Wegberg-Arsbeck - Flüchtlinge: Stadt schlägt Alternative vor

Flüchtlinge: Stadt schlägt Alternative vor

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
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Große Beteiligung: Die Unterbringung von Flüchtlingen ist ein Thema, das auch die Bürger in Klinkum und Tüschenbroich bewegt. Foto: Baltes

Wegberg-Arsbeck. Die eigentliche Überraschung gab es erst zum Ende der Veranstaltung, und am Anfang ging es hoch her mit emotionsgeladenen Wortbeiträgen, unterbrochen von aufgeregten Zwischenrufen.

In das Forum der Grundschule Arsbeck hatte die Stadt Wegberg eingeladen, um die Bürger über die geplante Unterbringung von 48 Flüchtlingen in der ehemaligen Grundschule Klinkum und 52 Flüchtlingen im Haus Janske in Tüschenbroich zu informieren. Rund 150 Bürger nutzten die Gelegenheit, um ihrem Ärger Luft zu machen, Fragen zu stellen oder Anregungen einzubringen.

Bürgermeister Michael Stock und die Erste Beigeordnete der Stadt Wegberg, Christine Karneth, bemühten sich, die Diskussion zu versachlichen, erklärten geduldig immer wieder Zusammenhänge, finanzielle Rahmenbedingungen und gesetzliche Verpflichtungen.

Natürlich gab es auch Teilnehmer, die Menschlichkeit anmahnten und an moralische Verpflichtungen erinnerten. In ruhigerem Fahrwasser war dann Platz für Hilferufe, Nöte und Ängste der Anwohner. Immer wieder wurden Nachfragen zur Betreuung der Flüchtlinge gestellt, Hilfe und Begleitung sowohl für Flüchtlinge als auch Anwohner gefordert. Deutlich wurde aber auch: Gerade in Tüschenbroich ist die Angst groß, Flüchtlinge in dieser Anzahl nicht integrieren zu können. „Tüschenbroich hat 250 Einwohner und demnächst 50 Fremde mitten im Ort“, gab ein Anwohner zu bedenken.

Die Überraschung kam zum Schluss. Christine Karneth hatte zu Beginn der Veranstaltung in vagen Worten von zu prüfenden Alternativen gesprochen, die eine Belegung in Klinkum entbehrlich machen und auch die Zahl der Plätze in Tüschenbroich deutlich reduzieren könnte. Bürgermeister Michael Stock wurde gegen Ende der Veranstaltung deutlicher: Die Verwaltung prüfe derzeit den Vorschlag, Wohnmobilheime auf dem Areal des Flüchtlingsheimes in Arsbeck, Nordstraße, aufzustellen. „Wohnmobilheime sind größer als Wohnmobile und kleiner als ein Haus, definitiv teurer als die Lösungen in Klinkum und Tüschenbroich – aber günstiger als Container.“ Über diese Möglichkeit wird der Rat in seiner Sitzung am 12. Mai beraten. Wenn die Wohnmobilheim-Lösung eine Mehrheit findet, wäre die Grundschule Klinkum raus aus den Überlegungen, Haus Janske dagegen brauche die Stadt definitiv für 20 bis 30 Plätze.

Der Vorschlag der Wohnmobilheime war bereits in der Sonderratssitzung Mitte April von der CDU-Fraktion zur Diskussion gestellt worden, aber mit Hinweis auf die finanzielle Lage der Stadt dort nicht weiterverfolgt worden. Die CDU-Fraktion hatte anschließend der Unterbringung von Flüchtlingen in Klinkum und Tüschenbroich nicht zugestimmt.

Weil „Klinkum bevorzugt“ werde, machte sich Unruhe in den Reihen der Tüschenbroicher breit. Die Bedingungen in der Grundschule seien ungleich schlechter, führte Christine Karneth aus. Die naturgemäß großen Klassenräume müssten bis zu zwölf Personen belegt werden. In Tüschenbroich dagegen sei eine Belegung mit 4 bis 6 Personen möglich, außerdem gebe es ein Waschbecken in jedem Raum und – das sei ganz wichtig – auch Aufenthaltsräume.

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