Flyer informiert über Stolpersteine

Von: Helmut Wichlatz
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Stolpersteine erinnern auch vor dem Eingang des Kaufhauses Martini in der Erkelenzer City an Opfer des Nationalsozialismus. Wissenswertes darüber ist nun in einer Informationsbroschüre zusammengestellt, die von den Machern und dem Arbeitskreis der Gemeinschaftshauptschule jetzt vorgestellt wurde. Foto: H. Wichlatz

Erkelenz. Im Straßenbild muss man schon genau hinschauen, um sie zu entdecken: 35 der sogenannten Stolpersteine sind vor bestimmten Gebäuden in die Gehwegplatten der Stadt eingebracht. Dort erinnern sie an die jüdischen Mitbürger, die dort gelebt haben, bevor der Rassenwahn der Nazis ihnen zum Verhängnis wurde.

Die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig findet man zum Beispiel am Eingang des Kaufhauses Martini oder vor dem Familie-Harf-Haus an der Südpromenade.

Die dortige Verlegung der Gedenksteine wurde durch das Engagement der Schüler der Gemeinschaftshauptschule ermöglicht. Das Engagement der Schüler für die Erinnerung an dieses düstere Kapitel der Stadtgeschichte reicht bis in das Jahr 1996 zurück. Im Rahmen der Themenreihe „Gewalt, Krieg, Tod“ nahm man sich zuerst der Soldatengräber auf dem alten Friedhof an der Brückstraße an. Dann übernahmen die Schüler die Pflege des jüdischen Friedhofes an der Neusser Straße und haben mittlerweile die Patenschaft übernommen. Darüber hinaus richtet die Schule seit 2006 die Gedenkfeiern zur Reichspogromnacht am 9. November auf dem Friedhof aus.

Unterstützung fanden die Schüler bei Hubert Rütten vom Heimatverein. Er hatte schon früh mit der Erforschung der jüdischen Geschichte in Erkelenz begonnen. Die Ergebnisse sind in einem Band der Schriftenreihe des Heimatvereins dokumentiert. „Die Arbeit der Schüler ist beeindruckend“, betonte er jetzt bei einem Treffen in Mensa der Gemeinschaftshauptschule. „Ich kenne keine Schule im Stadtgebiet, an der das Thema so konsequent und nachhaltig erforscht wurde.“

Der Heimatverein hatte sich früh bereiterklärt, die Verlegung der Stolpersteine finanziell zu unterstützen. Da dies aber aufgrund der hohen Spendenbereitschaft der Erkelenzer nicht nötig war, hatte man sich entschlossen, eine Informationsbroschüre über die Stolpersteine in Erkelenz und die Menschen, an die sie erinnern sollen, herauszubringen und der Schule zur Verfügung zu stellen.

Auch der Vorsitzende des Heimatvereins der Erkelenzer Lande, Günther Merkens, dankte stellvertretend dem Lehrer Josef Adams für das Engagement der Schule. Christoph Stolzenberger von der Kultur GmbH hatte an der Entstehung des Flyers mitgewirkt. Er sprach von einem „Dokument der Schande“, von dem aber eine Botschaft ausgehe. Die Geschichte der Menschen, die in dem Flyer erwähnt werden, war „lange verschollen“. Durch ihre Arbeit hätten die Schüler dazu beigetragen, dass man sich ihrer wieder erinnern könne.

Josef Adams betonte, dass die Arbeitsgemeinschaft der Schüler und Lehrer auch nach seiner bevorstehenden Pensionierung weitermachen werde. Der Flyer wird von der Gemeinschaftshauptschule auch anderen Schulen zur Verfügung gestellt, die sich mit dem Thema befassen.

Erhältlich ist er in der Gemeinschaftshauptschule und nebenan in der Geschäftsstelle des Heimatvereins über der Stadtbücherei an der Gasthausstraße.

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