Waldfeucht-Haaren - Erstmals Tarifvertrag für Rosen Eiskrem abgeschlossen

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Erstmals Tarifvertrag für Rosen Eiskrem abgeschlossen

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:

Waldfeucht-Haaren. Sechs Verhandlungsrunden zwischen September 2016 und dem Juli dieses Jahres seien nötig gewesen, um erstmalig einen Haustarifvertrag zwischen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Region Aachen und dem DMK Ice Cream Werk in Haaren abzuschließen.

„Die Tarifverhandlungen waren sehr schwierig und zeitintensiv“, sagt Peter Mogga, Geschäftsführer der NGG-Region Aachen. „Damit ist endlich eine erstmalige 100-prozentige Angleichung an die Flächentarifverträge ,Entgelte‘ und ,Entgeltrahmentarifvertrag‘ der Süßwarenindustrie aus Nordrhein-Westfalen geschafft, inklusive einer weiteren Entgelterhöhung von 2,5 Prozent ab 1. April 2018.“

Für die NGG dürfte der Abschluss gleich als doppelter Erfolg zu werten sein. Denn bis zur Übernahme des Unternehmens durch DMK war es der Gewerkschaft nicht gelungen, hier Fuß zu fassen. Unter der Ägide der ehemaligen Eigentümer hatte sich nicht einmal ein Betriebsrat installiert. Die Rosen Eiskrem GmbH in Haaren beschäftigt circa 260 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen; sie ist seit März 2013 eine hundertprozentige Tochter der DMK Deutsche Milchkontor Eis GmbH.

„Nachdem DMK eingestiegen ist, hat es noch eine Zeit gedauert, bis ein Betriebsrat etabliert werden konnte“, sagt Mogga. „Es hat auch dreieinhalb Jahre gedauert, eine Mitgliedschaft aufzubauen.“

DMK habe sich bis zum jetzigen Vertragsabschluss als „harter Verhandlungspartner“ erwiesen, meint der Gewerkschafter . „Aber ich bin mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Es ist ein guter Einstieg.“Ab dem ersten Januar 2018 sinke jetzt die Wochenarbeitszeit der Mitarbeiter um eine Stunde auf 39 Stunden und werde zum ersten Januar 2019 noch einmal auf dann 38 Stunden reduziert. Und dies bei vollem Lohnausgleich. Alle angelernten Beschäftigten der Tarifgruppen A bis D erhalten demnach für das Jahr 2017 eine Jahressonderzuwendung von drei Vierteln ihres Monatsentgelts. Alle übrigen blieben bei ihrem Besitzstand. Die Vereinbarungen gelten rückwirkend ab dem 1. Juli dieses Jahres und sind erstmalig kündbar zum 31. März 2019.

„Wir haben uns für die Zukunft ab 2019 ein großes Ziel für die zweite Etappe zur Erlangung aller Flächentarifverträge der Süßwarenindustrie in NRW gesteckt: Es gilt noch, den Manteltarifvertrag und den Altersvorsorgetarifvertrag zu vereinbaren“, so Mogga. Das Unternehmen befinde sich derzeit nicht im entsprechenden Arbeitgeberverband. Es sei daher jeweils ein Abschluss in Form eines Haustarifvertrages in Anerkennung notwendig.

DMK erklärt in diesem Zusammenhang auf Nachfrage, dass es der Unternehmensgruppe darum gehe, „den Standort Waldfeucht-Haaren sowie die Arbeitsplätze möglichst langfristig zu sichern“. DMK werde deshalb rückwirkend zum ersten Juli die Entgelte gemäß dem Entgelttarifvertrag der Süßwarenindustrie übernehmen. Ines Krummacker, Chief Human Ressources Officer, erläutert hierzu: „Wir haben bereits in den letzten Jahren aktiv an einem gerechten Lohngefüge sowie fairen Rahmenbedingungen gearbeitet. Und dies ist nun ein weiterer Schritt.“

Hinter DMK stehen über 8600 Milcherzeuger und rund 7200 Mitarbeiter. Heute verarbeitet DMK 7,3 Milliarden Kilo Milch an deutschlandweit 16 sowie zwei niederländischen Molkereistandorten. Weitere sechs stehen für die Produktion von Babynahrung, Eis und Gesundheitsprodukten zur Verfügung. Mit einem Umsatz von 5,1 Milliarden Euro gehört DMK europaweit zu den Top-Unternehmen der Milchwirtschaft.

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