Erstes Projekt: Mehr Polizeipräsenz in der City

Von: Daniel Gerhards
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Neuer Leiter der Heinsberger Wache: Franz-Josef Rheimann kündigt an, dass die Polizei in der Innenstadt mehr Präsenz zeigen wird. Dort komme es immer wieder zu Körperverletzungen, Raub, Randale und Drogendelikten. Foto: Daniel Gerhards (2), Archiv, dpa

Heinsberg. Franz-Josef Rheimanns Job ist derzeit ziemlich stressig. Für den Polizisten bedeutet das aber nicht, dass er ständig unterwegs ist, um Verbrecher zu fangen oder Verkehrssünder zu stoppen. Er arbeitet in erster Linie am Schreibtisch. Rheimann ist seit Anfang des Jahres Leiter der Heinsberger Polizeiwache.

Er hat einen großen, vielfältigen Aufgabenbereich – da müsse er sich noch einarbeiten. Und das bedeutet für ihn eben in erster Linie Schreibtischarbeit in seinem Büro im Polizeigebäude an der Carl-Severing-Straße.

Rheimanns Wache hat zwei Dienststellen: eine in Heinsberg und eine in Geilenkirchen. Die Beamten der Wache sollen neben diesen beiden Orten auch in Waldfeucht, Selfkant, Gangelt und Übach-Palenberg für Recht und Ordnung sorgen. Rheimann verantwortet nun den Streifendienst, 15 Bezirksbeamte, den Einsatztrupp, der die Kriminalität und die Hauptunfallursachen im Straßenverkehr bekämpft, und Diensthundeführer.

Rheimann ist nun seit eineinhalb Monaten im Amt. Ideen, um etwas zu bewegen, habe er eine Menge. Einer Sache räume er dabei besonders viel Aufmerksamkeit ein: Er will die Arbeitszufriedenheit bei seinen 101 Mitarbeitern hochhalten. Und das insbesondere für Polizisten im Streifendienst. Ihm gehe es dabei zum Beispiel um sozialverträgliche Arbeitszeiten, Ausstattung und Kommunikation, sagt er. „Vor der Leistung der Beamten im Streifendienst habe ich großen Respekt“, sagt Rheimann.

Vor allem, weil sie sich um ein sehr breites Aufgabenspektrum kümmern, das verlange viel Flexibilität und Wissen. „Sie kommen von einer Sekunde auf die andere in völlig unterschiedliche Einsatzsituationen“, sagt Rheimann. Egal ob Ruhestörung, Verkehrsunfall, Bankraub oder Mord, die Streife ist immer als erste vor Ort. Und das ist nicht immer ungefährlich: Die Polizisten müssten ständig damit rechnen, selbst angegriffen zu werden. So zum Beispiel geschehen im Juni des vergangenen Jahres, als ein 75-jähriger Mann vier Polizisten, die einen Nachbarschaftsstreit schlichten wollten, mit einem Messer attackierte und teils schwer verletzte.

Eine Schlüsselrolle

Trotz solcher Negativerfahrungen ist für Rheimann wichtig, dass die Polizei immer ansprechbar ist. Und das nicht nur im Streifendienst. Als Ansprechpartner spielen die Bezirksbeamten eine Schlüsselrolle. Sie bauen ein Netzwerk mit Geschäftsleuten, Schulen, Vereinen und anderen Akteuren aus dem Ort auf. So soll ein Vertrauensverhältnis zwischen Polizei und Bürgern entstehen. Und die Bürger haben einen Polizeibeamten, an den sie sich wenden können, ohne gleich den Notruf zu wählen.

So will die Polizei Bürgernähe zeigen. Gleichzeitig müsse aber auch klar sein, dass die Beamten auch hart durchgreifen können. „Repression muss sein. Vorschriften und Gesetze müssen eingehalten werden“, sagt Rheimann. Und wenn sich jemand nicht an die Spielregeln hält, dann müsse er mit Strafen rechnen. Das gelte für Raub, Diebstahl und Körperverletzung genauso wie für den Straßenverkehr.

Stärke will die Polizei künftig in der Heinsberger Innenstadt zeigen. Eines der ersten Projekte, die Rheimann umsetzen will, ist ein Präsenzkonzept. Im Fokus stehe dabei der Bereich an der Heinsberg-Galerie, dem Bushof, dem neuen Bahnhof und der Hochstraße bis zum Markt. Dort komme es immer wieder zu Körperverletzung, Raub, Rauschgiftdelikten und Randale. „Dem wollen wir durch eine gehörige Portion Präsenz entgegenwirken“, sagt Rheimann.

Uniformierte und zivile Beamte der Wache und von einer Einsatzhundertschaft sollen verdeckt und offen agieren. „Gerade Frauen fühlen sich oft unwohl, wenn sie abends in diesen Bereich gehen“, sagt Rheimann. Die Polizei will dort aber nicht nur abends präsent sein. Bereits mehrfach seien dort Schüler, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, negativ aufgefallen. Im Rahmen des Präsenzkonzeptes arbeite die Polizei auch eng mit dem Heinsberger Ordnungsamt zusammen.

Bei solchen oder anderen Aktionen möchte Rheimann demnächst wieder dabei sein – und zwar nicht nur vom Schreibtisch aus: „Ich bin gerne auf der Straße. Ich hoffe, dass ich im Laufe des Jahres Gelegenheit bekomme, dort mitzumachen.“

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