Wegberg-Beeck - Flachsmuseum: Ausstellung zeigt Tauferinnerungen

Flachsmuseum: Ausstellung zeigt Tauferinnerungen

Von: Monika Baltes
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Generationen- und grenzübergreifende Ausstellung: Anka Franken aus Mönchengladbach und Klara Blass aus Aachen vor einer Vitrine mit einem Taufkleid. Foto: Monika Baltes

Wegberg-Beeck. Wieder einmal hat sich das Flachsmuseum als kostbare Schatzkammer herausgeputzt. Die Ausstellung „Das erste Fest im Leben – Taufe ganz in Spitze“ zeigt in beeindruckender Vielfalt die filigrane Schönheit von Taufkleidung.

Taufkleider, aufwendige Taufdecken und Kissen, zarte Häubchen, winzige Hemdchen mit kleinen Ärmeln und feinen schmalen Spitzenrändern zeugen von der großen Liebe und Sorgfalt, mit denen die Aussteuer für den Täufling bereitet wurde.

Die Taufbekleidung wurde oft Jahrhunderte lang von Generation zu Generation vererbt. Durch prächtige Stickerei mit dem jeweiligen Namenszug des Täuflings kann ein Taufkleid zu einem einzigartigen Familienstück werden.

Seit dem vierten Jahrhundert ist der Brauch in der katholischen Kirche überliefert, dem gerade getauften Säugling das Taufkleid anzulegen. „Und auch heute gibt es noch Täuflinge mit einem alten Taufkleid aus Familienbesitz“, weiß Pfarrer Theo Wolber von der Katholischen Kirchengemeinde St. Martin Wegberg zu berichten.

Die Sammlungen von Marianne Stang und Anneliese Wienands sowie Einzelstücke aus Museumsbeständen und Privatbesitz dokumentieren im Beecker Flachsmuseum die Entwicklung, Bräuche und Traditionen rund um die Taufe. Zahlreiche Taufkleider aus Beecker Familien sind ebenfalls zu bewundern. „In früheren Jahren wurde die gesamte Ausstattung für Säuglinge aus Leinen hergestellt, was dann in späteren Zeiten durch Baumwolle oder Seide ersetzt wurde. Somit schließt sich der Kreis, warum wir gerade im Flachsmuseum ausstellen“, erklärte Marianne Stang aus Übach, Spitzenexpertin, Autorin und ehemalige Vorsitzende des Deutschen Klöppelverbandes.

Mit ihrer Schwester Anneliese Wienands war sie bei der Vorbereitung der Ausstellung nicht nur mit den wertvollen Exponaten angereist, sondern auch mit Bügelbrett und Bügeleisen. Liebevoll und faltenfrei sind die Prachtstücke in den Vitrinen dekoriert. Eine „große Hilfe“ seien dabei Ingeborg Theissen, Anni Schmitz und Jeanne Geysen gewesen, betonte Stang. Die Schwestern erwiesen sich als wahre Expertinnen rund um das Thema Taufe und beantworteten geduldig die Fragen der zur Ausstellungseröffnung zahlreich angereisten Besucher. Bei der Frage nach ihrem eigenen Lieblingsstück schmunzelte Marianne Stang und wies mit einer ausladenden Handbewegung in den Ausstellungsraum: „Jedes einzelne Teil

ist ein Lieblingsstück!“ Georg Wimmers, Vorstandsmitglied des Heimatvereins Wegberg-Beeck, hatte die Besucher musikalisch begrüßt. Mit dem Song „Apfelbäumchen“ von Reinhard Mey brachte er das erste Fest im Leben, die Taufe, auf den Punkt. Mit „Mein Kind, welch ein Geschenk!“ stimmte er auf die Ausstellung ein. Die Ausstellung ist bis zum März 2015 während der Museumsöffnungszeiten sonntags von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Für Gruppen ab zehn Personen werden gerne auch andere Termine mit Kaffee und Kuchen oder Rheinischer Kaffeetafel angeboten, Telefon 0152/37805636.

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