Finanzamt künftig wieder an einem Standort

Von: André Schaefer
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Die Umzugskartons stehen bereit: Amtsleiterin Dagmar Andernach-Lürken (l.), die beiden Mitarbeiter Anja Hansen (2.v.l.) und Werner Winkens (r.) sowie Geschäftsstellenleiter Thomas Gatzen freuen sich über die Fertigstellung des Neubaus. Foto: André Schaefer
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Eine Menge Arbeit für die Mitarbeiter der Spedition: Mehr als 64 000 Akten sind vom Umzug betroffen. Foto: André Schaefer

Erkelenz. Es sieht nach einem ganz normalen Tag im Finanzamt Erkelenz aus. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls beim Betreten des Hauptgebäudes in der Südpromenade 37. Während der Pförtner freundlich grüßt, ziehen in der Eingangshalle die ersten Besucher des Tages ihre Wartenummern. Nichts Ungewöhnliches. Doch dass sich zur gleichen Zeit im Hintergrund des üblichen Publikumsverkehrs einer der größten organisatorischen Vorgänge der Erkelenzer Finanzamts-Geschichte abspielt, ahnt niemand der Handvoll Besucher.

Es ist ein Mammutprojekt, das die Mitarbeiter der Erkelenzer Finanzbehörde da in diesen Tagen vor der Brust haben. Denn mit dem Umzug der beiden Finanzamt-Nebenstellen in den 1500 Quadratmeter großen Neubau, der mit dem bestehenden Hauptgebäude verbunden ist, wechseln in dieser Woche nicht nur rund 70 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.

Auch das komplette Büroinventar mit mehr als 1000 Möbelstücken findet an der Südpromenade sein neues Zuhause. Und als wäre dies nicht schon genug an logistischer Herausforderung, werden auch noch 64.000 Akten ins neue Archiv transportiert. „Der organisatorische Aufwand ist enorm. Der Betrieb muss ja trotz des Umzugs weiter gehen“, weiß auch Amtsleiterin Dagmar Andernach-Lürken. „Doch bislang läuft alles nach Plan“, fügt sie hinzu.

Kein Tisch ohne Markierung

Der große, schon vor Monaten vorbereitete Aufwand hat indes auch etwas Nützliches: Erstmals seit 42 Jahren arbeiten die insgesamt 180 Mitarbeiter der Erkelenzer Finanzbehörde künftig nach dem vollständigen Umzug wieder gemeinsam an einem Standort.

Denn seit 1972 ist der geschäftliche Betrieb des Amts auf zwei weitere Nebenstellen in der Südpromenade 15 und im Gebäude des Amtsgerichts aufgeteilt. „Wir werden demnächst deutlich kürzere Wege haben. Und darüber hinaus freuen wir uns über ein neues kollegiales Gemeinschaftsgefühl unter einem gemeinsamen Dach“, sagt Geschäftsstellenleiter Thomas Gatzen.

Am Freitag soll der Umzug im Groben abgeschlossen sein. Bis dahin gilt es, den Großteil des Umzugsgutes mit Hilfe einiger Schrägaufzüge aus den beiden Nebenstellen herauszuholen. „Wir haben auf Grund der baulichen Besonderheiten in den beiden Nebenstellen keine andere Möglichkeit“, betont Gatzen.

Damit der Zeitplan eingehalten wird, hat der Geschäftsstellenleiter mit seinem Team in den vergangenen Monaten einiges an Vorkehrungen getroffen. „So ein großer Umzug mit mehr als 60.000 Akten ist auch für uns eine neue Herausforderung. Schließlich zieht ein Finanzamt nicht jedes Jahr um“, sagt Gatzen.

Ein Rundgang durch die teils bereits leerstehenden Nebengebäude verrät, dass der Umzug bis ins Detail geplant ist. Ganz in bester Behördenmanier steht kein einziger Tisch ohne entsprechende Markierung zur Abholung bereit. „Mithilfe verschiedener Nummern und Farben wissen die Mitarbeiter der Spedition, welches Möbelstück wohin kommt“, erklärt Andernach-Lürken.

Auch Besucher sollen profitieren

Doch die größte Herausforderung – man ahnt es – stellen die tonnenschweren Akten dar. Jede Akte hat einen fest zugeordneten Platz im neuen Archiv. „Wir nutzen diesen Umzug auch, um unser bestehendes Ablagesystem im Archiv mit der Einführung eines neuen Regalsystems zu optimieren“, erklärt die Amtsleiterin.

Das Tempo ist in diesen Tagen ähnlich hoch wie beim Gesamtbau des neuen Behördengebäudes, das innerhalb von nur neun Monaten fertiggestellt werden konnte. „Der milde Winter hat dafür gesorgt, dass der Umzug nun eher als ursprünglich gedacht vollzogen werden kann“, sagt Gatzen.

Vom gesamten Umbau sollen in Zukunft allerdings nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Besucher des Finanzamts profitieren. Noch für den kommenden Herbst sind Modernisierungsmaßnahmen im Foyer des Bestandsgebäudes vorgesehen. Eine neue Wartezone samt Infotheke soll dann dafür sorgen, dass sich auch die Besucher ein Stück wohler fühlen als in den vergangenen Jahren.

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