Hückelhoven - Erschreckend: Rock und Gewalt in einem Atemzug

Erschreckend: Rock und Gewalt in einem Atemzug

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
6754053.jpg
Die Diskussion nach dem Film ging in die Tiefe. Beteiligt waren neben Schülern des Gymnasiums auch Regisseur Peter Ohlendorf, Projektleiter David Stoop und Claudio Guerra vom Verfassungsschutz. Foto: hewi

Hückelhoven. Am Gymnasium wurde ein Thema behandelt, vor dem die Gesellschaft ansonsten gerne die Augen verschließt: rechtsradikale Rockmusik. Der Film „Blut muss fließen“ gab dabei erschreckende Einblicke in eine Jugendkultur, die seit Jahren grassiert und ihre Anhänger findet.

In seinem mutigen Film hat der Regisseur Peter Ohlendorf das Thema dokumentiert. Dafür ist er gemeinsam mit dem Journalisten Thomas Kuban jahrelang unterwegs gewesen und hat rund 40 Konzerte rechtsradikaler Bands in ganz Europa besucht, um heimlich zu filmen. Dabei erlebten sie ungeheure und erschreckende Szenarien, die oftmals auch von der Bevölkerung und Polizei stillschweigend toleriert würden, hieß es im Rahmen der anschließenden Podiumsdiskussion.

Das Gymnasium hatte als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gemeinsam mit der DGB-Jugend diese Veranstaltung organisiert, um die Schüler für das Thema Rechtsradikalismus zu sensibilisieren. Die Junggewerkschafter sind ihrers eits schon seit einiger Zeit mit dem Projekt „Empört euch, engagiert euch“ in Sachen Aufklärung aktiv.

Thema ist nicht vom Tisch

Erschreckende Erkenntnis des Films und der anschließenden Diskussion: Das Thema ist noch lange nicht vom Tisch. Vielmehr ist die rechtsradikale Szene die derzeit größte Jugendbewegung in Deutschland und anderen europäischen Ländern, bei der von offizieller Stelle gerne abgewiegelt und weggeschaut wird.

Die aggressive Musik der rechtslastigen Bands spielt dabei eine wichtige Rolle, denn sie ist Bindeglied und gemeinsames Erkennungsmerkmal der an sich sehr heterogenen rechtsradikalen Szene.

Um die Musik hat sich längst eine weitverzweigte Marketingmaschine aufgebaut, die nicht nur die Tonträger sondern auch rechtsradikale Mode verbreitet. Denn in einem unterscheiden sich bekennende rechtsradikale Jugendliche nicht sehr von ihren Altersgenossen: Auf dem Shirt muss schon das richtige Logo prangen.

Unter den Diskussionsteilnehmern waren neben Ohlendorf auch der Projektleiter David Stoop und Claudio Guerra vom Verfassungsschutz, der sich für frühzeitige Aufklärung und Prävention einsetzt. Seit einigen Jahren trägt das Hückelhovener Gymnasium das Prädikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, was Schüler und Lehrer auch als Selbstverpflichtung betrachten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert