Heinsberg - Erstes Carsharing-Projekt im Kreis Heinsberg

Erstes Carsharing-Projekt im Kreis Heinsberg

Von: Rainer Herwartz
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Mit dem weißen Ford Fiesta, den Julian Delvos vom Autohaus Königs (links) und Michael Dahmen, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Heinsberg, hier an seinem Standort in der Apfelstraße präsentieren, startet im Kreis Heinsberg ein Pilotprojekt. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. „Wir sind einer der Pioniere bei Städten dieser Größenordnung und freuen uns, dass die Stadt Heinsberg da mitzieht“, sagt Projektmanager Julian Delvos. In der Tat sei das Autohaus Königs mit seinen Niederlassungen in Heinsberg, Erkelenz und Hückelhoven das erste Unternehmen, das modernes Carsharing nun auch im Kreis Heinsberg anbietet. Und die Stadtspitze ist begeistert.

„Im Rahmen der Agenda 2025 haben wir auch den Auftrag erhalten, den Dienstwagenbestand zu überprüfen“, sagt Bürgermeister Wolfgang Dieder. „Wir machen aktiv mit. Wir schaffen alleine dafür einen Wagen ab. Man kann ja das Fahrzeug rechtzeitig reservieren, wenn es für eine Dienstfahrt benötigt wird.“ Wie schon in Sachen E-Mobilität, übernimmt die Stadt Heinsberg auch in diesem Fall gerne eine Vorreiterrolle.

Laut Zukunftsnetz Mobilität NRW hätten die Kommunen ohnehin eine Schlüsselrolle, wenn es um die Planung, Realisierung und Vernetzung von modernen Mobilitätsangeboten gehe, meint Dieder. „Die kommunale Verkehrs- und Mobilitätspolitik muss sich den aktuellen Entwicklungen und den neuen Herausforderungen stellen. Ich glaube schon, dass das Carsharing eine Zukunft hat“. In Großstädten funktioniere es ja bereits sehr gut. Also warum nicht auch auf dem Land?

Das sieht auch sein für die Wirtschaftsförderung zuständiger Amtsleiter Michael Dahmen so. „Wenn man es durchdenkt, ist die Anschaffung eines Autos immer teurer. Es ist allerdings ein Umdenken nötig in den Köpfen der Menschen.“

Zwei so genannte Mobilstationen wird es zunächst in Heinsberg geben, eine an der Apfelstraße in Rathausnähe, eine am Bahnhof an der Heinsberg Galerie. „Unser Angebot richtet sich ebenso an Geschäftsleute wie an Privatpersonen. Das Angebot am Bahnhof zielt vor allem auf die Pendler ab“, erläutert Delvos.

„Wir betrachten es auch als Service für Familien, die sich vielleicht kein Auto leisten können“, ergänzt Dieder. „Während solche Mobilstationen im städtischen Raum vor allem eine Funktion im Binnenverkehr der Stadt aufweisen, sind im ländlichen Raum in erster Linie interkommunale Fahrten in andere Städte und Gemeinden von Bedeutung.“

Und wie funktioniert es nun, das neue Carsharing? „Das Autohaus Königs stattet ein Fahrzeug mit der entsprechenden Technik aus und platziert den Wagen an einem festen Ort“, erläutert Delvos. Nach einer einmaligen Registrierung im Betrieb auf der Industriestraße oder auf www.ford-carsharing.de erhielten die Kunden bis zu fünf Kundenkarten im Scheckkartenformat. Ansonsten bräuchten sie ab dann eigentlich nur noch ein Handy oder einen PC. „Sie können nun selbstständig auf www.ford-carsharing.de die Verfügbarkeit des Fahrzeuges einsehen, Einzelbuchungen tätigen oder regelmäßige Zeiten reservieren. Alternativ geht das auch per App oder Telefon.“

Innerhalb des gebuchten Zeitraums können die Nutzer dann das Auto mit ihrer Kundenkarte öffnen. Der Autoschlüssel, das Bordbuch und eine Tankkarte befinden sich im Handschuhfach. Nach der Fahrt stellen sie den Wagen einfach wieder auf dem in der Zwischenzeit reservierten Parkplatz ab und schließen den Wagen wieder mit der Kundenkarte. „Ganz nebenbei: Durch die Zusammenarbeit mit Flinkster, dem Carsharing-Programm der Deutschen Bahn, kann man deutschlandweit nach demselben Prinzip zudem per Buchung über www.ford-carsharing.de von der Flinkster-Flotte Gebrauch machen.“

Am Standort Apfelstraße wird ab sofort ein weißer Ford Fiesta zur Verfügung stehen. Das Auto wird regelmäßig durch das Autohaus Königs innen wie außen gereinigt. Die Kosten für die Miete belaufen sich auf einen Stundenpreis von 2,30 Euro im Zeitraum von 8 bis 22 Uhr, zuzüglich einer Kilometerpauschale von 19 Cent, die bereits die Tankgebühren beinhaltet. Die Abrechnung erfolgt minutengenau. Sollte das Fahrzeug vorzeitig zurückgegeben werden, wird die Hälfte der gekürzten Zeit automatisch gutgeschrieben.

Elektrisch angetrieben ist der Fiesta übrigens nicht. Als „Vier-Liter-Auto“ sei er ökologisch und ökonomisch die bessere Alternative zu einem in der Anschaffung recht teuren Elektro-Fahrzeug, meint Delvos. Ehe sich dieses amortisiert habe, dauere es wesentlich länger. „Langfristig würden wir uns über eine Auslastung der Fahrzeuge von mehr als 30 Prozent freuen, was etwa 200 Stunden im Monat entspricht.“

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