der Hückelhovener Innenstadt, rund um das Rathaus möglich. Dort kann man jeden Tag eine Stunde kostenlos über das öffentliche WLAN surfen. In Heinsberg soll der Bereich Hochstraße und Apfelstraße demnächst per Freifunk abgedeckt werden.

Wie wählt man sich ein?

In Hückelhoven braucht man das öffentliche WLAN bloß anzuwählen, ohne Passwort. Man muss lediglich die Nutzungsbedingungen akzeptieren und dann geht‘s los, sagt Holger Loogen vom Hückelhovener Stadtmarketing. Der genaue technische Ablauf für das WLAN in der Heinsberger Innenstadt ist noch nicht klar.

Wer betreibt die öffentlichen Netze?

Diese Frage stellte bislang viele Städte vor ein Problem. Denn wenn ein Nutzer über das öffentliche WLAN etwas Verbotenes im Internet tut, ist nicht klar, wer haftet. Klar ist nur, dass man sehen kann, wer Inhaber des Netzes ist. Und der könnte dann auch rechtlich in der Pflicht sein. Deshalb scheuten sich einige Städte länger ein öffentliches WLAN einzurichten. In Hückelhoven sei NetAachen Betreiber des Netzes, die Stadt sei lediglich Auftraggeber, sagt Loogen. Damit ist sie rechtlich aus dem Schneider. In Heinsberg könnte die Deutsche Glasfaser Holding GmbH (kurz Deutsche Glasfaser) Betreiber des Netzes werden, wie Bürgermeister Wolfgang Dieder sagt.

Was kosten den Netze für die Städte?

Die Stadt Hückelhoven zahlt für das öffentliche WLAN eine Gebühr an NetAachen. Wie hoch sie ist, möchte Loogen nicht sagen. Er verweist darauf, dass es sich dabei um Vertragsinhalte mit dem Anbieter handele, über die er nicht sprechen könne. Die Stadt Heinsberg könnte das öffentliche WLAN zum Nulltarif bekommen. Quasi als Bonbon des Anbieters Deutsche Glasfaser. Für die Nutzer ist der Zugang ohnehin kostenlos.

Wieso muss die Stadt Heinsberg nicht für das Netz zahlen?

Das Unternehmen Deutsche Glasfaser stattet das Heinsberger Stadtgebiet mit schnellen Internetleitung aus. In den Heinsberger Ortsteilen ist dieser Prozess bereits abgeschlossen oder noch in vollem Gange, sagt Dieder. Zuletzt sollen die Haushalte in der Heinsberger Innenstadt Leitungen für das schnelle Internet bekommen. Entscheiden sich genügend Heinsberger für einen Anschluss der Deutschen Glasfaser, dann wolle das Unternehmen das öffentliche WLAN ohne Zusatzkosten – „als Mehrwert“ bereitstellen, sagt Bürgermeister Dieder.

Wann kann der Ausbau der Hochgeschwindigkeitsleitungen in Heinsberg beginnen?

Die Deutsche Glasfaser möchte, laut Wolfgang Dieder, noch im laufenden Jahr mit einem sogenannten Interessenbekundungsverfahren beginnen. Die Heinsberger können dann entscheiden, ob sie einen Anschluss haben möchten oder nicht. Entscheiden sich mindestens 40 Prozent dafür, wird die Leitung gebaut. Und damit käme dann auch das öffentliche WLAN, sagt Dieder. Aber wohl frühestens im nächsten Jahr.

Gibt es in Heinsberg schon jetzt frei verfügbare WLAN-Netze?

Im Bereich zwischen Begas Haus und Heinsberg Galerie gibt es bereits vier Hotspots der Deutschen Telekom. Ob der Zugang kostenlos oder kostenpflichtig ist, hängt, laut Dieder, vom jeweiligen Mobilfunkvertrag ab, wer keinen Telekomvertrag hat, kann das WLAN nicht kostenlos nutzen. Außerdem gibt es zwei private freie WLAN-Hotspots, einen davon im Begas Haus.

Wie geht es mit dem offenen WLAN in Hückelhoven weiter?

Das WLAN ist seit August 2014 freigeschaltet. Ein Jahr nach Start wollen die Verantwortlichen entscheiden, ob es weiter ausgedehnt wird. Diese Entscheidung soll nach den Sommerferien fallen, sagt Loogen.

Was versprechen sich die Städte vom offenen WLAN?

Holger Loogen sagt, dass er bereits viele positive Rückmeldungen von Nutzern des Netzes bekommen habe. Demnach könne das Angebot die Aufenthaltsqualität in der Stadt tatsächlich steigern. Wolfgang Dieder erhofft sich, dass der Freifunk dazu beitragen kann, dass Besucher und Kunden der Geschäfte in der City länger in der Stadt verweilen. Davon könnte wiederum die lokale Wirtschaft, insbesondere die Gastronomie profitieren.

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