Filmtage locken Cineasten nach Hückelhoven

Von: Helmut Wichlatz
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Engagiertes Team hinter den Kulissen: Ohne Cineasten wie Christoph Benesch läuft auf den Hückelhovener Filmtagen nichts. Foto: Lenz

Hückelhoven. Film ab: Ab Freitag, 15. November, dreht sich bei den 42. Hückelhovener Filmtagen wieder alles um das Medium mit den bewegten Bildern. Und das gleich in zwei Sprachen, denn die Teilnehmer und Beiträge des ältesten Jugendfilmfests Europas stammen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland.

Gisela Münzenberg-Wiers und ihr Team stellen stets ein vielseitiges Programm aus abendfüllenden und Kurzfilmen zusammen und sprechen damit seit vier Jahrzehnten das junge Publikum aus den drei Ländern an. Ziel der Filmtage ist es, das Verständnis für andere Kulturformen und künstlerische Ausdrucksformen junger Erwachsener durch das Medium Film zu vermitteln. Dabei wird gleichzeitig ein Einblick in den aktuellen Stand des filmischen Schaffens in den drei Ländern gegeben. Die Teilnehmer werden in und um Hückelhoven untergebracht. Bei den Treffen in der Aula haben alle ausgiebig Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen und auszutauschen. Intention der Veranstalter: So werden Vorurteile abgebaut und das gegenseitige Verständnis gefördert.

Fragen und Antworten

Im Laufe der Jahre haben sich die Filmtage zu einer Plattform für neue und teilweise auch experimentelle Filme entwickelt. Wert wird darauf gelegt, dass auch die Filmschaffenden die Filmtage besuchen und sich den Fragen der Teilnehmer stellen.

Mit JuBa Films ist diesmal auch ein junges Filmteam aus der Region dabei. Die vier jungen Filmemacher aus Aachen haben sich ganz dem rasanten, kreativen und vor allem tanzlastigen Kurzfilm verschrieben. JuBa sind Julien Bam, Gong Bao und Michael „Hilli“ Hildebrandt. Unterstützt werden die drei Aachener von Vincent Lee aus Wesseling.

Bei den Hückelhovener Filmtagen werden sie unter anderem am Freitag, 15. November, um 20 Uhr mit ihrem Kurzfilm „Eye oft he Panda“ vertreten sein. Am Samstag präsentieren sie im Rahmen des Kurzfilmprogramms auch die Filme „More than Bread“, „With a peace of chalk“ und andere Kurzfilme. Mit ihren Filmen versuchen die vier, durch das Ausdrucksmittel des Tanzes eine Geschichte zu erzählen. Daher lassen es sich die Tänzer und Filmemacher auch nicht nehmen, live eine Showeinlage zu ihres Könnens zu geben. Die Filmvorführungen sind kostenlos, und auch nicht angemeldete Besucher sind willkommen.

Anschauen und diskutieren

In den Filmen werden auch kritische Themen angepackt, wie zum Beispiel in dem niederländischen Beitrag „Snackbar“, in dem es um junge Immigranten geht, die zwar in den Niederlanden geboren wurden, sich aber in ihrem Heimatland fremd fühlen: Alis Imbiss in einem Rotterdamer Vorort wird für sie dabei zu einem zweiten Zuhause. Der Film ist „hart, tragisch, wild und unvorhersehbar wie das Leben“, heißt es im Programmheft.

Im deutschen Beitrag „Oh boy“ geht es um die Orientierungsphase eines jungen Studenten in Berlin, dessen Leben völlig neue Wendungen nimmt, nachdem er eine ehemalige Mitschülerin trifft. Der ebenfalls aus Deutschland stammende Film „Fraktus“ erzählt die Geschichte einer fiktiven Elektropop-Band, die nach Jahren in der Versenkung an ihrem Comeback feilt. Der Film von Lars Jessen erregte in Cineastenkreisen im vorigen Jahr einiges Aufsehen und ist mit Künstlern wie Rocko Scha-moni und Heinz Strunk durchaus populär besetzt. Alle Filme werden in ihrer Originalsprache mit Untertiteln gezeigt.

Nach den Filmen treffen sich die Teilnehmer zur Diskussion und zum Austausch. Wenn es am Sonntag nach Hause geht, haben sie einige Stunden Zelluloid und zwei zumeist schlaflose Nächte hinter sich. Trotzdem oder gerade deshalb kommen viele der Jugendlichen gerne wieder zu den Hückelhovener Filmtagen. Die Organisatorin Gisela Münzenberg-Wiers hat selbst als Schülerin und Teilnehmerin Blut geleckt und ist seitdem dabei.

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