FDP will jetzt Windräder im Birgeler Wald verhindern

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Birgeler Wald Windräder Collage Foto: D. Gerhards; Montage: H.-G. Classen
Ist das in Zukunft der Ausblick auf den Birgeler Wald? Die Stadt möchte dort jedenfalls eine Konzentrationszone für Windenergie festlegen. Dann könnten die Windräder mitten in den Wald hineingebaut werden – wie unsere Bildcollage veranschaulicht. Foto: D. Gerhards; Montage: H.-G. Classen

Wassenberg/Wegberg. Es könnte ein Licht am Ende des Tunnels sein, das gerade für die Bürgerinitiative aufleuchtet, die den Birgeler Wald vor dem Aufstellen von Windkraftanlagen bewahren möchte. Und die FDP möchte es zum Leuchten bringen.

Zusammen mit dem frisch gewählten Landtagsabgeordneten Stefan Lenzen, dessen niederrheinischen Kollegen und dem Sprecher der FDP-Landtagsfraktion für Energie, Dietmar Brockes, nahm der FDP-Kreisvorsitzende und Direktkandidat für den Bundestag, Dr. Klaus Wagner, an einer von der Bürgerinitiative „Rettet den Birgeler Wald“ organisierten Info-Wanderung zu den geplanten Windenergieanlagen im Waldgebiet um Birgelen und Dalheim teil. Die Stadt Wassenberg plant bekanntlich in der Waldlandschaft, die Teil des Naturparks Maas-Schwalm-Nette ist, den Bau von mehreren Windenenergieanlagen mit einer Höhe von über 200 Metern.

Wagner, der im Wegberger Ortsteil Arsbeck-Büch wohnt, erklärte in dem Zusammenhang: „Natürlich gibt es nachvollziehbare Gründe, die die Stadt Wassenberg veranlasst haben, eine Windvorrangzone auszuweisen – schließlich werden die Kommunen durch die geltende Rechtslage dazu nahezu gezwungen, um eine Verspargelung mit Windrädern in ihrer Gemeinde zu vermeiden. Denn nur mit dem Ausweis von Windvorrangzonen können die Gemeinden einen flächendeckenden Wildwuchs von Windrädern verhindern.“

Diese „merkwürdigen Regelungen“ seien eine Folge der verfehlten Energiepolitik der Rot-Grünen Landesregierung, meint Wagner. „Deshalb habe ich auch ein gewisses Verständnis für die Wassenberger Freien Demokraten, die dem Flächennutzungsplan im Rat zugestimmt haben – sie hatten quasi nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Aber um es klar zu sagen: Aus meiner Sicht ist das hier ist nun wirklich nicht der richtige Ort für eine Windvorrangzone.

Das Vorhaben ist ganz sicher nicht umweltverträglich. Und es ist auch für die für uns im Kreis wichtige Entwicklung des Tourismus ein Hindernis.“ Das Landschaftsbild wäre verschandelt, meint Wagner. Es könne nicht Ziel der Energiewende sein, schützenswerten Raum zu entwerten oder gar zu vernichten. Und ebenso ärgerlich sei, dass die gemeindebezogenen Regelungen zu Missklängen innerhalb der kommunalen Kreisfamilie führten. „Denn die Stadt Wegberg erwägt, gegen die Wassenberger Pläne juristisch vorzugehen.“

Doch nach den Landtagswahlen gebe es jetzt ein wenig Hoffnung, hofft der FDP-Mann. „Vielleicht gelingt es, den Windkrafterlass noch kurzfristig zu ändern. Deshalb werden die Wassenberger Freien Demokraten einen Prüfauftrag in den Stadtrat einbringen. Die Verwaltung soll prüfen, ob es möglich ist, bei der Bezirksregierung zu beantragen, die Entscheidung über die Genehmigung des Flächennutzungsplans vorerst bis zu einer Neufassung der Erlasses auszusetzen.“

Dietmar Brockes meint: „Die Planungen sind ein Beweis für die völlig verkorkste Energiewende. Natur- und Klimaschutz werden gegeneinander ausgespielt. Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen gelingt nur, wenn Natur- und Klimaschutz als Einheit gedacht werden. Wer Wald zerstört, um Industrieanlagen in Naturparks zu errichten, der kann nicht glaubhaft von Klimaschutz sprechen.“

Auch Stefan Lenzen, neu gewählter FDP-Landtagsabgeordneter für den Kreis Heinsberg, hofft, dass der Politikwechsel im Land den Birgeler Urwald noch retten kann. „Versprechen zu machen ist fehl am Platz, aber die Hoffnung bleibt, dass ein neuer Windkrafterlass den Wald noch retten kann.“ Windkraft an sich sei richtig und Teil eines Energiemixes. „Beim Ausbau der Windkraft dürfen aber ökonomische Vernunft, Naturschutz und der Schutz der Anwohner nicht beiseite gelegt werden.“ Als erste Hürde muss nun der Prüfauftrag der FDP den Wassenberger Rat passieren.

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