Ex-Kandidat Hartung stellt eigener Partei Armutszeugnis aus

Von: Rainer Herwartz
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Ex-Bürgermeisterkandidat Wolfgang Hartung von den Priraten mischt nun auch bei den Freien Wählern mit.

Heinsberg. Kurz vor der letzten Kommunalwahl im Mai letzten Jahres trat er erstmals ins Heinsberger Rampenlicht. Bis zu diesem Zeitpunkt führte Wolfgang Hartung von den Piraten, neben Wolfgang Dieder (CDU), Dr. Hans Josef Voßenkaul (SPD) und Willi Mis-pelbaum (Grüne) der vierte Kandidat im Rennen um das Bürgermeisteramt der Kreisstadt, eher ein politisches Schattendasein.

Dass er, wenig überraschend, mit vier Prozent der Wählerstimmen weit abgeschlagen wurde, sah er schon damals völlig entspannt. „Ich bin damit zufrieden. Es ging ja nur darum, die Menschen ein wenig aufzuwecken und das Interesse an der Politik wiederzubeleben“, sagte er kurz nach der Wahl gegenüber unserer Zeitung. Was nun das „Interesse an der Politik“ angeht, scheint Hartung mit dem Engagement der eigenen Parteikollegen nicht wirklich zufrieden zu sein. Wie sollte es sich sonst erklären, dass er sich nun von den Freien Wählern unter Führung von Walter Leo Schreinemacher zum „stellvertretenden sachkundigen Bürger“ für den Sportausschuss hat verpflichten lassen.

„Das Problem ist, dass in der Region von den Piraten keinerlei konstruktive Politik betrieben wird“, stellt Hartung den rund 35 zahlenden Mitgliedern im Kreis Heinsberg ein wahres Armutszeugnis aus. Mit seiner grundlegenden Einstellung zu den Piraten habe seine „Annäherung“ an die Freien Wähler aber nichts zu tun, beteuert der 63-Jährige auf Nachfrage. Im Rahmen der Kommunalwahl habe er eine Veranstaltung der Freien Wähler zum Haushalt des Kreises Heinsberg besucht und sei dabei vor allen mit Sascha Mattern ins Gespräch gekommen. „Er hat mich angesprochen und gefragt, ob ich mich bei den Freien Wählern beteiligen möchte.

Was zwischen zwei eigenständigen Parteien praktisch undenkbar ist und im Zweifel in ein Parteiausschlussverfahren münden würde, sei in diesem Fall kein Problem, erklärt Hartung. Schließlich handele es sich bei den Freien Wählern ja nicht um eine eigenständige Partei, sondern lediglich um einen Verein. Und außerdem: „Im Grunde sind Piraten und Freie Wähler in ihren Ansichten überwiegend deckungsgleich. Keiner vertritt extreme Positionen, die sich grundlegend unterscheiden.“

Nicht auszuschließen ist, das Hartung seine politische Zukunft bald ausschließlich bei den Freien Wählern sieht und findet. „Ich kann mir gut vorstellen, künftig auch verstärkt bei den Freien Wählern mitzuarbeiten, weil mir Politik am Herzen liegt. Ich will mich vernünftig mit Leuten über Politik unterhalten. Hier wird jedes Thema kurz, aber intensiv diskutiert.“ Dass dabei für ihn vielleicht sogar ein neues Pöstchen herausspringen könnte, glaubt Hartung nicht. „Ich habe keinerlei Ambition auf irgendwelche Positionen,“ stellt er klar.

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