Erkelenz - Erkelenzer Burg avanciert zum Treffpunkt für Kunstfreunde

Erkelenzer Burg avanciert zum Treffpunkt für Kunstfreunde

Von: hewi
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Treffpunkt für Kunstfreunde: Die Erkelenzer Burg war wieder einmal der Schauplatz vom Kunstlabor.de-Live-Event. Fotos (3): Koenigs Foto: Koenigs
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Im Inneren der Burg: Christa Hammermeister vor ihrem Werk. Foto: Koenigs
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Vielfalt: Außergewöhnliche Arbeiten gab es zu sehen. Foto: Koenigs

Erkelenz. Zum achten Mal haben die Macher des Internetportals Kunstlabor.de zu einem Live-Event eingeladen, zum siebten Mal war die Erkelenzer Burg der Schauplatz dieses Kunst-Wochenendes. Geboten wurde wieder eine Mischung aus Ausstellungen, Konzerten, Lesungen und Performances.

„Wir bringen die ganze Bandbreite der Künstler auf die Burg, die auch im Kunstlabor organisiert sind“, erklärte Michael Kempe, der gemeinsam mit seiner Frau Silvia das Portal ins Leben gerufen hat und noch heute dafür verantwortlich zeichnet. Das Portal bietet Künstlern aus dem Kreis Heinsberg ein freies Forum der Präsentation und Vernetzung. Rund 120 Künstler und Gruppen sind heute beim Kunstlabor dabei und vermitteln einen aktuellen Überblick über das künstlerische Geschehen im Kreis. Einmal im Jahr kommen einige von ihnen zusammen, um drei Tage lang auf der Erkelenzer Burg Kunst zu zeigen und mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Eigenwillige Selbstporträts

An jedem Veranstaltungstag gab es natürlich auch ein Bühnenprogramm, das von den Liedern des Duos ­EigenARTs bis hin zu Rock mit Mother‘s Cake reichte, die auf der Bühne während des Konzertes ihre Gesichter mit Farbe bemalten, um sie auf eine Leinwand zu drücken. Denn in diesem Jahr präsentierten alle teilnehmenden Künstler eigenwillige Selbstporträts, die unterschiedlicher nicht sein konnten.

Bürgermeister Peter Jansen hatte bei der Eröffnung am Freitag betont, dass es die Veranstalter auch bei der mittlerweile siebten Veranstaltung auf der Burg geschafft hätten, das Publikum mit neuen Ideen zu überraschen. „Es ist jedes Jahr anders und immer interessant“, fasste er seine Eindrücke zusammen.

Für Diskussionen und kritische Akzente beim Kunstlabor-Event sorgt Christa Hammermeister. Sie ist beim Kunstlabor seit dessen Gründung dabei und provoziert vor allem mit ihren Installationen, die sie neben ihren Bildern ausstellt. Im vergangenen Jahr sorgte ihr „Scheinheiliger“, mit dem sie den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche thematisierte, für Gesprächsstoff. In diesem Jahr provozierte sie mit ihrer Installation „Gefangen“. Auf Großleinwand und in düsteren Farben zeigt esie symbolhaft Gefangene aller Epochen und Ethnien. Die Betrachter sahen Juden im KZ, amerikanische Ureinwohner und Farbige, die einen mit leerem Blick anstarren. Vor dem Bild, das ebenfalls hinter Gittern weggesperrt war, lag ein Riesenberg mit Schuhen.

Ein Bild, das jedem aus dem Geschichtsunterricht bekannt ist und schreckliche Assoziationen weckt. „Eigentlich gehört noch ein Berg mit Haaren daneben“, erklärte die Künstlerin. Doch man habe ihr abgeraten, sie ebenfalls der Installation hinzuzufügen. Nach einiger Diskussion verzichtete sie darauf. Doch auch das gehört zum Kunstlabor-Event auf der Burg: Diskussion über das Machbare und Zumutbare. Trotzdem schätzt sie die Veranstaltung, denn „man bekommt nichts vorgeschrieben und ist völlig frei in dem, was man tut“.

Zu sehen gab es von Zeichnungen und klassischer Malerei bis zu Fotografie und Kunstdruck die ganze Bandbreite der regionalen Kunst. Die inhaltliche Vielfalt sorgte auch wieder für ein ständig wechselndes Publikum und damit eine immer neue Atmosphäre auf dem Burghof und in den Ausstellungsräumen. „Das klassische Kunstlabor-Publikum gibt es nicht“, zeigte sich Michael Kempe überzeugt. „Es reicht von Hard­rockfans bis hin zum gehobenen Literatur- und Kunst-Publikum, die gleichberechtigt nebeneinander den Besuch genießen.“ Gerade dieses Spannungsfeld zwischen den verschiedenen Kunstformen mache den Charme der Veranstaltung aus. Im Gewölbekeller des Burgturms luden Künstler wie Willi Arlt oder die „Klang-Wort-Schaffende“ Waltraut Barnowski-Geiser zu Lesungen aus ihren Arbeiten ein. Zum musikalischen Abschluss standen am Sonntag die Djembe-Freunde um Ulli Reifferscheidt und die Blues Bones auf dem Programm.

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