Frauenrath lässt den Asphalt an der A57 flüstern

Von: Rainer Herwartz
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60 000 Quadratmeter Splitt wurden als Asphaltdeckschicht eingebaut. Zusätzlich sind gut 23 000 Quadratmeter offenporiger Asphalt zum Einsatz gekommen, der Rollgeräusche mindern soll.
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Vom Bagger bis zur Raupe war die gesamte Fahrzeugflotte, die zur Herstellung im Einsatz war, GPS gesteuert.

Heinsberg. Nein, die größte je realisierte Baumaßnahme sei es sicher nicht, meint der Geschäftsführer der A. Frauenrath Bauunternehmen GmbH, Jörg Topka, „aber es ist auch keine Maßnahme, die als Standard zu bezeichnen ist“. Das Heinsberger Unternehmen Frauenrath stellte in diesen Tagen gemeinsam mit zwei kooperierenden Unternehmen einen Abschnitt der Autobahn 57 fertig. Auftragsvolumen: 20 Millionen Euro.

Nach über zwei Jahren Bauzeit wurde die neue Autobahn am Kaarster Kreuz freigegeben. Der neue, 2,5 Kilometer lange Streckenabschnitt der A57 zwischen den Autobahnkreuzen Kaarst und Neuss-West wurde dem Verkehr übergeben. Frauenrath hatte Ende August 2013 den Zuschlag für das umfangreiche Bauvorhaben von der Regionalniederlassung Niederrhein des Landesbetriebs Straßenbau NRW erhalten. In Arbeitsgemeinschaft mit den Bauunternehmen Echterhoff GmbH & Co. KG und Dr. Fink-Stauf GmbH & Co. KG wurde seit September 2013 der Ausbau von vier auf sechs Fahrstreifen in beiden Fahrtrichtungen vorgenommen.

Die rund 120 Kilometer lange A57, die von der niederländischen Grenze bei Goch über Krefeld und Neuss bis nach Köln führt, ist mit einer Verkehrslast von bis zu 112.000 Fahrzeugen pro Tag eine der Hauptschlagadern im gesamten deutschen Verkehrsnetz. Leider ist sie zugleich auch eine der stauanfälligsten Autobahnen in ganz Nordrhein-Westfalen.

Die Fertigstellung des Abschnitts erfolgte im Rahmen einer umfangreichen Erweiterung der A57 zwischen den Autobahnkreuzen Kamp-Lintfort und Köln-Nord. Gesamtinvestitionen von gut 700 Millionen Euro seien veranschlagt, um das rund 63 Kilometer lange Teilstück mit seinen insgesamt sieben Autobahnkreuzen, 14 Anschlussstellen und 76 Brückenbauwerken zu einer durchgängig sechsspurigen Autobahn auszubauen, erläutert Topka.

Der über 20 Millionen Euro umfassende Großauftrag beinhaltet neben dem Streckenausbau und der Herstellung von provisorischen Ausweichfahrbahnen den Abbruch und Neubau der drei Brückenbauwerke A57/52, L44 und Kampstraße sowie die Errichtung von Lärmschutzwänden im Bereich der Bauwerke L44 und Kampstraße.

„In der Spitze waren etwa 20 Mitarbeiter unseres Unternehmens damit beschäftigt“, sagt Topka. Insgesamt wurden rund 45.000 Kubikmeter Erde bewegt und 60.000 Quadratmeter Splitt als Asphaltdeckschicht eingebaut. Zusätzlich sind gut 23.000 Quadratmeter offenporiger Asphalt zum Einsatz gekommen, der sich vor allem dadurch auszeichne, dass er Rollgeräusche bereits bei ihrer Entstehung mindere und damit einen aktiven Beitrag zum Lärmschutz leiste.

Der Ausbau einer derart befahrenen Autobahn stelle eine besondere Herausforderung dar, sagt Topka: „Der Reiz liegt in der Größenordnung, man kann langfristig planen und das Personal längerfristig beschäftigen. Es stellt natürlich auch eine logistische Herausforderung gerade im Hinblick auf die terminlich vereinbarte Bauzeit dar.“ Der Zeitdruck sei in der Regel hoch und Beeinträchtigungen müssten in einem erträglichen Rahmen gehalten werden, damit der Verkehr an den Baustellen möglichst ungehindert fließen könne.

„Dass der Zeitplan problemlos eingehalten werden konnte, ist dem großen Einsatz unserer engagierten Teams vor Ort und der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen dem Auftraggeber und den Partnern der Arbeitsgemeinschaft zu verdanken. Zudem haben ein professionelles Projekt- und Zeitmanagement und der Einsatz modernster Technik einen ganz wichtigen Beitrag zu diesem Erfolg geleistet.“ So sei bei Frauenrath vom Bagger bis zur Raupe die gesamte Fahrzeugflotte, die zur Herstellung im Einsatz war, GPS-gesteuert und ermöglichte so einen noch rascheren Baufortschritt.

Erst im Jahr 2012 hatten die Heinsberger beim Neubau des Anschlusses Venlo bis zur niederländischen Staatsgrenze im Bereich der A61 wieder hilfreiche Erfahrungen gesammelt. Ganz fertig sei die jetzige Baumaßnahme aber noch nicht, räumt Topka ein. Es müssten noch einige Kreisstraßen angelegt werden, die unterhalb der Autobahn durchgeführt werden.

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