Flüchtlingszahlen: Zurück zur Normalität

Von: Ingo Kalauz
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Hückelhoven. Die Lage normalisiert sich: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind der Stadt bisher lediglich 37 neue Flüchtlinge zugewiesen worden.

In Hückelhoven leben damit derzeit 747 Flüchtlinge – Ende des vergangenen Jahres waren es noch 763. „Der leichte Rückgang der Flüchtlingszahlen ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass in den letzten Monaten viele Flüchtlinge aus den Balkanstaaten, in erster Linie Albaner, freiwillig ausgereist sind“, sagte der Leiter des Sozialamtes der Stadt, Thorsten de Haas. Für den Juli seien der Stadt allerdings neue Zuweisungen angekündigt.

Rund 900.000 Euro hat die Stadt im vergangenen Jahr nach Abzug aller Zuwendungen aus eigener Kraft für die Unterbringung von Flüchtlingen aufbringen müssen. Insgesamt wurden rund 2,8 Millionen Euro für die Versorgung der Flüchtlinge im Haushalt 2015 ausgewiesen, rund 1,9 Millionen Euro steuerte das Land an Zuweisungen dazu bei.

Für die Unterbringung der Flüchtlingsfamilien hat die Stadt zurzeit insgesamt 101 Wohnungen, 26 städtische und 75 angemietete, in Benutzung, sechs Wohnungen davon sind noch nicht belegt – man will sie als Polster für die mögliche Zuweisung von Familien im kommenden Monat vorhalten. „Die weitere Anmietung von Wohnraum wurde vorübergehend ausgesetzt“, sagte de Haas.

Auch das trägt zur Entlastung des Postens „Flüchtlingshilfe“ und damit zur Wiederherstellung fiskalischer „Normalität“ im Haushalt 2016 bei.

Neben den Wohnungen, in denen die Flüchtlingsfamilien untergebracht werden, unterhält die Stadt augenblicklich sechs Wohnheime zur Unterbringung von „alleinreisenden jungen Männern“, wie das im Amtsdeutsch heißt.

Am Kaphof in Hilfarth sind 50 Männer untergebracht; das ehemalige Ledigenheim an der Schaufenberger Straße in Millich bietet Platz für 70 Männer; in der ehemaligen Sauna am Friedrichsplatz1/Sophiastraße 19 in Hückelhoven können maximal 55 Flüchtlinge wohnen; das Haus der Begegnung an der Königsberger Straße 34 in Ratheim hat bis zu 30 Plätze; im ehemaligen evangelischen Jugendheim an der Weiherstaße 37 in Schaufenberg ist Platz für 20 „alleinreisende jungen Männer“; und das Haus an der Ottostraße 15 in Baal bietet derzeit bis zu 50 Plätze.

Auf dem Höhepunkt der Zuweisung von Flüchtlingen Mitte des vergangenen Jahres hatte die Stadt auf dem Jugendzeltplatz Brachelen eine provisorische Unterkunft eingerichtet. Durch die zwischenzeitliche Entspannung konnte diese Unterkunft Ende April wieder aufgelöst, also Normalität hergestellt werden.

Aufgeteilt in Wohngemeinschaften gelang es, die dortigen Bewohner fast alle in Wohnungen in Brachelen unterzubringen. „Das hatten“, so Thorsten de Haas, „die Bewohner selbst und die dortigen Flüchtlingshelfer eindringlich gewünscht.“ Die Wohnungen wurden von den Helfern zusammen mit den Flüchtlingen eigenhändig instand gesetzt und renoviert.

Die Pause in den Zuweisungen wurde auch genutzt, um Überbelegungen in einigen Unterkünften durch Verlegung einzelner Personen oder Familien abzubauen. In einigen Fällen konnten Flüchtlinge in private Mietverhältnisse vermittelt werden – ein weiteres Stückchen Normalität für die, die nicht nur ihre Heimat verloren haben. Die Ausstattung dieser Wohnungen mit Mobiliar erfolgt weitgehend über Spenden. „Die Spendenbereitschaft unserer Bevölkerung ist weiter beachtlich hoch“, sagte der Sozialamtsleiter.

Thorsten de Haas und die Mitarbeiter im Sozialamt nutzen die Zeit bis zum möglichen Wiedereinsetzen der Zuweisungen dazu, verwaltungstechnische Aufgaben, die in den vergangenen Monaten wegen des hohen Zuweisungsdruckes zurückgestellt werden mussten, nachzuholen. Auch im Amt kehrt langsam wieder Normalität ein.

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