Waldfeucht-Haaren - Fotoprojekt: Plastik, Glas und Aluminium im Sucher

Fotoprojekt: Plastik, Glas und Aluminium im Sucher

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
9503429.jpg
Außergewöhnliches Fotoprojekt: Dietmund Bellinghausen hat wilden Müll im Wald im Sucher. Foto: Daniel Gerhards

Waldfeucht-Haaren. Wenn Dietmund Bellinghausen im Wald spazieren geht, dann achtet er ganz besonders auf Dinge, die die meisten Leute am liebsten gar nicht sehen würden. Sein Blick fällt sofort auf Müll: Getränkedosen, Zigarettenschachteln und Kaffeebecher, die achtlos weggeworfen worden sind. Sie sind auch für Bellinghausen ein Ärgernis. Aber für ihn sind sie noch mehr: Fotomotive.

Bellinghausen, 63 Jahre, der seit dem vergangenen Jahr Rentner ist, macht ein Fotoprojekt mit dem Titel „Müll im Wald“. Die dabei entstandenen Bilder stellt er ab Dienstag kommender Woche in der Buchhandlung Gollenstede in Heinsberg aus.

Bellinghausen sagt von sich selbst, dass er ein sehr naturverbundener Mensch sei. Er sei oft in Waldfeucht, Wassenberg und zwischen Kirchhoven und Haaren in der Natur unterwegs. Deshalb will er das Problem des wilden Mülls in der Natur thematisieren. „Es tut weh, wenn man durch den Wald geht und sieht, was dort alles herumliegt“, sagt er. Es gehe ihm dabei nicht um den „erhobenen Zeigefinger“, sondern darum, an Verbraucher und Hersteller zu appellieren, besser mit der Natur umzugehen.

Bellinghausen hat weniger die wilden Müllkippen, wo zentnerweise Müll abgeladen wird, im Blick. Er hat meist kleine Dinge fotografiert. Also Müll, den jeder bei einer Wanderung oder Radtour hätte mit zurücknehmen können. Sein Eindruck: „Die Leute nehmen Getränke und Snacks mit in den Wald. Und wenn die Verpackungen leer sind, werfen sie sie einfach weg“, sagt er. Nehme man all die kleinen Verpackungen, Becher und Glasflaschen, die in deutschen Wäldern liegen, zusammen, komme man sicher auf mehrere Tonnen Müll, meint er.

Nicht nachbearbeitet

Aber es sind eben nicht nur kleine Dinge aus Pappe, Plastik oder Papier, die er fotografiert. Eins seiner Bilder zeigt zum Beispiel einen kaputten Motorradhelm, der mitten im Wald liegt. Wichtig ist Bellingshausen, dass er den Müll so fotografiert, wie er ihn gefunden hat. Er legt ihn sich also nicht eigens zurecht. „Es handelt sich nicht um besonders gestaltete Bilder. Und die Fotos sind auch nicht digital nachbearbeitet“, sagt er. Seine eigene Note bringe er lediglich durch die Perspektive, aus der fotografiert, ins Spiel. Die Bilder überträgt er für die Ausstellung in großem Format auf verschiedene Materialien, zum Beispiel Leinwand, Acryl oder Poster-Papier.

Auch wenn der wilde Müll Bellinghausen ein Dorn im Auge ist, räumt er ihn nicht weg, nachdem er fotografiert hat: „Dann müsste ich jedes Mal mit einem großen Müllbeutel durch den Wald laufen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert