Erkelenzer Mundart ist jetzt für die Wissenschaft archiviert

Letzte Aktualisierung:
4800662.jpg
Die von Theo Schläger komponierten Kinderlieder haben in Buchform mit CD Eingang ins Bonner Archiv gefunden.

Erkelenz. Die beiden Mundart-CDs und das Kinderliederbuch mit CD, für die der Heimatverein der Erkelenzer Lande als Herausgeber verantwortlich zeichnet, haben jetzt einen offiziellen Platz bekommen: Sie stehen im Archiv des Institutes für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn.

Peter Honnen, Sprachwissenschaftler an diesem Institut, untersucht und wertet Tonbeispiele der rheinischen Dialekte aus und vergleicht sie. Besonders erfreut zeigte er sich, dass er die verschieden ausgeprägten Mundarten eines Raumes so „komprimiert und variantenreich“ auf diesen Tonträgern erleben konnte.

Er verhehlt aber auch nicht seine Skepsis in Bezug auf Nachhaltigkeit und fragt Theo Schläger, den Komponisten der Kinderlieder, ob er glaube, dass man mit der schulischen Initiative die Tendenz, dass die Mundart sich mehr und mehr aus dem Alltagsleben verabschiedet, werde aufhalten können.

Erfahrungsgemäß sprächen heute nur noch Menschen über 60 Mundart. Obwohl diese Frage eher einen negativen Anstrich zu haben scheint, ist er mit Theo Schläger und dem Heimatverein der begründbaren Meinung, dass die Veröffentlichungen des Heimatvereins zumindest die Mundart wieder ins Bewusstsein der Menschen im Erkelenzer Lande rücken.

Außerdem glaubt Honnen, dass mit den auch inhaltlich verschiedenartigen Tondokumenten Themen angestoßen werden, die mit dem Leben und den Erfahrungen der Eltern und Großeltern zu tun haben und so nicht nur den schulischen Unterricht bereichern können. Das Einbringen in die Schulen könne Impulse schaffen und vielleicht doch Kreise ziehen.

Peter Honnen freut sich über die Initiative in Erkelenz, warnt aber vor zu hohen Erwartungen. Könnten diese Veröffentlichungen aber einiges an Interesse wecken, so sei schon ein positiver Schritt erreicht. „Wissen kann das wohl im Augenblick niemand, aber hoffnungslos ist die Lage dennoch keineswegs“, so Peter Honnen.

Theo Schläger und der Heimatverein der Erkelenzer Lande freuen sich über das positive Urteil des Institutes und werten es als Ermutigung zu weiteren Veröffentlichungen, da intern in den Mundartveranstaltungen – wie übrigens auch in Wegberg und Wassenberg – eine funktionierende Gemeinschaft erlebt wird.

„Tot ist die Mundart nämlich noch nicht. Wir möchten dies durch weitere Aktivitäten beweisen“, sagt Theo Schläger.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert