Wassenberg-Orsbeck - Feuerwehr: Ärger um das zweite Orsbecker Löschfahrzeug

Feuerwehr: Ärger um das zweite Orsbecker Löschfahrzeug

Von: Daniel Gerhards
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Ein Löschfahrzeug weniger: Die Löschgruppe Orsbeck musste eines ihrer Fahrzeuge abgeben. Das sorgt für Unverständnis und Frust. Foto: Daniel Gerhards

Wassenberg-Orsbeck. Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Orsbeck hat scharfe Kritik an Stadtverwaltung und Wassenberger Wehrleitung geübt. Hintergrund ist, dass die Löschgruppe Orsbeck eines ihrer Löschfahrzeuge abgeben musste. Und das stößt beim Vorstand des Fördervereins und offensichtlich auch bei den Mitgliedern der Orsbecker Löschgruppe auf Unverständnis.

„Damit wurde die Ausrüstung der Einheit um die Hälfte reduziert, und dies, ohne die Löschgruppe hierüber angemessen zu informieren“, schreibt der Vorstand des Fördervereins in einer Stellungnahme, die unserer Zeitung vorliegt. Anstelle des Löschfahrzeuges soll es – so will es der neue Brandschutzbedarfsplan – nur noch ein Mannschaftstransportfahrzeug geben. Der Orsbecker Förderverein wirft der Wehrleitung und der Verwaltung vor, die örtliche Feuerwehrbasis „bewusst“ nicht in die Erstellung der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans einbezogen zu haben.

Im Brandschutzbedarfsplan, der kürzlich novelliert worden war, ist festgelegt, dass das Orsbecker Löschfahrzeug nach Ophoven verlegt wird. Dafür hat die Löschgruppe Orsbeck einen gebrauchten Mannschaftstransportwagen bekommen. Dieser Transportwagen könne neun Feuerwehrleute, jedoch kein Löschwasser, keine Atemschutzgeräte und nur begrenzt sonstiges Einsatzmaterial transportieren, teilte der Orsbecker Förderverein mit.

Damit stehen die Orsbecker Wehrleute vor einer neuen Situation. Denn seit 1982 haben sie immer über zwei Löschfahrzeuge verfügt. „Da sich die Rahmenbedingungen nicht verändert haben, stößt die Verlegung auf absolutes Unverständnis“, schreibt der Vorstand des Fördervereins, dessen Vorsitz Matthias Frankowiak hat, der auch Löschgruppenführer der Feuerwehr Orsbeck ist.

Nach Angaben der Stadtverwaltung habe es sich bei dem zweiten Orsbecker Löschfahrzeug allerdings lediglich um ein Reservefahrzeug gehandelt, das beim Ausfall eines Feuerwehrwagens an anderer Stelle eingesetzt worden wäre. Grundsätzlich wolle man aber jede Löschgruppe nur mit einem Fahrzeug ausstatten, um Kosten zu sparen.

In dem vom Stadtrat verabschiedeten Brandschutzbedarfsplan ist nun festgelegt, dass ein altes, reparaturanfälliges Fahrzeug der Löschgruppe Effeld ersetzt werden soll. Also musterte die Stadt das Effelder Löschfahrzeug aus. Dafür bekamen die Effelder Wehrleute das Löschfahrzeug aus Ophoven. Und die Ophovener das zweite Orsbecker Löschfahrzeug, das ja ohnehin nur zur Reserve vorgehalten worden sei. „Das Vorhalten eines Reservefahrzeugs ist weder gesetzlich vorgeschrieben noch erforderlich, da der Feuerwehrleitstelle gemeldete Fahrzeugausfälle über die Alarm- und Ausrückordnung berücksichtigt werden“, teilt Annika Schmitz, Sprecherin der Stadt Wassenberg, mit.

Das Vorgehen der Stadt könnte man so interpretieren: Um Geld zu sparen, möchte die Stadt Reservefahrzeuge loswerden. Nur die Löschgruppe Wassenberg-Mitte verfügt nun über zwei Löschfahrzeuge. Und das hat zur Folge, dass die Orsbecker nun mit nur noch einem Löschfahrzeug dastehen.

Bleibt die Frage nach der Informationspolitik. Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Orsbeck teilt dazu mit, dass ein Mitglied der Löschgruppe eher zufällig in einer Vorlage zu einem städtischen Ausschuss auf die Information gestoßen sei. „Man wurde vor vollendete Tatsachen gestellt“, schreibt der Vorstand.

Die Stadt Wassenberg stellt den Vorgang etwas anders dar. Zunächst habe die Firma, die den Brandschutzbedarfsplan erarbeitet hat, den Entwurf einzelnen Vertretern von Verwaltung und Feuerwehr vorgestellt. „Über den Entwurf wurde zunächst Stillschweigen bewahrt“, teilt Schmitz mit. Das war am 7. Oktober 2016, damals seien Wehrleiter Holger Röthling, der am Mittwoch nicht zu erreichen war, und die Zugführer I und II dabei gewesen, so Schmitz. Der Brandschutzbedarfsplan sei dann noch einmal bei einer Dienstbesprechung am 1. Dezember thematisiert worden. Dazu habe man auch die Löschgruppenführer eingeladen, aus Orsbeck sei aber niemand erschienen. Auch weiteren Einladungen sei die Löschgruppe Orsbeck nicht gefolgt, „so dass eine Erläuterung des Entwurfes des Brandschutzbedarfsplans und Fahrzeugkonzepts nicht möglich war“.

Frust sitzt tief

In Orsbeck ist der Ärger jetzt jedoch groß. Es scheint, als hätten die Feuerwehrleute das Gefühl, dass ihre Arbeit nicht genügend wertgeschätzt wird. „Der Frust sitzt umso tiefer, da die Orsbecker Wehr in den letzten Jahren ihre Mitgliederzahl verdoppelt hat und 1993/94 und 2006/07 zweimal ihr Gerätehaus in kompletter Eigenleitung erweitert hat“, so der Förderverein. Die Stadt habe sich finanziell an den Materialkosten beteiligt. „Wertschätzung gegenüber dem Ehrenamt sieht anders aus“, schreibt der Vorstand.

Eine Konsequenz hat die Löschgruppe nun bereits gezogen: Die freiwillige Beteiligung am Umweltzug haben die Orsbecker beendet.

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