Europaschule tritt Heimatverein der Erkelenzer Lande bei

Von: Helmut Wichlatz
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Peter Jansen, Sabine Verheyen, Günther Merkens, Willi Schmitz und Schülersprecher Florian Schütte (von links) freuten sich bei der Feierstunde über die Zusammenarbeit. Foto: hewi

Erkelenz. Die Europaschule ist dem Heimatverein der Erkelenzer Lande beigetreten. Im Rahmen einer Feierstunde, zu der auch die Europaabgeordnete Sabine Verheyen und Vertreter der Stadt gekommen waren, wiesen Schulleiter Willi Schmitz und seine Gäste den Schülern den Zusammenhang zwischen Heimat und Europa auf.

Schmitz hob in seiner Begrüßung das Engagement der Schule und Schüler für geschichtliche Themen hervor und verwies auf eine Arbeit über das Schicksal einer jüdischen Mitbürgerin im Dritten Reich, bei der der Verein bereits tatkräftig mitgeholfen hatte. Die Arbeit wurde im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten sogar ausgezeichnet.

Die Kooperation mit dem Heimatverein eröffne den Schülern „neue Lernchancen“ und leiste einen Beitrag „zum Bewusstwerden über die eigene Identität“. Den Namen Europaschule habe man bewusst gewählt, er sei Bekenntnis und Aufgabe zugleich.

Wichtige Kooperation

Günther Merkens, Vorsitzender des Heimatvereins, wies darauf hin, dass es ein Novum sei, dass eine Schule dem Verein beitrete. „Das freut uns besonders“, betonte er und versprach, dass die Mitgliedschaft auch als Kooperation zwischen dem Verein und der Schule im Hinblick auf lokale und aktuelle Geschichte der Erkelenzer Lande gesehen werde könne.

Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf ein Zitat Senecas, das man auf der Homepage der Europaschule findet: „Für ein Schiff ohne Hafen ist kein Wind der richtige.“ Merkens versprach, dass der Verein in Kürze auch einen Mispelbaum für die Schule spenden werde. Die Mispelblüte ist Bestandteil des Erkelenzer Stadtwappens.

„Europa muss man vor Ort erleben“, betonte Bürgermeister Peter Jansen. Die Schüler von heute seien „das Europa von morgen“. Um die Zukunft gestalten zu können, müsse man außerdem in der Lage sein, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Dies sei auch im Grundgesetz der Bundesrepublik geschehen.

Auch die lokale Identität dürfe man nicht aufgeben, sondern man solle diese „einbringen ins Ganze“. Sabine Verheyen erklärte, dass „Europa ohne Heimat nicht machbar“ sei. Eine Besinnung auf den Nationalismus, wie er derzeit zu beobachten sei, bezeichnete sie im Rahmen dieser Veranstaltung als den falschen Weg. Europa sei mehr als der kleinste gemeinsame Nenner zwischen den 28 Mitgliedsstaaten.

Aktuelle Thematik

Die Schüler nutzten die Gelegenheit, um Fragen zu aktuellen Themen – wie etwa die Flüchtlingspolitik – zu stellen. Dabei bewiesen die Schüler, dass dies kein Pflichttermin war. Vielmehr hatten sie sich fundiert auf das Treffen vorbereitet und präsentierten fundierte Fragen, auf die sie auch ausführliche Antworten erwarteten.

So kritisierte eine Schülerin das mangelnde Interesse an den europäischen Partnerschaften der Stadt, zum Beispiel mit der französischen Stadt St. James. Die Partnerschaften seien „in die Jahre gekommen“, erklärte Jansen und betonte, dass auch hier die Hoffnung auf den Schulen liege. „Erkelenzer Schulen haben weltweit Kontakte in über 30 Staaten“, betonte er.

Schüler und Gäste hätten sicher noch gerne länger diskutiert, doch der wiederholte Pausengong hinderte sie daran. Musikalisch wurde die Feierstunde vom Chor der Klassen fünf und sechs gestaltet, der passend zum Thema die Stücke „Unser Stammbaum“ und „En unserem Veedel“ von den Bläck Fööss vortrug.

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