Fraktion Die Linke im Hückelhovener Rat ist geplatzt

Von: Rainer Herwartz
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Hückelhoven. „Es bringt insgesamt Unruhe, es ist ja nie schön, wenn eine Fraktion platzt“, meint Joschi Bücken. Doch genau das ist nun der Linken-Fraktion im Hückelhovener Stadtrat passiert.

Dirk Kraut hat nach eigenem Bekunden bereits den Bürgermeister Bernd Jansen am 3. April darüber informiert: „Aus unüberwindlichen Differenzen habe ich die Fraktion verlassen, das habe ich so mitgeteilt“, sagt er jetzt auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung.

Kraut bildete gemeinsam mit Boris London die Zwei-Mann-Fraktion im Rat. Allerdings nur London ist Mitglied bei den Linken. Und genau da scheint wohl am Ende die Ursache für besagte Differenzen gelegen zu haben. Mehr dazu sagen möchte Kraut allerdings nicht. „Ich bleibe weiter parteilos im Rat, ich bin ein Einzelkämpfer.“ Es sei eine „bestimmte Art von Unabhängigkeit“, die er beibehalten möchte, sagt Kraut.

Genau diese Unabhängigkeit war den Linken offenbar ein Dorn im Auge. „Herr Kraut trat 2014 an uns heran, als politisch aktiver Mensch, welcher sich mit der Arbeit der Linken identifizierte, und wollte in die Partei eintreten“, äußert sich Die Linke mit ihrem Vorsitzenden Joschi Bücken in einer Stellungnahme. Wie „aus dem Nichts“ sei er aufgetaucht, erklärt Bücken. „Auf sein Versprechen hin unter Zeugen, in die Partei Die Linke einzutreten, bekam Herr Kraut einen Ratslistenplatz und zog letztendlich in den Stadtrat mit unserer Fraktion Die Linke ein.“

Warum Die Linke hierzu auf einen parteilosen Bewerber zurückgreifen musste, erklärt Bücken damit, dass er selbst aus zeitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen sei, das Mandat zu übernehmen. Andere Aspiranten standen in den eigenen Reihen wohl ebenfalls nicht zur Verfügung.

Vergeblich sei mehrfach der Dialog mit Kraut gesucht worden, auch um ihn an sein Versprechen zu erinnern, in die Partei einzutreten. Vergeblich. „Herr Kraut weigert sich und ist bis heute kein Mitglied der Partei. Kraut wurde leider zum Selbstdarsteller,“ meint Bücken. Zeitweise habe er sogar eine Facebook-Seite betrieben, die sich Die Linke nannte, obwohl er ja gar nicht in der Partei sei. Erst auf Intervention habe er dies eingestellt. Derlei nicht abgestimmte Alleingänge seien nicht mehr tragbar gewesen. An welche er da noch denkt, dazu äußert sich Bücken nicht weiter. „Die Partei müsse sich ihm beugen, hat er gedacht. Er hat da wohl etwas falsch verstanden.“

Aus diesen Gründen sei eine weitere Zusammenarbeit mit Dirk Kraut nicht möglich gewesen. „Wir sind persönlich über dieses Verhalten sehr enttäuscht. Den Ratssitz , welchen Herr Kraut für sich als Parteiloser beansprucht, haben die Wähler der Partei Die Linke mit ihrem Vertrauensvorschuss erwirkt, um ihre Interessen zu vertreten. Dies ist jetzt jedoch nicht mehr möglich.“

Und wie geht es jetzt für Die Linke in Hückelhoven weiter? Die Partei und deren verbliebenes Ratsmitglied seien stets bemüht, „konstruktiv, respektvoll und sachlich mit anderen Ratsmitgliedern und deren Faktionen zu arbeiten. Persönliche Angriffe haben dort nichts zu suchen“, ließ die Partei verlauten. „Alle Entscheidungen und Beschlüsse werden im Vorfeld mit den Mitgliedern der Fraktion und des Ortsverbandes besprochen, um den Bürgern und unseren Wählern gerecht zu werden“, steht in der offiziellen Stellungnahme zu lesen. Und zudem noch: „Politische Alleingänge gibt es nicht.“

Naja, leider jetzt irgendwie schon ein wenig, denn schließlich gibt es ja gar keine Fraktion Die Linke mehr im Rat der Stadt Hückelhoven, sondern nur noch zwei Einzelkämpfer.

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