Selfkant-Saeffelen - Ferienfreizeit: Kinder lernen viel mit und auf den Pferden

Ferienfreizeit: Kinder lernen viel mit und auf den Pferden

Von: anna
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An nur drei Nachmittagen studierten die Teilnehmerinnen der Ferienfreizeit im Selfkant ein Musical mit Pferden ein. Foto: Anna Petra Thomas
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Selfkant-Saeffelen. Sie sind die Stars in Hörbüchern, Zeichentrick- und Kinofilmen: die kleine Hexe Bibi und das Mädchen Tina vom Martinshof mit ihren Pferden. Über 80 Hörspielfolgen gibt es inzwischen, und nun sogar ein neues Musical: „Bibi und Tina und das verschwundene Pferd“. Ausgedacht und quasi uraufgeführt haben es die neun Mädchen, die an einer Ferienfreizeit der katholischen Jugendarbeit in der Alten Schule in Höngen teilgenommen haben.

Franz-Josef Stoffels, Leiter der Jugendarbeit, hat sie mitgenommen auf den Hof von Andrea Plümäkers, die in Saeffelen mit ihren drei Therapiepferden arbeitet. Sie ist nicht nur studierte Sozialpädagogin, sondern auch Heilpraktikerin (Psychotherapie) und ausgebildet für die heilpädagogische Förderung mit Pferden.

Es sei ein Versuch gewesen, erzählte Stoffels vor der Aufführung. Ein Versuch, ein ganzes Ferienprojekt gemeinsam mit Kindern und Pferden durchzuführen. Die Idee entstand nicht nur, weil Andrea Plümäkers sich bereits an den letzten drei Zirkusprojekten in den Sommerferien beteiligt hatte, sondern weil sie eine lange Bindung zur Jugendarbeit hat.

„Ich bin quasi in der katholischen Jugendarbeit großgeworden“, sagte sie. Ziele hatte das Projekt, das an vier Nachmittagen stattfand, ganz viele. So ging es den beiden Machern zunächst darum, die Mädchen mit den Pferden in Kontakt zu bringen, ihnen die Bedürfnisse und die Pflege zu erläutern. „Viele Kinder haben heute gar keinen Bezug mehr zu lebenden Tieren“, so Stoffels.

„Sie gehen damit um wie mit einem Handy: Drauf drücken und es funktioniert.“ Doch sehr schnell hätten die Kinder gelernt, dass diese lebenden Wesen keine Kuscheltiere sind und auch ihre Pause brauchen. Schnell fanden sich jeweils drei Kinder zu einem Team für ein Pferd zusammen. Es wurde von ihnen gepflegt. Sie lernten, untereinander verlässlich zu sein, und sie lernten Wertschätzung im Miteinander und im Umgang von Mensch und Tier.

Herausforderungen

Sie übten mit Amor, Flicka und Phönix für ihren großen Auftritt, konnten da ihre Stärken zeigen und mehr noch, sich auch zu probieren an ganz neuen Herausforderungen. Am Ende der gemeinsamen Nachmittage trafen sich die Kinder im Jugendtreff, wo weiter an der Geschichte „gebastelt“ wurde, wo sie ihrer Kreativität gemeinsam Lauf lassen konnten und wo Plakate, Kostüme und natürlich auch Bibis Hexenbesen gleich in mehrfacher Ausführung entstanden. Am Ende war da das kleine Musical, das die Kinder für Eltern, Geschwister und Großeltern aufführten, die sich zahlreich im Pferdestall versammelt hatten.

Vorab zeigten die Kinder noch ein kleines Wettspiel zu Pferd, bei dem es galt, Bälle auf einem Becher zu balancieren und am Ende eines Parcours in einen Behälter zu werfen. Weiter ging es mit Voltigieren, wobei die Kinder zeigen konnten, was sie in der Ferienwoche alles auf dem Rücken der Pferde gelernt hatten. Die Szenerie für das Musical war derweil schon perfekt mit einem gemalten Bühnenbild auf der Wand und einem Gebilde aus Insektenvorhang und Flatterbändern, das sich als Wasserfall entpuppen sollte.

Die eigentliche Geschichte ist schnell erzählt: Bibi und Tini haben Besuch von Sofia aus der Großstadt, die so eitel ist, dass sie sich sogar beim Reiten noch schminkt. Da sie sich so sehr ein eigenes Pferd wünscht, geht sie eines Nachts hin und entführt eines der Pferde vom Martinshof. Hinter einem Wasserfall versteckt sie sich mit Phönix. Immer mehr Bibis und Tinas machen sich zu Pferd und auf Hexenbesen auf die Suche nach Phönix, den sie schließlich hinter dem Wasserfall entdecken und der zum Einhorn verwandelt wieder auf den Hof zurückkehrt.

Integration

Auch im Musical zeigten die Kinder mutige Kunststücke, wie etwa die kleine Anahit (7), die mit ihren Eltern aus Armenien gekommen ist und jetzt im Selfkant eine neue Heimat gefunden hat. Sie machte sich, als Bibi verkleidet, sogar auf dem Pferd stehend auf die Suche nach Phönix und der ebenfalls verschwundenen Sofia. Integration sei ebenfalls ein Thema der Ferienfreizeit gewesen, erzählte Stoffels am Rande. Und eigentlich hätten neben Anahit zwei weitere Flüchtlingskinder an dem Projekt teilnehmen sollen. Sie seien aber inzwischen abgeschoben worden. „Da werden auch Freundschaften zerrissen“, sagte er traurig. Anahit und ihre Familie dürften aber bleiben, da die Mutter eine Ausbildungsstelle gefunden habe.

Dieses Pilotprojekt in den Herbstferien war so erfolgreich, dass für die Sommerferien im kommenden Jahr bei der katholischen Jugendarbeit eine Fortsetzung schon fest eingeplant ist.

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