Flüchtlinge machen Fahrräder fit für die Straße

Von: Daniel Gerhards
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Sie machen gespendete Räder fit für die Straße: Arno Holzem (l.) und Wilfried Louis (r.) bekommen Unterstützung von Evans Atete aus Nigeria, der in der Flüchtlingsunterkunft lebt. Fotos (4): Gerhards Foto: Gerhards

Waldfeucht-Haaren. Sie soll der vorerst letzte Baustein sein, mit dem der Aktionskreis Flüchtlingshilfe seine Aufgabenliste komplettieren will: Am Donnerstag ist eine Fahrradwerkstatt in der Flüchtlingsunterkunft Am Heidchen in Haaren an den Start gegangen.

Wilfried Louis und Arno Holzem haben sich in einem kleinen Kellerraum ihre Werkstatt eingerichtet. Dort wollen sie nun Fahrräder reparieren und gespendete Drahtesel wieder fit für die Straße machen.

Nötig sei die Fahrradwerkstatt auch, weil die Helfer vom Aktionskreis festgestellt hatten, dass viele Räder die vor der Unterkunft parkten, in einem desolaten Zustand gewesen seien, sagt Alwin Meisberger vom Aktionskreis. „Wir wollen dafür sorgen, dass die Leute sicher unterwegs sind“, sagt er.

Das ist nun der Job von Louis und Holzem. Ihre Arbeit ist wichtig, weil das Fahrrad den Flüchtlingen etwas Mobilität ermöglicht. Damit können zur Gemeindeverwaltung, zum Einkaufen oder zu Sprachkursen fahren.

In diesem Sinne passt die Fahrradwerkstatt genau in das Profil, das sich der im November gegründete Aktionskreis gegeben hat: Sein Ziel ist, sich den Problemen der Flüchtlinge anzunehmen, sie zu begleiten, zu unterstützen und ihnen etwas Deutsch beizubringen. „Es soll eine Willkommensatmosphäre entstehen“, sagt Meisberger.

Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen ist heilfroh, dass das Engagement der Flüchtlingshelfer so groß ist: „Die Gemeinde kann nur die Grundversorgung leisten. Dann setzt die Arbeit des Aktionskreises an“, sagt er. Aktuell leben 160 Flüchtlinge in der Gemeinde, 100 davon in der Unterkunft Am Heidchen, 40 in der alten Schule in Bocket und 20 in der alten Schule in Braunsrath.

Derzeit richtet die Gemeinde Wohncontainer für 150 weitere Flüchtlinge her. Sie stehen hinter der Unterkunft in Haaren und sollen laut Schrammen dazu dienen, flexibel auf die Zahl ankommender Flüchtlinge reagieren zu können. „Wir wissen nicht wie viele kommen und wann sie kommen“, sagt er.

So oder so wird noch eine Menge Arbeit auf die Ehrenamtler des Aktionskreises zukommen. Wilfried Louis und Arno Holzem sind jedenfalls voller Tatendrang. Ihre Fahrradwerkstatt wollen sie nun immer donnerstags und freitags öffnen. Louis ist Rentner, war einmal Mechaniker und suchte eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Holzem ist zweiradbegeistert und hat jede Menge Spaß am Schrauben. Bei ihnen greift ein Rädchen ins andere.

Und einen ersten Helfer haben sie auch schon gefunden: Evans Atete aus Nigeria lebt in der Unterkunft, er will beim Reparieren und Aufarbeiten der Fahrräder helfen.

Dass die Werkstatt direkt in der Flüchtlingsunterkunft einen Platz hat, sei „ideal“: „Wenn sich einmal herumgesprochen hat, dass wir hier sind, dann wird sich die Werkstatt sicher zu einem sozialen Treffpunkt entwickeln“, sagt Louis. So könne man in Kontakt kommen und mehr über die Bedürfnisse der Flüchtlinge erfahren.

Wichtig ist den Helfern noch zu betonen, dass die Flüchtlinge nur ein Fahrrad kostenlos bekommen, für jedes weitere müssen sie zahlen. Außerdem müssen sie ein Schloss für das Rad haben. „Es muss eine Wertschätzung für das Fahrrad da sein“, sagt Louis.

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