Flüchtlingshilfe: Viele Helfer und riesige Mengen an Kleidung

Von: Anna Petra Thomas
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Unglaubliche Mengen an Bekleidung, Wäsche, Schuhen, Spielzeug und vielem anderen Nützlichen mehr für die Flüchtlinge gaben die Menschen in der neuen Kleiderkammer der Heinsberger Tafel ab. Foto: Anna Petra Thomas
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Das ist allein der Berg an Schuhen, über den auch Kurt Kornmesser, stellvertretender Vorsitzender der Heinsberger Tafel, nur staunen konnte.
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Montag waren die Mitarbeiter des Bauhofs damit beschäftigt, einen Zaun um die neue Flüchtlingsunterkunft in Heinsberg zu errichten.

Heinsberg. „So erstaunt war ich schon lange nicht mehr!“, sagte Juliane Reiter. Eigentlich engagiert sie sich als Küsterin für die evangelische Christuskirche. Montag aber sprang sie spontan bei der Heinsberger Tafel ein, wie viele andere Menschen übrigens auch.

Viele Bürger aus Heinsberg und aus anderen Orten kamen nämlich am Montag, um dem Aufruf der Tafel folgend ihre Kleiderspenden für die rund 150 neuen Flüchtlinge abzugeben, die Dienstagnachmittag in der neuen Notunterkunft in Heinsberg erwartet werden.

Einige blieben dann aber auch gleich um zu helfen, damit es etwas schneller ging beim Ausladen der Fahrzeuge. Diese stauten sich zeitweise sogar auf der Erzbischof-Philipp-Straße, weil der Parkplatz der Tafel völlig überlastet war. Von dort wurde alles einfach durch ein offenes Fenster gereicht. Es folgte eine grobe Vorsortierung nach Kleidung, Wäsche, Schuhen oder Spielzeug. Auf Tischen von Zeltgarnituren machten sich die fleißigen Ehrenamtler dann ans Werk, die Bekleidung nach Geschlechtern und Größen zu sortieren.

„Gigantisch! Die Resonanz ist überwältigend“, sagte Pfarrer Sebastian Walde nach dem ersten Sammeltermin am Mittag. Weil viele Berufstätige den Termin am Morgen nicht wahrnehmen konnten, hatten Ehrenamtler schon am Sonntag in einer Garage fast eine Tonne an Bekleidung und mehr für die Flüchtlinge, aber auch alle anderen bedürftigen Menschen gesammelt.

Bürger aus allen Altersgruppen beteiligten sich an der riesigen Aktion. „Das zeigt, dass die Bevölkerung dem ‚Problem‘ nicht nur mit Ablehnung und Angst begegnet, sondern bereit ist, zu helfen“, freute sich Walde. „Jetzt stehen wir allerdings als Kirche und Tafel vor der großen Herausforderung, die Flut der Spenden auch zu bewältigen.“

Daher ruft die Heinsberger Tafel alle, die weiterhin helfen möchten, dazu auf, in der neuen Kleiderkammer beim Sortieren der Spenden zu helfen, damit die Kleiderkammer möglichst schnell geöffnet werden kann. Alle, die dabei helfen wollen, sollten am heutigen Dienstag, 18. August, in der Zeit zwischen 14 und 18 Uhr zur Tafel an der Erzbischof-Philipp-Straße 18 kommen.

Kleiderständer benötigt

Benötigt werden jetzt vor allem Kleiderbügel und Kleiderständer, darüber hinaus aber auch Kartons oder gar Regale, die stabil sind, sich aber auch schnell und einfach aufbauen lassen.

Einem zusätzlichen Aufruf im Internet folgend, spendeten viele Menschen neben gebrauchter Bekleidung auch schon sogenannte Hygienebeutel, fertig gepackt mit Rasierzeug oder Duschgel und beschriftet für Mann, Frau oder Kind.

Die Idee dazu wurde von einer Flüchtlingsinitiative aus Bremen übernommen. Auch solche Hygienebeutel können Mittwoch wieder in der Tafel abgegeben werden.

Während in den Räumen der Tafel also Montag fleißig sortiert wurde, waren die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs an den Turnhallen an der Westpromenade mit den letzten „Bauarbeiten“ für die neue Notunterkunft beschäftigt. In den Turnhallen wurde ein Schutzbelag fertiggestellt, auf dem dann die Betten aufgestellt wurden.

Draußen wurde ein Zaun rund um die Hallen und einen Teil des dahinter liegenden Schulhofs errichtet und dann mit weißem Tuch als Sichtschutz bespannt. Eine großes Zelt für die Essensausgabe wurde errichtet und zusätzliche Toilettenhäuschen aufgestellt.

Bei einer Besprechung im Rathaus sprach Bürgermeister Wolfgang Dieder eindrucksvolle Dankesworte: „Ich bin sehr stolz darauf, wie Heinsberg auf die Situation reagiert hat“, erklärte er. Sozialamtsleiter Wolfgang Paulus erläuterte den Ablauf nach der Ankunft der Flüchtlinge. Nach einer ersten Verpflegung erhalten sie einen Ausweis und werden ärztlich untersucht.

Gesucht werden von der Stadt derzeit noch volljährige Ehrenamtler für die Spielgruppe. Anmeldung bei Eva Schoenmakers-Houben, Telefon 02452/14-179. Wer sich anderweitig engagieren möchte, kann ab Mittwoch mit Thomas Franken, dem Leiter der Unterkunft, Kontakt aufnehmen, Telefon 02452/14-370.

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