Erkelenz - Franzi Wollitz: Sie sorgt dafür, dass jeder Schritt sitzt

Franzi Wollitz: Sie sorgt dafür, dass jeder Schritt sitzt

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“: Franzi Wollitz ist Tänzerin und Choreographin. Foto: D. Gerhards

Erkelenz. Wenn bei Auftritten von Micky Krause, Markus Becker, Norman Langen oder Loona auf der Bühne flotte Tanzschritte hingelegt werden, dann liegt das an Franzi Wollitz. Die Schritte und Bewegungen der Tänzer denkt sich die 23-Jährige aus Erkelenz aus. Franzi Wollitz entwickelt die Choreographien – und tanz auch selber mit.

Das Tanzen liegt Franzi Wollitz im Blut: Sie tanzt schon beinahe ihr ganzes Leben lang. Als kleines Mädchen beginnt sie mit Ballett. Mit elf Jahren kommt sie zum Hip-Hop-Tanz, dann tritt sie als Show-Tänzerin auf, mit 16 Jahren macht sie eine zweijährige Tanzausbildung und mittlerweile ist sie auch Tanztrainerin in der Tanzschule La Vida Loca in Erkelenz. An den Wochenenden ist sie in ganz Europa unterwegs, um bei den Auftritten von Krause, Becker, Drews und Co. für eine mitreißende Show zu sorgen. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Franzi Wollitz.

Alles muss synchron sein

So viele Schritte, so viele Drehungen – das alles auf die Musik abzustimmen, klingt nach einer Menge Arbeit. Ist es auch. Aber das ist Arbeit, die Franzi Wollitz leicht von der Hand geht: Die Choreographien zu den einzelnen Liedern auszuarbeiten, falle ihr recht leicht: „Ich stelle mich hin, mache die Musik an und lege los“, sagt sie. Der Rest kommt von ganz alleine. Aufwendig werde die Arbeit erst im Anschluss: „Es ist schon viel Arbeit, den Showtänzern alles beizubringen. Es soll ja am Ende synchron sein“, sagt Franzi Wollitz. Mit Künstlern wie Loona und Norman Langen, die bei ihren Auftritten selber viel mittanzen, nimmt sich Franzi Wollitz auch viel Zeit, um die Schritte und Bewegungen einzustudieren. Bei Micky Krause oder Jürgen Drews sei das kaum nötig. „Die tanzen nicht so viel mit“, sagt sie.

„Sowas wird nicht normal“

Mittlerweile hat Franzi Wollitz zwar eine gewisse Routine entwickelt, aber ein großer Auftritt vor Tausenden Zuschauern ist für sie noch immer aufregend. „Ich gehe vor jedem Auftritt noch mal in mich. Wenn man, kurz bevor man rausgeht, schon die Fans schreien und jubeln hört, dann kribbelt es. Sowas wird nicht normal“, sagt sie.

Dafür kann ein Leben als Trainerin und Showtänzerin ganz schön stressig sein. In der Woche trainiert sie mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Tanzschule. Und am Wochenende ist sie auf Achse. Manchmal fährt sie 400 Kilometer für einen einzigen Auftritt. Manchmal gibt es auch mehrere Auftritte an einem Abend, dann fährt sie kreuz und quer durch die Republik. Oder sie geht gleich mit Jürgen Drews auf Tournee. Oder fliegt mit Loona zu Shows in Skandinavien.

Auf der Bühne heißt es dann, 30 bis 50 Minuten lang Vollgas geben. Und ja nichts durcheinanderwerfen, denn jeder Song hat seine eigene Choreographie. Das sei schon mit einem Leistungssport vergleichbar, sagt sie. „Bei Micky-Krause-Shows springt man die ganze Zeit rum. Da muss man seine ganze Power reinlegen. Da ist man nach so einem Auftritt fertig“, sagt sie. Spezielles Ausdauertraining macht sie dafür aber nicht. Sie tanze eben mehr als acht Stunden am Tag, das reiche, um fit zu sein.

Weit herumgekommen

Als Tänzerin ist Franzi Wollitz jedenfalls schon ganz schön rumgekommen. An welchen Auftritt sie sich am liebsten zurückerinnert, kann sie aus dem Stegreif gar nicht sagen. Zu viele schöne Erinnerung trägt sie mit sich herum. Zum Beispiel an den Auftritt mit Jürgen Drews vor einer Million Menschen am Silvesterabend am Brandenburger Tor in Berlin. Oder an die Show von Micky Krause, dem „König der Partyszene“, bei Oberhausen Olé. Oder an den Dreh zu Loonas Musikvideo zum Song „Vamos a la Playa“. Auch dass sie am Rande von großen Auftritten immer wieder in Kontakt zu großen Stars der internationalen Musikszene kommt, begeistert sie. Zuletzt traf sie zum Beispiel den französischen Star-DJ David Guetta und den amerikanischen Sänger Jason Derulo. „Die waren super nett. Da hat man dann auch mal die Zeit ein Selfie mit denen zu machen“, sagt sie.

Bei der Weltmeisterschaft

Dass sie dabei auf der Bühne nie im Mittelpunkt steht, macht ihr nichts aus. Als Trainerin sei sie ja oft genug die Frau, die sagt, wo es lang geht. Zum Beispiel bei ihrer Tanzgruppe Bee-Hive. Und das mit Erfolg: Die jungen Tänzerinnen haben sich für die Weltmeisterschaft im Hip-Hop-Tanz, die im Oktober in Österreich stattfindet, qualifiziert. Bei einer Hip-Hop-Weltmeisterschaft hat Franzi Wollitz auch schon mit ihrer Tanzpartnerin teilgenommen. Das war 2014, damals wurde sie Westdeutsche Meisterin und Deutsche Vizemeisterin.

Bei all den Erfolgen hat Franzi Wollitz immer noch große Ziele. „Mein größter Traum ist es, einmal für Beyoncé zu tanzen“, sagt sie. Vor Kurzum sei sie noch bei einem Konzert der US-Sängerin gewesen. „Das war eine Mega-Show“, sagt sie.

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