Frauengemeinschaft hat offenes Herz für Menschen in Not

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
11448578.jpg
Nicht nur über Spenden, sondern auch über eine stimmungsvolle Besinnungsstunde in Zeiten des hektischen Advents freuten sich Sebastian Walde und Rüdiger Hagens (4.und 5.v.r.) anlässlich ihres Besuchs bei der Frauengemeinschaft in Kirchhoven mit ihrer Vorsitzenden Mariette Wennmacher (3.v.r.). Foto: anna

Heinsberg-Kirchhoven. Eine Spende, ja, die übergaben die Vorstandsfrauen der Kirchhovener Frauengemeinschaft zu Weihnachten auch. Mehr noch aber hatten sie für die rund 70 Mitglieder der katholischen Vereinigung eine Stunde der Besinnung im Pfarrheim vorbereitet, die es in sich hatte.

In vorbereiteten Gesprächssequenzen ging es da nicht nur um die ursprüngliche Weihnachtsgeschichte, sondern auch um einen Blick zurück zum Heiligen Abend im Kriegsjahr 1944, zu Eindrücken von der aktuellen Flüchtlingssituation oder zu der Flucht, die auch die Gefangenen in der Justizvollzugsanstalt in Heinsberg erleben.

„Auch in unserem Gefängnis in Heinsberg sind Menschen ‚auf der Flucht‘, zitierten die Frauen Gefängnisseelsorger Rüdiger Hagens aus seinem Spendenaufruf im Pfarrbrief der Gemeinschaft der Gemeinden Heinsberg-Waldfeucht. „Sie wollen ihr bisheriges Leben hinter sich lassen, Süchte überwinden, schulische Qualifikationen nachholen, schlechte Gewohnheiten aufgeben.“

Und mancher, der bisher auf der Flucht vor sich selbst gewesen sei, werde nun, eingesperrt in eine Zelle, konfrontiert mit vielen Sorgen, Schuldgefühlen, Verletzungen, Gewissensqualen, Trennungen, Missbrauchs- und Gewalterfahrungen, „die ihn belasten und denen er sich bisher nicht wirklich gestellt hat. Gerade an Weihnachten sind solche seelischen Prozesse besonders herausfordernd und schmerzlich“, hatte Hagens geschrieben.

Anwesend waren während der Feierstunde nicht nur er, sondern auch der Präses der Kirchhovener Frauengemeinschaft, Pfarrer Arnold Houf und der evangelische Pfarrer Sebastian Walde. Sie alle drei waren beeindruckt von der Besinnung, die von den Frauen vorbereitet worden war. Im Anschluss freute sich Hagens über 500 Euro für die Weihnachtstüten-Aktion im Heinsberger Gefängnis, Walde über weitere 500 Euro, die bei den Aktivitäten der Tafel den Kindern der in Heinsberg lebenden Flüchtlinge zugutekommen sollen. Mehr noch hatten für diese Aktionen der Tafel viele Frauen noch weitere Sachspenden unter den Tannenbaum im Pfarrheim gelegt, die Walde auch gleich mitnehmen konnte. Darunter war auch ein großer Karton mit Socken, alle liebevoll von Hand gestrickt.

„Jeder Tag kann Weihnachten sein, jedes Mal, wenn einer dem anderen Liebe schenkt“, bemerkte Mariette Wennmacher, die Vorsitzende der Frauengemeinschaft, in ihrem Schlusswort. „Dass Sie Ihr Herz öffnen für die Menschen in Not ist ein Zeichen Ihrer Generation, die selbst Not erlebt hat“, dankte Walde den Teilnehmerinnen meist älteren Semesters.

Hagens hatte als Dankeschön eine gerahmte Bleistiftzeichnung eines Gefangenen mitgebracht. Dargestellt hatte dieser auf Papier sich selbst in seiner Zelle, mit einer Weihnachtstüte auf seinem Tisch. Die Kirchhovener Frauen versprachen, diesem Bild einen Ehrenplatz im Pfarrheim zukommen zu lassen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert