Flüchtlinge in die alte Schule?

Von: mb
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Wegberg. 114 asylbegehrende Ausländer leben derzeit in der Stadt Wegberg. Sie sind in der ehemaligen Kaserne an der Nordstraße 100 und in Gerichhausen untergebracht. Fast wöchentlich werden der Stadt Wegberg weitere Personen vom Land zugewiesen.

Aufgrund der internationalen Situation sei nicht davon auszugehen, dass sich das kurzfristig ändert, wurde nun im Wegberger Stadtrat deutlich. Die Stadt Wegberg muss zusätzliche Plätze schaffen.

Fragen zur Berechnung

Neben der Bereitstellung von Wohncontainern auf dem Gelände der Nordstraße 100 würde sich die Nutzung leer stehender städtischer Immobilien anbieten. Die einzige städtische Immobilie, die derzeit nicht genutzt wird und für eine Unterbringung in Frage käme, ist das Gebäude der ehemaligen Grundschule im Ortsteil Klinkum. Begehungen ergaben, dass das Gebäude mit begrenztem Aufwand für diese Nutzung hergerichtet werden könnte. Auf etwa 150 000 Euro belaufen sich die Gesamtkosten nach Ermittlung des Fachbereiches Gebäudewirtschaft. Die Container schlagen dagegen je nach Zeitraum der Nutzung mit 225 000 bis 438 000 Euro zu Buche.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Monika Broy erinnerte daran, dass seinerzeit bei Schließung der Grundschule von einem Sanierungsaufwand in Millionenhöhe geredet worden sei. Diese Diskrepanz in den Beträgen sei nicht nachvollziehbar. Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Gellissen sprach von „unklarer, völlig veränderter Berechnung“. Fachbereichsleiter Hans Josef Schreurs erklärte, dass die Kosten unterschiedlich seien aufgrund gänzlich verschiedener Ansprüche. „Die damals geplante Sanierung hätte einem Neubau entsprochen, jetzt würden wir lediglich das Erdgeschoss ertüchtigen.“

Durchweg alle Fraktionen sahen die Notwendigkeit, offene Fragen zu klären, und lieferten erste Vorschläge. Das Leverkusener Modell (Unterbringung von Flüchtlingen in Privatwohnungen) brachte Nicole von den Driesch (AfW) ins Gespräch. Wohnungen auf dem freien Markt sollten eruiert werden, bezüglich des Geländes in Petersholz solle Kontakt mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben aufgenommen werden. Da die Kapazitäten für die Aufnahme von Asylbegehrenden bis zum Jahresende voraussichtlich ausreichen (rechnerisch können noch 34 Personen untergebracht werden), einigte der Rat sich darauf, dieses Thema – ergänzt um die Vorschläge aus der Ratssitzung – im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Vergaben (BUV) Ende Oktober erneut zu beraten.

Wichtiges Anliegen

Die Erste Beigeordnete der Stadt Wegberg, Christine Karneth, stellte noch einmal klar, dass die Grundschule Klinkum nicht wegen des enormen Sanierungsbedarfes geschlossen worden sei, sondern allein wegen rückläufiger Schülerzahlen. Wegen der Wichtigkeit des Anliegens will die Verwaltung ungewöhnliche Wege gehen und bittet alle Wohnungseigentümer, die leerstehende Wohnungen an Asylbewerber vergeben können, sich bei Birgit Foitzik (Telefon 02436/2931) oder Fachbereichsleiter Gerd Pint (Telefon 02434/83501) zu melden.

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