Feuerwehr macht Spaß, wie vor 50 Jahren

Von: Anna Petra Thomas
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Viel los bei der Jubiläumsparty der Wassenberger Jugendfeuerwehr: Kinder und Eltern des Birgelener Kindergartens hatten knapp 60 kleine Feuerwehrautos gebastelt. Foto: anna
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In der Cafeteria gab‘s sogar ein Feuerwehrauto als Kuchen, mit Rädern aus Lakritz-Schnecke. Foto: anna
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Die Jugend des THW demonstrierte, wie sich ein Lkw mithilfe von Luftkissen anheben lässt. Foto: anna
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„Hier steht die Zukunft!“, freute sich Schirmherr Rainer Wild (2.v.l.), nachdem er am Schluss seiner Rede alle Mitglieder der Wassenberger Jugendfeuerwehr ans Rednerpult gebeten hatte.

Wassenberg. „Hendrik, stopp! Ohne Helm geht nix!“ Vor lauter Aufregung hat der ganz junge Kollege im Team des Technischen Hilfswerks (THW) doch glatt vergessen, seinen leuchtend gelben Helm aufzusetzen. Jetzt sitzt er perfekt und trotz strömenden Regens lässt es sich die Jugend des Ortsverbands Hückelhoven im THW nicht nehmen, ihre Fertigkeiten vorzuführen.

 Mittels Luftkissen heben sie einen Lkw an und könnten so im Falle des Falles einen Menschen retten, der unter einem Reifen eingeklemmt ist.

Neben dem THW aus Hückelhoven hatten am vergangenen Samstag auch viele weitere Feuerwehreinheiten und Hilfsorganisationen rund ums Wassenberger Rathaus Halt gemacht, um mit einem kleinen eigenen Programm zum Jubiläumsfest der Wassenberger Jugendfeuerwehr beizutragen: die Messeinheit, die Feuerwehrtaucher und die Drehleiter der Stadt Heinsberg sowie die Malteser. Darüber hinaus waren auch die Awacs-Feuerwehr, die JVA Heinsberg mit ihrem Shop und einige Oldtimer vor Ort.

Natürlich hätte sich Miriam Caron-Brack, stellvertretende Stadtjugendfeuerwehrwartin, als Organisatorin des Festes eher gewünscht, zur Begrüßung in strahlendem Sonnenschein vor der Feuerwehrhalle hinter dem Rathaus zu großem Publikum zu sprechen. Doch da machte ihr der verregnete Samstag einen Strich durch die Rechnung. Der guten Stimmung der dennoch zahlreich in der Halle und unter großen Schirmen versammelten Besucher tat dies jedoch keinen Abbruch, wenn das geplante Menschenkicker-Turnier auch abgesagt werden musste.

„Die Feuerwehr hat keine Angst vor Wasser“, formulierte dies treffend Bürgermeister Manfred Winkens als erster Gastredner des Festes. Dass der aktuelle Nachwuchs der Feuerwehr treu bleibe, war sein größter Wunsch. „Wir brauchen Euch!“, betonte Winkens. „Und ich bin mächtig stolz auf Euch!“ Gerade bei den Unwettern der vergangenen Tage und Wochen habe sich wieder gezeigt, wie wichtig eine Einrichtung wie die Feuerwehr sei.

Schirmherr Rainer Wild, ehemaliger Kreisjugendfeuerwehrwart, erinnerte an Hans Caron, der die Stadtjugendfeuerwehr 1966 ins Leben gerufen habe. Dann wiederholte er den Wahlspruch, den er den jungen Feuerwehrleuten auch in ihre Festschrift geschrieben hatte: „Jugend ist Zukunft, ohne Jugend keine Zukunft.“

Bei der Feuerwehrjugend stehe nicht nur das Ausrollen von Schläuchen im Vordergrund, er betonte vor allem die soziale Komponente dieser Jugendarbeit. Dann rief er alle anwesenden der rund 30 Mitglieder der Wassenberger Jugendfeuerwehr zu sich ans Rednerpult. „Hier steht die Zukunft!“, freute er sich. Dem jüngsten Mädchen, Nina Lehnen (11), und dem jüngsten Jungen, Leon Dombrowski (10), beide aus Effeld, übergab er dann sein persönliches Geldgeschenk, das der Jugendarbeit der Wassenberger Feuerwehr zugutekommen wird.

Die Birgelener Feuerwehr habe vor 50 Jahren den Mut gehabt, eine Jugendgruppe zu gründen, berichtet Kreisjugendfeuerwehrwart Willi Welfens in der Festschrift. „Es war die erste Jugendfeuerwehr im damaligen Kreis Geilenkirchen-Heinsberg.“ Nur die Jugendfeuerwehr in Lövenich, damals im Kreis Erkelenz gegründet, sei älter. Zwischen 1968 und 1990 gründeten sich Jugendfeuerwehren auch in den übrigen Stadtteilen Ophoven, Orsbeck, Effeld, Wassenberg und Myhl. Erste gemeinsame Übungsnachmittage gab es bereits ab 1982.

„Es freut mich, dass in der heutigen Zeit in jeder Gemeinde des Kreises Heinsberg eine Jugendfeuerwehr mit mindestens einer Gruppe besteht.“ Und mit der Blaulicht-AG in der Birgelener Grundschule habe die Löschgruppe Birgelen ebenfalls Pionierarbeit geleistet. Und dass sich in Birgelen auch schon die ganz Kleinen für die Feuerwehr begeistern lassen, zeigte eine Ausstellung mit knapp 60, von den Kindern und Eltern im katholischen Kindergarten gefertigten Feuerwehrmodelen aus Recycling-Materialien.

Da passt das Resümee, das NRW-Innenminister Ralf Jäger in seinem Grußwort für die Festschrift zieht: „Aus der Geschichte, die Ihre Chronik erzählt, wird eines deutlich: Es macht Spaß, Mitglied Ihrer Jugendfeuerwehr zu sein. Das war vor 50 Jahren so, und das ist auch noch heute so.“

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