Erlöserkirche in Oberbruch wird entwidmet, Gelände verkauft

Von: Anna Petra Thomas
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Dieses Bild könnte bald Geschichte sein in Oberbruch, denn die Erlöserkirche nebst zugehörigem Gelände wird veräußert. Foto: Anna Petra Thomas
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Küster Markus Wöhlert verdeutlichte den Besuchern anhand zahlreicher Fotos den Zustand der Erlöserkirche. Foto: Petra Thomas

Heinsberg. Der Entschluss steht jetzt fest: Das gesamte Gelände der evangelischen Kirchengemeinde in Oberbruch, die Erlöserkirche und die damit verbundenen Räume des Jugendheims Oase sollen verkauft werden. Dies erklärte Pfarrer Sebastian Walde im Rahmen einer Gemeindeversammlung in der Heinsberger Christuskirche.

Schon vor zwei Jahren hatte das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde beschlossen, Kirche und Jugendheim aufzugeben. In der Versammlung blickte der Pfarrer noch einmal zurück: Schon bei der Gebäudestrukturanalyse 2009 habe sich ergeben, dass für die Sanierung der Kirche und der Räume des Jugendheims mehr als 800.000 Euro hätten aufgebracht werden müssen, den Kirchturm nicht mitgerechnet.

„Da wären also weit über eine Million Euro Kosten zu erwarten gewesen“, erklärte Walde. Diese Zahlen seien dabei auf einem unteren Niveau angesiedelt worden. Man habe dann zunächst überlegt, das Gebäudeensemble einer anderen Nutzung zuzuführen. Lösungsansätze seien ein sozialer Wohnungsbau, eine Tagespflegeeinrichtung, ein Kolumbarium oder auch die Vermietung für Veranstaltungen gewesen.

Letztendlich habe man jedoch all diese Überlegungen als ökonomisch und ökologisch nicht umsetzbar wieder verworfen, so Walde. Nach langer Diskussion seien die Mitglieder des Presbyteriums schließlich zu dem Schluss gelangt, die Entwidmung zu beantragen und einem zweiten Schritt die Genehmigung zum Verkauf zu erbitten. Die Gemeindeversammlung sei ein Baustein in diesem Verfahren.

Der Beschluss des Presbyteriums werde jetzt weitergegeben an den Kirchenkreis und von dort zwecks Prüfung an die Landeskirche als der Genehmigungsbehörde. Bereits seit dem 31. Dezember 2015 gebe es schon keine regelmäßigen Gottesdienste mehr in der Erlöserkirche, so Walde. Die Zahl der Gottesdienste in der Gemeinde sei dadurch letztlich um 50 zurückgegangen.

„Dabei ist die Zahl der Gottesdienstbesucher annähernd gleichgeblieben. Das heißt, die Leute, die vorher in die Erlöserkirche gingen, kommen nun in die Christuskirche nach Heinsberg“, freute er sich.

Für eine zweite Kirche in Oberbruch gebe es heute keinen zahlungskräftigen Geldgeber mehr wie noch in den 1960er Jahren. Daher könnte die Gemeinde die Kirche heute aus eigener Kraft nicht mehr halten. „Wir als kleine Gemeinde müssen dankbar sein, dass wir bisher so eine schöne zweite Kirche haben durften“, sagte er.

Ein Kaufinteressenten

Ziel sei nun, durch den Verkauf eventuell ein neues Grundstück erwerben und ein neues Gebäude für das Jugenheim errichten zu können. „An der Oase in Oberbruch wollen wir auf jeden Fall festhalten“, betonte er. Es gebe schon einen Kaufinteressenten, verriet Walde und versicherte den Gemeindemitgliedern auf Nachfrage, dass es im Kaufvertrag auf jeden Fall eine Klausel geben werde, die eine Nutzung des Grundstücks für Zwecke untersage, die den Grundsätzen der evangelischen Kirche entgegenstehen würden. Auf jeden Fall solle damit auch die Entwicklung zu einer Bauruine vermieden werden.

Küster Markus Wöhlert ging dann anhand einer Bilderschau noch einmal im Detail auf die Gebäudesituation ein. So konnte er zahlreiche Risse und freiliegendes Eisen am Kirchturm zeigen, ebenso die nur einfach verglasten Fenster und die alte Heizungsanlage, die ebenso wie die Lüftungsanlage aus dem Jahr 1962 stammt. Probleme bereite auch das zu dünne Kupferdach der Erlöserkirche.

Schon jetzt zeige die Holzdecke im Kirchenraum eine Durchfeuchtung. Markus Wöhlert verdeutlichte den Teilnehmern der Versammlung zahlreiche kleine und große Baustellen in dem Gebäudekomplex. Er hoffe, dass die Landeskirche jetzt schnell entscheide, betonte Walde zum Abschluss der Versammlung. So könne man schnell vor Ort handeln und ein alternatives Konzept für den Erhalt der Oase umsetzen.

Auf jeden Fall wolle man für die Jugendlichen, die sich in der Oase wohlfühlen, nach Möglichkeit einen nahtlosen Übergang schaffen, eventuell auch mit der Anmietung eines bestehenden Gebäudes. Das Jugendheim soll nach Wunsch der Gemeinde auf jeden Fall wieder eine zentrale Lage in Oberbruch haben.

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