Heinsberg - Feuerwehr probt den Ernstfall

Feuerwehr probt den Ernstfall

Von: defi
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Im ehemaligen Kesselhaus des Industrieparks Oberbruch probten Mitglieder der Heinsberger Feuerwehr den Ernstfall: die Rettung zweier Arbeiter nach einem Betriebsunfall. Foto: defi

Heinsberg. Bis auf das fehlende „Tatütata“ verlief die große Übung der Feuerwehr auf dem Gelände des Industrieparks Oberbruch unter realistischen Einsatzbedingungen. Auf zwei Tage war die Übung von der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Heinsberg angesetzt. Insgesamt 40 Wehrleute aus den Löschzügen der Stadt probten unter der Leitung von Brandinspektor Heinrich Jopen und unter den wachsamen Blicken vom Leiter der Heinsberger Feuerwehr, Ralf Wählen, den Ernstfall.

Schweißtreibender Höhepunkt der Übung war ein angenommener Unfall im Kesselhaus aufgrund einer Betriebsstörung. Zwei verletzte Arbeiter mussten in den riesigen Hallen geborgen werden. Gleichzeitig galt es, ein Feuer zu löschen. Menschenrettung und Brandbekämpfung waren die zu lösenden Aufgaben. Zwei Dummys, jeder 75 Kilo schwer, hatte die Einsatzleitung im zweiten Stockwerk des Kesselhauses, wo der Unfall mit Brand- und Rauchentwicklung simuliert wurde, versteckt.

Zweiter Stock, ohne Aufzug – und irgendwie muss das Löschwasser an den Einsatzort. Die „Wasserquelle“ im Industriepark ist schnell gefunden – „Wasser marsch“ durch die Schläuche, die den Umfang eines Gartenschlauchs um ein Vielfaches überschreiten.

Entsprechend ist das Gewicht der langen Schlauchverbindungen, welche die Feuerwehrleute an den Brandherd im zweiten Stock befördern müssen. Vor der Eisentür zum Brandherd halten sie kurz inne, die Tür könnte höllisch heiß sein. Die Vorhut, ein Zwei-Mann-Trupp, arbeitet sich unter Atemschutz – mit der „Wasserspritze“ – bewaffnet langsam in die Hallen des Kesselhauses vor. Irgendwo hinter Kessel 3 wird ein verletzter Arbeiter vermutet. Der andere Verletzte soll hinter einem Kessel eine Ebene höher liegen. Die Kameraden schieben den schweren Wasserschlauch über zwei Etagen nach, während sich die Frontmannschaft durch das Gewirr der Gänge und Ebenen vorankämpft.

Die Atemluft aus den Pressluftflaschen wird langsam knapp. Die Dinger beginnen zu pfeifen wie ein Wasserkessel. Doch der Dummy wird gefunden, geborgen und zwei Stockwerke ­hinab in Sicherheit transportiert. Der zweite Trupp wird ebenfalls fündig und rettet den zweiten „Arbeiter“. Der zweite Trupp hatte sich den Weg zurück durch das Labyrinth des Kesselhauses mit dem Ariadnefaden, einem Seil am Ende des Wasserschlauchs, gesichert – die Sicht wäre im Ernstfall aufgrund des Brandrauchs sehr eingeschränkt gewesen.

Brandinspektor Heinrich Jopen: „Das Übungsziel wurde absolut erreicht in einem solch großen Gelände. Gut organisiert und strukturiert, konnten Menschenrettung und Wasserversorgung optimal durchgeführt werden.“ Der Malteser Hilfsdienst übernahm die rettungsdienstliche Betreuung des Übungseinsatzes.

Eine Unterweisung über die ­Einsatzgefahren aus dem Bereich Strom erhielten die Heinsberger Feuerwehrleute während dieser zweitägigen Übung von der Firma Alliander.

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