Experte analysiert Stärken und Chancen der Wegberger City

Von: Monika Baltes
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Wie kann die Wegberger Innenstadt belebt werden? Patentrezepte gibt es jedenfalls nicht. Foto: Monika Baltes
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Ralf Jackels, Student an der RWTH Aachen, arbeitet am Institut für Handelsforschung Köln. Foto: Monika Baltes

Wegberg. Die Belebung der Wegberger Innenstadt hat schon viele Ausschuss-Diskussionen beherrscht, Fraktionen und Parteien Kopfzerbrechen bereitet, Händler vor Herausforderungen gestellt.

Ralf Jackels arbeitet am Institut für Handelsforschung Köln und hat seine Masterarbeit an der RWTH Aachen über die Revitalisierung der Innenstädte kleiner Mittelzentren geschrieben. Seine Bewertungsansätze und Empfehlungen beziehen sich dabei auf die Stadt Wegberg.

„Ich habe in Wegberg mein Abitur gemacht“, sagte er und freute sich über den regen Besuch zur Vorstellung seiner Ergebnisse in der Wegberger Mühle. Einzelhändler und Gewerbetreibende, Ratsvertreter und Stadtangestellte, Anwohner und der Wegberger Bürgermeister – sie alle waren gekommen, seinen Ausführungen zu folgen.

„Es existiert kein Patentrezept.“ Dieser Satz fiel gleich zu Beginn der Veranstaltung. Aber die Fakten, die Ralf Jackels zusammengetragen hat, sind hochinteressant. So verfügt die Stadt Wegberg im Vergleich zum Umland (Mönchengladbach, Erkelenz, Hückelhoven, Heinsberg, Wassenberg und Brüggen) über das höchste verfügbare Pro-Kopf-Einkommen, der Einzelhandelsumsatz pro Kopf liegt aber nur auf dem sechsten Rang.

Die Stärken und Chancen hat er minutiös zusammengetragen, die Schwächen und Risiken aufgelistet. Er hat 168 Besucher der Innenstadt befragt und mit der Befragung von 19 Städten gleicher Größenordnung verglichen.

Jede Zahl ist belegbar – und doch kommt am Ende nur das zum Vorschein, was längst alle wissen: Die Öffnungszeiten der Geschäfte sind nicht abgestimmt, die Außengastronomie an den schönen „Verweilplätzen“ wird schmerzlich vermisst, das Angebot ist nicht vielfältig genug, lokale Produkte fehlen, die Innenstadt wird als wenig frequentiert wahrgenommen und Wochenmarkt und verkaufsoffener Sonntag werden kaum angenommen. 17,2 Prozent der Wegberger Konsumenten kaufen einmal wöchentlich im Internet ein – in den Vergleichsstädten sind es nur 7,8 Prozent.

Parken, Service, Synergien

Viel diskutiert wird in Wegberg derzeit die Einführung von Parkgebühren, in der die Händler der Innenstadt einen massiven Attraktivitätsverlust ausmachen. Ralf Jackels widerlegte diese These, immerhin gaben 36 Prozent der Wegberger Konsumenten an, die Innenstadt von Mönchengladbach häufiger zu besuchen als die Wegberger – trotz hoher Parkgebühren. Sogar 70 Prozent der Wegberger sind häufiger in anderen Innenstädten (Erkelenz, Heinsberg, Hückelhoven, Brüggen, Roermond) als in Wegberg.

Seine Handlungsempfehlungen sind breit gefächert: Parkleitsysteme, Ausbau von Service und Dienstleistungen, einheitliche Öffnungszeiten, konzeptionelle Anpassung des Wochenmarktes, gemeinschaftliches Auftreten der Innenstadt, Multifunktionalität schaffen, Synergien nutzen.

„Denn der Kunde kommt nicht mehr zum Händler, der Händler muss zum Kunden“, da ist Ralf Jackels sicher. Im Anschluss an seine Ausführungen stellte er sich der Diskussion mit dem Publikum. Noch einmal wurden die altbekannten Probleme aufgeworfen, nach Lösungsansätzen gesucht und noch einmal lautete das Fazit: Es gibt kein Patentrezept.

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