Es geht voran auf Deutschlands größter Logistikbaustelle

Von: Daniel Gerhards
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Richtfest: Die Arbeiten am Jago-Logistikzentrum im Industriepark Rurtal gehen voran. Das wurde gestern gefeiert. Foto: Daniel Gerhards

Hückelhoven. Der Rohbau der Halle an der Kohlenwäsche nahe Ratheim wirkt jetzt schon riesig. Dabei macht er gerade einmal ein Zwölftel des Logistikzentrums aus, das der Projektentwickler Panattoni Europe dort für den Online-Händler Jago baut. Bislang liegt der Bau im Zeitplan. Am Mittwoch wurde auf der aktuell größten Logistikbaustelle Deutschlands aber erst einmal Richtfest gefeiert.

Am 1. März 2016 soll der erste, 40.000 Quadratmeter große Bauabschnitt übergeben werden. Dass es auf dem 200.000 Quadratmeter großen Gelände im Industriepark Rurtal zügig vorangeht, war in den vergangenen Wochen deutlich zu sehen. 70 Bauarbeiter sind dort täglich im Einsatz, um bis August 2017 insgesamt 120.000 Kubikmeter Erde zu bewegen, 28.000 Kubikmeter Beton zu verbauen, 2000 Betonfertigteile aufzustellen, 1700 Tonnen Stahl einzubauen und 6,7 Kilometer Abwasserleitungen zu verlegen.

Am Ende der Bauzeit soll eine gigantische Halle stehen. Die Maße: 504 Meter Länge, 245 Meter Breite. Das entspreche 18 Fußballfeldern, sagte Sönke Kewitz, Geschäftsführer von Panattoni Europe.

In diesem Gebäude will Jago seine Waren aus den Sparten Heim und Garten, Heimwerken, Freizeit, Fitness, Tierbedarf und Spielzeug lagern und verschicken. Produziert werden sie in Asien, mit dem Schiff gelangen sie über den niederländischen Containerhafen in Born nach Hückelhoven.

Die Zeichen stehen auf Wachstum

Der Bau des Logistikzentrums in Hückelhoven versetzt dem Unternehmen Jago einen kräftigen Wachstumsschub. Bislang verfügt das Unternehmen von Vorstand Goran Jakovac über 100.000 Quadratmeter Logistikfläche an fünf Standorten. Nun kommen in Hückelhoven noch einmal 120.000 Quadratmeter hinzu.

Auch was die Zahl der Mitarbeiter angeht, bedeutet der Standort Hückelhoven Wachstum für das Unternehmen. Bislang beschäftigt Jago weltweit 500 Mitarbeiter. In Hückelhoven sollen in den kommenden Jahren 800 Arbeitskräfte hinzukommen. Jago hat schon Büros in Hückelhoven gemietet, wo bald Einstellungsgespräche stattfinden sollen.

Jago-Gründer Jakovac sagte, dass er Hückelhoven gar nicht kannte, bevor er einen Standort für sein Logistikzentrum suchte. Allerdings liege die Stadt – orientiert an den für Jago relevanten Warenströmen – günstig. Und Arbeitskräfte gibt es laut einer Untersuchung auch ausreichend in der Region. „Wir sind ein familiäres Unternehmen. Und wir denken, dass wir hier viele Mitarbeiter finden, die genauso denken wie wir“, sagte Jakovac.

Entscheidend für die Standortwahl sei laut Kewitz auch der Einsatz der Verantwortlichen in Hückelhoven gewesen. „Viele solcher Projekte werden im Ausland realisiert, weil Deutschland zu kompliziert geworden ist“, sagte er. In Hückelhoven sei man dagegen flexibel und schnell gewesen. Dass innerhalb von drei Wochen eine Teilbaugenehmigung und vier Wochen später die komplette Baugenehmigung vorlag, bezeichnete er als „sensationell“. Und das auch noch in einem interkommunalen Gewerbegebiet, wo zwei Stadtverwaltungen beteiligt sind. Ein Teil der Halle wird auf Wassenberger Stadtgebiet stehen.

Für Bürgermeister Bernd Jansen kommt dem Projekt eine Schlüsselrolle zu: „Wir haben auf eine große Ansiedlung gewartet. Jetzt hat der Industriepark ein Gesicht“, sagte er. Der erhoffte Sog-Effekt habe schon eingesetzt: Anfragen von weiteren interessierten Firmen seien bereits eingegangen.

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