Festlicher Abschluss der Oktavwoche in Ophoven

Von: Anna Petra Thomas
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Bei der Marientracht am Ende der Oktavwoche im Wallfahrtsort Ophoven wird die Statue der Muttergottes durch den Ort getragen und von vielen Pilgern begleitet. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg-Ophoven. „Wir danken Dir, dass wir Dich durch Ophoven tragen durften und dass wir Dich im Herzen tragen dürfen.“ Nachdem die Ophovener Muttergottes zum Abschluss der traditionellen Marientracht durch den kleinen Wallfahrtsort ihren Platz den Pilgern zugewandt im Pfarrgarten gefunden hatte, sprach Thomas Wieners diese Worte zu ihr.

„Ich glaube an die Gemeinschaft mit Gott als Fundament. Bau ich auf ihn?“ war die anschließende Abschlussmesse der diesjährigen Oktavwoche überschrieben, deren Hauptzelebrant der Steyler Missionar Pater Manfred Krause war.

Wegweisend für die Menschen

„Die Kirche, dazu gehören wir, aber das sind wir auch“, erklärte er den Pilgern zu Beginn. „Ich glaube an die heilige Katholische Kirche“, lautet ein Satz im Credo, im Glaubensbekenntis. Diesen stellte Krause in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Wenn man diesen Satz im Deutschen höre, könne er zunächst etwas anmaßend erscheinen, fuhr Krause fort und erklärte dann die Problematik der Übersetzung. „Credo in“ heiße „Ich glaube an“, das „Credo“ ohne Zusatz dagegen „Ich glaube der“.

Die Christen würden also der Katholischen Kirche insofern glauben, als diese für sie eine enge Verbindung zu Christus herstelle. Eine „heilige Kirche“ sei sie allerdings nicht in dem Sinne, dass ihr nur vollkommene Menschen angehören würden, sondern vielmehr dadurch, dass Christus in ihr als einer Gemeinschaft der Sünder lebe. Die Kirche sei auf dem Fundament Gottes gebaut und daher wegweisend für die Menschen.

Zwei Drittel aller katholischen Christen würden derzeit bereits südlich des Äquators leben, fuhr Krause in seiner Betrachtung fort. Zum ersten Mal komme auch ein Papst aus dieser Region, aus Südamerika. „Und an ihm wird sichtbar, dass diese Christen so ganz anders ticken als wir“, sagte er und erklärte dies am aktuellen Beispiel des Heiligen Vaters, der sich gerade erst selbst zum Optiker begeben habe, weil er eine neue Brille benötigt habe. „So stelle ich mir Kirche der Zukunft vor“, sagte Krause.

Das Leben auf Gott gebaut

Aus seiner 20-jährigen Erfahrung als Missionar in Afrika erzählte er dann eine Geschichte aus dem Sudan, wo die Christen zunächst an den Rand ihres Dorfes verbannt und verspottet worden waren und die am schlechtesten zu bewässernden Felder erhalten hatten. Nachdem die Christen den übrigen Feldbesitzern zunächst geholfen hätten, deren Felder zu bewässern und dann erst ihre eigenen, sei auch ihnen Hilfe zuteil geworden. Es seien mehr und mehr Dorfmitglieder zu Christen geworden.

Gott sei kein Gast, er gehöre zu unserer Gesellschaft. „Wie anders will ich ein christliches Fundament bauen, wenn nicht so“, betonte Krause. Und wenn heute hier mehr und mehr Kirchen geschlossen würden, müsse eben mehr Basisarbeit geleistet werden, die Eltern den Glauben an ihre Kinder weitergeben. Da müsse das Kreuz im Haus bleiben ebenso wie die Marienstatue, da gehöre das Gebet vor und nach dem Essen beim täglichen Leben dazu.

Und früher habe man bei Gewitter eine Kerze angezündet und den Rosenkranz gebetet, fügte Krause hinzu. Maria habe Ja gesagt zum Projekt der Erneuerung der Erde, sie habe ihr Leben auf Gott gebaut, schloss der Prediger. „Wir hier können am Ende der Oktavwoche auch ein Ja sprechen, wenn Gott in unserem Leben noch einen Platz hat.“

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