Fischlehrpfad Eifel-Rur: Landrat übernimmt Schirmherrschaft

Von: Anna Petra Thomas
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Der feierliche Moment ist gekommen: Der neue Fischlehrpfad Eifel-Rur wird seiner Bestimmung übergeben, die Tafeln enthüllt. Fotos/Repros: Anna Petra Thomas
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Vom Parkplatz an der Rurbrücke in Orsbeck erstreckt sich der Fischlehrpfad Eifel-Rur über elf Stationen.

Wassenberg. „Ich wusste gar nicht, was da alles für Fische drin sitzen!“ Immer noch staunend berichtete Bürgermeister Manfred Winkens denen, die in Orsbeck ebenfalls auf die Eröffnung des neuen Fischlehrpfads Eifel-Rur warteten, von den Eindrücken seiner jüngsten Radtour.

Zwischen dem Parkplatz an der Rurbrücke in Orsbeck und dem Steg über die Rur zwischen Karken und Ophoven hatte auch er mehrfach haltgemacht, um die Fotos und Texte zu den jeweiligen Arten, die in der Rur leben, zu studieren.

Realisiert hat den Lehrpfad die Jugendgruppe des Sportanglervereins Effeld. Wer dem Pfad folgen möchte, kann das ab sofort tun, auf Wassenberger Seite entweder flussab- oder flussaufwärts, denn an den beiden Endpunkten steht jeweils eine Tafel, die in die Thematik einführt und viel Wissenswertes über den gesamten Fluss vermittelt. Dazwischen befinden sich über die Strecke verteilt insgesamt elf Schilder mit jeweils zwei Informationstafeln, auf denen je eine oder auch zwei Fischarten beschrieben sind.

Nach der Begrüßung der Gäste aus Politik und Wirtschaft, aus befreundeten Angelvereinen und aus Schulen durch den Vereinsvorsitzenden Jakob Meyer erläuterte Jugendleiter Christian Moj ihnen den Werdegang des Projekts. 69 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren würden derzeit in der Jugendgruppe von sieben Betreuern begleitet. Ziel dabei sei nicht nur, die jungen Vereinsmitglieder an eine waidgerechte, nachhaltige Fischerei heranzuführen und den Castingsport zu födern. Wichtig sei insbesondere, die nächste Generation auf die fachgerechte Hege und Pflege unserer stehenden und fließenden Gewässer vorzubereiten. Zahlreiche Naturschutzprojekte seien so in der Vergangenheit bereits realisiert worden.

Die Frage vieler Spaziergänger an der Rur, ob im Fluss überhaupt noch Fische drin seien, habe ihn dann auf die Idee des Lehrpfads gebracht. „Anfangs scheute ich noch die hohen Kosten und den hohen behördlichen Aufwand“, so Moj. „Aber als die Jugendgruppe selbst dieses Projekt aus verschiedenen Vorschlägen im Jahr 2013 auswählte, war der Lehrpfad schon fast errichtet“, schmunzelte er in die Gästerunde.

In den Wintermonaten wurden die Dateien erstellt. Im Frühjahr 2014 stellte der Jugendbetreuer sein Vorhaben dem Wasserverband Eifel-Rur als Grundstückseigentümer vor und stieß auf Begeisterung. Es folgten Präsentationen bei der Unteren Landschaftsbehörde, bei Wasser- und Fischereibehörde, wo es galt, Genehmigungen für den Aufbau der Schilder in einem Landschaftsschutzgebiet einzuholen. „Es wurden Zeichnungen für die Ständerwerke erstellt, Kostenvoranschläge eingeholt, Fischerei-Rechtsinhaber und –pächter informiert, viele mögliche Sponsoren angeschrieben und auch einige gefunden“, so Moj weiter.

Rund 8500 Euro wurden für die Realisierung benötigt. Unternehmen unterstützten das Projekt ebenso wie Angelvereine und der Rheinische Fischereiverband oder die HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung. Nachdem die Finanzierung gesichert war, konnten die Ständerwerke für die Beschilderung in Auftrag gegeben und die Alu-Dibond-Platten bedruckt werden. Diese wurden dann zusammen mit den Jugendlichen auf pulverbeschichtete, schwarze Stahlplatten aufgeschraubt und zusätzlich mit Acrylglasplatten geschützt.

43 heimische Fischarten sind aktuell in der Rur und in ihren Altarmen zu Hause, weiß Moj. 29 davon sind auf den Tafeln erläutert. Mit dabei sind nicht nur bekannte Namen wie Rotauge oder Karpfen, sondern auch Aland, Alve, Döbel oder Hasel. Für jede Fischart erfährt der interessierte Leser dort den deutschen, den wissenschaftlichen und den niederländischen Namen. Fotos zeigen häufig ein junges und ein ausgewachsenes Tier. Hinzu kommen Informationen über Erkennungsmerkmale, Größe, Lebensweise und Laichzeit. Und wer ganz genau hinschaut, kann demnächst dann auch den dreistacheligen vom neunstacheligen Stichling unterscheiden.

Nicht allein die Tatsache, dass er früher selbst einmal Angler war, hatte Landrat Stephan Pusch schnell überzeugt, die Schirmherrschaft für dieses Projekt zu übernehmen. Das Angeln habe sich seit dieser Zeit stark gewandelt, erklärte er in seinem Grußwort. Heute stehe alles Handeln von Angeln im Einklang mit der Natur. „Der umfassende, pädagogische Ansatz dieses Projekts ist ein gutes Beispiel dafür“, so der Landrat. Zugleich werte es den Ruruferweg auf, der zu einem Premium-Radwanderweg werden solle. Diesen dann auch weiter Richtung Niederlande ausbauen zu können, war der Wunsch des Bürgermeisters.

„Ob mit dem Fahrrad oder zu Fuß – es lohnt sich bestimmt!“, versprach der Vorsitzende zum Schluss. „In diesem Sinne getreu dem Motto: „In der Natur, mit der Natur und für die Natur.“

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