Falsche Polizisten am Telefon: Bereits 110 Fälle

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In diesem Jahr hat es bereits 110 angezeigte Fälle von Trickbetrügern am Telefon im Kreis Heinsberg gegeben. Symbolbild: dpa

Kreis Heinsberg. Erneut hat es im Kreis Heinsberg einen Trickbetrug mit einem Anruf falscher Polizeibeamter gegeben. Wie von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Heinsberg auf Nachfrage zu erfahren war, hat es kreisweit in diesem Jahr bereits 110 angezeigte Fälle dieser Art gegeben.

Dabei gab es zehn vollendete Taten, während es in 100 Fällen bei Versuche blieb, sprich die Täter erfolglos waren.

Der jüngste Fall, über den die Pressestelle der Polizei am Dienstag berichtete, hatte sich am Montag ereignet. An diesem Tag meldete sich ein unbekannter Mann telefonisch bei einer 80-jährigen Frau aus Heinsberg und gab an, Polizeibeamter zu sein.

Er teilte der Seniorin mit, dass Mitarbeiter ihrer Bank mit Einbrecherbanden zusammenarbeiten würden und Informationen über ihre Vermögensverhältnisse weitergegeben hätten. Sie könne der Polizei bei ihren Ermittlungen helfen, wenn sie einen hohen Geldbetrag abheben und der Spurensicherung zur Verfügung stelle. Die Seniorin glaubte dem Anrufer und ging zur Bank.

Als die Frau mit dem Geld wieder zu Hause war, wurde sie erneut von dem angeblichen Polizeibeamten angerufen. Er forderte sie auf, die Nummern der Geldscheine durchzugeben, damit diese überprüft werden könnten. Anschließend teilte er der Dame mit, dass diese Geldscheine nicht im Umlauf sein dürften. Deshalb würde er Kollegen der Spurensicherung vorbeischicken, welche die Scheine abholen würden.

Gegen 12 Uhr erschien dann ein etwa 30 bis 35 Jahre alter Mann, dieser war ungefähr 1,70 Meter groß und hatte dunkle Haare und einen Bart, der das Geld abholte. Der Frau wurde mitgeteilt, dass sie das Geld nach der Untersuchung auf Spuren in etwa einer Woche zurückerhalten würde.

Nachdem der Schwiegersohn der Heinsbergerin von dem Geschehen erfuhr, erstatteten sie sofort Anzeige bei der Polizei.

Vorbeugungstipps

Damit Bürger nicht Opfer eines solchen Trickbetruges werden, rät die Polizei:

Fragen Sie den Anrufer im Zweifel nach dem Namen und der Dienststelle!

Rufen Sie bei der angegebenen Dienststelle zurück, um festzustellen, ob es sich bei dem Anrufer tatsächlich um einen Polizeibeamten handelt.

Informieren Sie eine Person Ihres Vertrauens über den Vorfall!

Geben Sie am Telefon niemals Ihre Bankdaten heraus; ein seriöser Anrufer wird Sie nicht danach fragen.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis!

Überweisen Sie kein Geld und heben Sie kein Geld vom Konto ab aufgrund eines Telefonanrufs.

Im Zweifelsfall beenden Sie konsequent das Gespräch.

Informieren Sie sofort die Polizei über den Notruf 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt und informieren Sie eine Vertrauensperson.

Wenn Sie Opfer geworden sind oder einen verdächtigen Anruf erhalten haben, wenden Sie sich ebenfalls sofort an die Polizei und erstatten Sie Anzeige, um andere zu warnen!

Auch das Landeskriminalamt hatte jüngst vor der neuen Betrugsmasche gewarnt: Dreiste Betrüger würden sich immer öfter am Telefon als Polizeibeamte ausgeben. Dabei tauche im Display auch bisweilen die Rufnummer 110 oder eine andere Rufnummer der örtlichen Polizei auf. Der höchste Beuteschaden einer einzelnen Tat in NRW lag bei 523.850 Euro.

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