Flüchtlinge können pflanzen, pflegen, ernten

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Ein Beet zum Naschen: Spaß beim Pflanzen hatten vor allem die Kinder, aber auch die pakistanischen Gärtner, von links Hasran Nawaz und Ahmed Mukhtar sowie Robert Seidl, Gaure Hassan und Irmgard Stieding.

Wassenberg. Ob aus Pakistan, dem Iran, Syrien oder Wassenberg – beim Gärtnern sprechen alle die gleiche Sprache. Mit Spaten, Harke, Schaufel und Gießkanne waren Vertreter des Flüchtlingsnetzwerks Wassenberg und Bewohner des Flüchtlingsheims in Birgelen, Ossenbrucher Weg, mit Begeisterung dabei, als es darum ging, vor Ort ein Gemüse- und Kräuterbeet anzulegen.

Sie arbeiteten Hand in Hand, gemeinsam überlegte man, in welchem Hochbeet welche Gewächse eingepflanzt werden sollten und vor allem, wie.

Die Kinder schleppten Gießwasser herbei und alle packten mit an, um Schnittlauch, Oregano, Petersilie, Salat, rote Beete, Kohlrabi und Porree in die Erde zu bringen. Auch Johannisbeersträucher und Erdbeeren waren mit von der Partie.

„Wir haben eine bunte Mischung aus Gemüsen, Kräutern und Beeren zusammengestellt, damit für jeden etwas dabei ist“, sagt Irmgard Stieding vom Flüchtlingsnetzwerk Wassenberg. Sie hatte die Idee zu dem Garten, formulierte daraus ein Konzept, reichte es beim Wettbewerb des Heinsberger Rotary Clubs ein und erhielt eine Prämie über 1000 Euro.

Wer Irmgard Stieding kennt, weiß, jetzt wird nicht lang gefackelt, jetzt wird das Projekt sofort umgesetzt.

Sie erkundigte sich bei der Stadt nach einem geeigneten Stück Land, das selbstverständlich in unmittelbarer Nähe des Flüchtlingsheims sein sollte, damit die Asylbewerber problemlos ihren Garten pflegen, bearbeiten und die Früchte ernten können. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit entschied man sich für Hochbeete. Kurzerhand wurden fünf schwere Betonringe angeschafft und neben dem Parkplatz vor dem Flüchtlingsheim platziert. Der Wassenberger Bauhof befüllte die Hochbeete mit 20 Kubikmetern vorgedüngtem Mutterboden.

Schnittlauchsuppe

„Wenn die Asylbewerber Lust haben, können sie demnächst auch typische Kräuter und Pflanzen aus ihrer Region anpflanzen“, sagt Irmgard Stieding.

Aus ihrer Region? Wie klein die Welt ist, wurde deutlich, als sich Ahmed Mukhtar und Hasran Nawaz, aus Pakistan, daran machten, das Schnittlauchbeet zu bepflanzen. „Das ist gut“, freuten sie sich, „das kennen wir, daraus machen wir eine leckere Suppe.“

In circa sechs Wochen können die ersten Salate geerntet werden. Die roten Johannisbeeren vernaschten die Kinder schon gleich beim Pflanzen.

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