Erkelenz-Lövenich - Familienfreundlicher Karneval für Lövenicher Tulpensonntagszug

Familienfreundlicher Karneval für Lövenicher Tulpensonntagszug

Von: Helmut Wichlatz
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Lärmend, laut, vernebelt: Bilder wie diese soll es beim Karnevalszug in Lövenich nicht geben. Foto: Stefan Klassen
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Kostümiert, bunt, fröhlich: So soll es am Tulpensonntag in Lövenich zugehen.

Erkelenz-Lövenich. Die Hoppesäck wollen familienfreundlichen Karneval. Vor allem beim Tulpensonntagszug am 14. Februar wollen sie die karnevalistische Tradition und die Brauchtumspflege in der Vordergrund stellen, wie Präsident Jürgen Drews erklärt.

Er spricht sich gegen „lautstärkemäßig völlig überdimensionierte Wagen“ aus, die statt auf ein aussagefähiges Motiv auf Lautsprecher und Scheinwerfer setzen. In denen sieht er einen Grund, weshalb sich immer mehr Nachbarschaften und Wagenbaugruppen aus dem Karneval zurückziehen. Ein weiterer Grund sind die immer strenger werdenden behördlichen Auflagen und Anforderungen des TÜV an die Wagenbauten.

Auch die Sicherheitsdienste, die nötig werden, um den geordneten Ablauf der Züge zu gewährleisten, verursachen Kosten, bei denen viele Vereine in die Knie gehen. „Im Ergebnis nehmen gerade im dörflichen Karneval immer weniger Gruppen an den Umzügen teil“, lautet sein Fazit. Und dagegen wollen die Hoppesäck etwas tun.

„Um Brauchtum und Tradition im Karneval auch zukünftig zu erhalten, ist dringend ein Umdenken erforderlich“, erklärt Drews und bringt ein Thema ins Spiel, das vor allem für die Kinder wichtig ist: Kamelle. Deren Menge und Qualität habe nachgelassen. „Außer Tinnitus nichts gewesen“, laute oftmals die Erkenntnis der Kinder nach einem Karnevalszug. Daher wolle man vor allem die kleinen Besucher durch fantasievolle Motive und Kostüme sowie „reichhaltig Kamelle“ verzaubern. Denn die Kinder sind die Karnevalisten und Brauchtumpfleger von morgen. Drews wünscht sich auch eine vermehrte Teilnahme von Fußgruppen an den Karnevalsumzügen. „Gerade denen ist es noch möglich, den Zuschauer aktiv ins Geschehen mit einzubeziehen“, betont Drews.

Die Zahl der Fußgruppen war ebenso wie die der Musikkapellen stark rückläufig. Viele der Kapellen sehen keinen Sinn darin, zwischen zwei rollenden Ballermann-Discos eingequetscht und ungehört vom Publikum ihre Lieder zu spielen. In den vergangenen Sessionen hatte es immer wieder Ärger gegeben, weil von den Wagen aus Straßen eingenebelt oder leere Schnapsfläschchen als Wurfgeschosse missbraucht wurden.

Drews selbst ist noch beim Lövenicher Trommlercorps aktiv und weiß, wovon er redet. „Außer beim eigenen Zug beteiligen wir uns nicht mehr an Karnevalsumzügen“, erklärt er. „Weil es nichts bringt.“ Deshalb fordert er ein Umdenken und wirbt dafür auch bei den anderen Karnevalsgesellschaften. „Back to the roots und weg vom Ballermann“, könnte das Motto lauten. Die Hoppesäck wollen mit dem Prädikat „familienfreundlicher Karneval“ ein Zeichen setzen und zeigen, dass Karneval auch anders geht.

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