Filmtage öffnen sich zunehmend dem Digitalen

Von: Helmut Wichlatz
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Wo sonst riesige Filmrollen und Vorführmaschinen die Szene beherrschten, ist jetzt bei den Filmtagen Ralph Olbrich für die digitale Projektion zuständig. Foto: Koenigs
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Hoher Besuch: von li. Prof. Christiane Vaeßen, Generalkonsulin (NL), Filialdirektor Leo Görtz von der Kreissparkasse, Gisela Münzenberg-Wiers, Norbert Mehmke, Vorsitzender des Bundesverbandes Jugend und Film, Nicolaas Buyck, Generalkonsul (B) und stellvertretender Bürgermeister Dieter Geitner. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Bei den Filmtagen in der Aula stehen auch immer Kurzfilme auf dem Programm. In diesem Jahr war das Team von JuBa Films aus Aachen mit seinen Kurzfilmen dabei. Am Samstag gaben sich drei der vier jungen Filmemacher und Tänzer die Ehre und besuchten das Filmfest.

Sie stellten dabei nicht nur ihre neuesten Produktionen vor, mit denen sie vor allem auf dem Internetportal Youtube große Erfolge feiern. Vielmehr stellten sie auch ihr tänzerisches Können live unter Beweis. Denn von Hause aus sind Julien Bam, Michael Hilli und Gong Bao Breakdancer. Mit von der Partie ist noch Vincent Lee, der jedoch in Hückelhoven nicht dabei war. Kennengelernt haben sie sich durch das Tanzen und die Hip-Hop-Kultur. Für die Hückelhovener Filmtage empfohlen hatten sie sich durch ihre Teilnahme am euregionalen Filmfest in Aachen, wo sie für ihren Kurzfilm „With a peace of chalk“ ausgezeichnet worden waren.

Rasant und professionell

Mit der frischen Mischung aus Comedy, Tanz und Action brachte JuBa Films das Feeling von MTV und Power Rangers nach Hückelhoven. „An denen ging kein Weg vorbei“, erklärte die Organisatorin der Filmtage, Gisela Münzenberg-Wiers. Mit JuBa Films präsentierte sie Vertreter eines rasanten und dabei äußerst professionellen Filmverständnisses. Die Kurzfilme überzeugten durch ihre professionelle und technisch ausgereifte Darstellung. Die Handlungen wurden angesichts der spektakulären tänzerischen Umsetzung fast zur Nebensache. Die Filme wurden zumeist in und um Aachen gedreht und sind die Ergebnisse spontaner und kreativer Zusammenarbeit.

„Die meisten Ideen setzen wir erst während des Drehs um“, erklärte Julien Bam. Dabei werden immer wieder Einflüsse von Anime und Manga oder den Kampfchoreografien des Jacky Chan aufgenommen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Und den Film „With a peace of chalk“ wollten bei Youtube bisher über drei Millionen Menschen sehen.

Die neuen Medien und sozialen Netzwerke sind noch das Verbreitungsmedium für JuBa. „Wir versuchen, aus unserem Hobby einen Beruf zu machen, mit dem wir Geld für unser Hobby verdienen können“, erläuterte Michael Hilli. Daher würden auch Auftragsproduktionen von Firmen angenommen.

Der Perfektionismus hat natürlich seinen Preis. Was in den Filmen später so leicht und geradezu einfach aussieht, ist das Ergebnis harter und langer Arbeit. Monatelang arbeiten und feilen sie an ihren Filmen, bis sie fertig sind. „Am Ende finden wir unsere eigenen Sachen nicht mehr lustig“, räumt Gong Bao ein.

Das Publikum tat es, wie man an den Reaktionen in der Aula sehen konnte. Die Filme erzählten schnelle kleine Geschichten, in denen es rund ging. Mit Tanz, rasanten Schnitten und einigem an Special Effects zogen sie das Publikum in ihren Bann. Zu den Filmen gab es natürlich wie im Fernsehen üblich ein paar „Making ofs“ zu mit lustigen Outtakes und Einblicken in die Arbeitsweise der Filmemacher.

Eine Premiere

Eine Premiere auf den Filmtagen: das Videotagebuch von der Reise nach Singapur, in dem die Eindrücke kreativ und in einer schnellen Folge von Szenen spontan festgehalten werden. Das kennt man normalerweise nur von den Musiksendern, und die lustigen Protagonisten heißen Justin Bieber oder Miley Cyrus. Dass ihre Werke natürlich nicht dem einstmals eisernen 35-Millimeter-Gebot genügten, ist klar.

Die Hückelhovener Filmtage öffnen sich immer mehr dem Digitalen. Das gute alte Vorführgerät, das die Organisatoren in den 70ern gebraucht in Münster gekauft haben, wird kurz über lang der modernen Technik weichen müssen. Auch das Angebot wird zukünftig jungen und alternativen Produktionen aus der Grenzregion eine Möglichkeit geben.

„Wir bleiben uns treu und gehen mit der Zeit“, fasste Gisela Münzenberger-Wiers die beeindruckende Entwicklung der Filmtage zusammen, die mit 42 Jahren zu den ältesten Filmfesten in ganz Europa gehören.

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