Erstmals hat ein weibliches Trio die Macht

Von: Helmut Wichlatz
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Erstmals ein jeckes Narrenherrscherinnen-Trio: Prinzessin Tanja I., Bäuerin Heidi und Jungfrau Elke. Foto: Koenigs

Erkelenz-Gerderhahn. Ihre Premiere Anfang Februar verlief rasant, und am Samstagabend steht der nächste Höhepunkt an: In Gerderhahn gehen die Jecken in diesem Jahr karnevalistisch vollkommen neue Wege – mit ihrem ersten weiblichen Dreigestirn.

Für Frauenpower auf ganzer Linie sorgen die drei Tollitäten Prinzessin Tanja I. (Korsten), Jungfrau Elke (Brodermanns) und Bäuerin Heidi (Glahn). Die ganze KG um den Vorsitzenden Frank Salewski hat in dieser Session aus der Not eine Tugend gemacht.

Im Herbst hatte es ein Treffen der Karnevalsgesellschaft gegeben, bei dem die neuen Hoheiten ausgeguckt werden sollten. Doch so richtig kam es nicht in Schwung. Kurzerhand steckten Tanja Korsten und ihre Jungfrau Elke Brodermanns die Köpfe zusammen und beschlossen: „Wir machen das!“

Dritte im Bunde wurde Heidi Glahn. „Ich brauchte auch nicht lange überredet zu werden“, erklärt sie. Zwar wäre es ihr persönlich auch recht gewesen, gemeinsam mit ihrem Gatten Frank den Narrenthron zu besteigen, aber die drei Majestätengatten zeigten wenig Interesse an der hervorgehobenen Rolle im Karneval.

Glahn bezeichnet sich selbst als „Zugezogene“, die sich aber sehr gut und vor allem aktiv ins Dorfleben integriert hat. Der Karneval spielt im Hause Glahn an sich eine große Rolle. Ehemann Frank ist im Elferrat und die beiden Töchter tanzen in der Gesellschaft, „seit sie die Füße heben können“. Für die Bäuerin selbst, die auch bei den Marketenderinnen aktiv ist, ist der Karnevalszug in Gerderhahn das schönste Fest im Jahr. Am liebsten, gesteht sie, ist sie mit ihrer Fußtruppe unterwegs. Im vorigen Jahr trat sie mit ihren Mitstreiterinnen unter dem Motto „1001 Nacht“ an. „Diesmal auf dem Wagen zu feiern macht bestimmt auch Spaß“, sagt sie mit Blick auf den in der nächsten Woche beginnenden Straßenkarneval.

Die Rollenverteilung, wer Bauer, Jungfrau und Prinzessin wird, war schnell klar. „Tanja gibt eine wundervolle Prinzessin ab“, betont Glahn. Auch mit Jungfrau Elke haben die Gerderhahner einen guten Griff getan. Zwar lebt das „Jehnhahner Mädsche“ heute in Wassenberg, doch ihr karnevalistisches Herz schlägt noch in ihrer alten Heimat. „Als Tanja mit der Idee kam, war ich sofort bereit, mitzumachen“, betont die Jungfrau, die gemeinsam mit ihrer Tochter zur karnevalistischen Hälfte ihrer Familie gehört.

Während die Tochter in Orsbeck tanzt, konnten sich Sohn und Ehemann noch nicht für das Brauchtum begeistern. „Also ist die Chance auch gering, dass ich einmal mit meinem Mann als Prinzenpaar antrete“, erklärt sie. Für einen erneuten Einsatz in einem Dreigestirn ist sie aber sicher noch einmal zu haben.

Die Kostüme des weiblichen Dreigestirns wurden eigens angefertigt, da Jungfrau und Bauer ja traditionell männlich besetzt sind. Natürlich hätte man ihren Bauernkittel auch ändern lassen können, sagt sie. „Doch dann hätte man ihn irgendwann für den nächsten männlichen Bauern wieder ändern müssen. So haben wir auf jeden Fall ein Kostüm für die nächste Bäuerin im Fundus.“

Vorsitzender Frank Salewski freut sich über das weibliche Dreigestirn. „Das ist mal was Neues in Gerderhahn.“ Mit der Suche nach einem geeigneten Kandidaten für das närrische Amt wird meist schon im Sommer begonnen. „Doch verschwenden die meisten da noch keinen Gedanken an Karneval“, weiß er. Dass sich dann die drei Frauen kurzfristig meldeten, habe ihn überrascht und zugleich gefreut, „denn eine gehörige Portion Frauenpower schadet nie“.

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